Wien startet ein 7-Millionen-Euro-Förderprogramm für innovative Photovoltaik: Fassaden-PV, PV-Dachgärten und Überdachungen sollen neue städtische Flächen für die Solarnutzung erschließen. Parallel dazu präsentiert der Speicherhersteller Sigenergy mit dem SigenStack ein neues Produkt für den gewerblichen Markt.
Die Stadt Wien hat ein neues Förderprogramm für innovative und multifunktionale Photovoltaik-Anlagen gestartet. Das mit sieben Millionen Euro ausgestattete Paket ergänzt die bestehenden Förderangebote gezielt: Gefördert werden künftig vor allem Projekte, die bisher wegen hoher Kosten oder technischer Komplexität nicht realisiert wurden.
Hintergrund: Warum Wien die Förderstrategie neu ausrichtet
Klassische Aufdach-Photovoltaik und Energiespeicher haben in den vergangenen Jahren stark an Kosten verloren. Viele Standardsysteme rechnen sich laut der Wiener Förderstelle heute innerhalb weniger Jahre aus eigener Kraft. Deshalb verlagert Wien die Förderintensität: Standardanlagen werden künftig weniger bezuschusst, während flächenerschließende und multifunktionale Lösungen stärker in den Vordergrund rücken.
Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky begründete den Schritt beim Programmstart: „Solange wir mit Gas und Öl heizen, sind wir von ausländischen Energielieferungen abhängig. Nur der Gasausstieg schont langfristig das Geldbörserl der Wienerinnen und Wiener.“ Wien verfolgt das Ziel, bis 2030 eine installierte Solarleistung von 800 Megawatt zu erreichen. Das entspräche der Versorgung eines Viertels aller Wiener Haushalte.
Fassaden-PV und Dachgärten: Förderkonditionen im Detail
Fassaden-Photovoltaik – sowohl als gebäudeintegrierte Lösung als auch als vorgehängte Konstruktion – erhält 700 Euro je Kilowatt. Gedeckelt ist die Förderung auf maximal 30 Prozent der förderfähigen Kosten und 250.000 Euro je Anlage. Mindestvoraussetzung sind drei Kilowatt installierte Leistung. Das Programm adressiert damit vor allem Gewerbe- und Wohngebäude in verdichteten Lagen, wo klassische Aufdach-PV baulich nicht möglich ist.
Photovoltaik-Dachgärten – schattenspendende Solarstrukturen auf öffentlichen oder gemeinschaftlich genutzten Dachflächen – werden mit 600 Euro je Kilowatt bezuschusst, maximal 50.000 Euro je Anlage. Mindestgröße: 20 Quadratmeter. Bewährte Förderangebote für PV im mehrgeschoßigen Wohnbau, auf Parkplatz-Flugdächern und Hochgaragen sowie auf Gründächern laufen 2027 weiter; je nach Anlagentyp gibt es 400 bis 600 Euro je Kilowatt für bis zu 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Wien weitet zudem sein kostenloses Beratungsangebot für Privatpersonen und Betriebe aus.
Sigenergy SigenStack: Neuer Gewerbespeicher für den Fachhandel
Zeitgleich wächst das Angebot an gewerblichen Speicherprodukten. Sigenergy hat mit dem SigenStack einen neuen Gewerbespeicher für kommerzielle und industrielle Anwendungen angekündigt. Sebastian Feges, Deutschland-Vertreter des Unternehmens, präsentierte das System der Fachöffentlichkeit. Details zu Kapazität, Wechselrichterintegration und Garantiebedingungen wurden bislang nicht vollständig veröffentlicht.
Im Segment der gewerblichen Batteriespeicher steht Sigenergy im Wettbewerb mit etablierten Anbietern wie Sungrow, SolarEdge und Enphase. Installateure sollten Herstellerangaben zum SigenStack kritisch einordnen und vor einer Kaufentscheidung unabhängige Erfahrungsberichte sowie konkrete Projektkalkulationen abwarten. Die Marktreife des Systems gilt es in der Praxis erst noch zu belegen.
Was das für den deutschen Markt bedeutet
Österreichische Fördermodelle sind nicht direkt auf den deutschen Markt übertragbar, wirken aber als Impulsgeber. Hierzulande fehlen vergleichbare kommunale Programme speziell für Fassaden-PV oder PV-Dachgärten. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude deckt zwar energetische Sanierungen ab, ist jedoch nicht auf multifunktionale Photovoltaik zugeschnitten. Städte wie Hamburg oder München diskutieren eigene Ansätze – konkrete Programme liegen noch nicht vor.
Für Planer und Installateure lohnt es sich dennoch, die Wiener Konditionen als Referenzpunkt zu nutzen: Zuschusssätze von 600 bis 700 Euro je Kilowatt und eine Kostengrenze von 30 Prozent bilden eine realistische Spanne, wenn gewerbliche Projekte gegenüber Kommunen oder Investoren kalkuliert werden. KW Baustoffe GmbH in Drensteinfurt beobachtet diese Marktentwicklungen im Hinblick auf die wachsende Nachfrage nach innovativen Solarlösungen in Nordrhein-Westfalen.
Hausbesitzer und Installateure aus Drensteinfurt und NRW können sich bei der KW PV Solutions UG zu innovativer Photovoltaik-Planung und gewerblichen Speicherlösungen beraten lassen.
Quellen: pv-magazine.de · photovoltaik.eu