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Wärmepumpen-Ausbau: BW will 2,5 TWh Aquathermie bis 2030

Wärmepumpen-Ausbau | KW Baustoffe GmbH

Baden-Württemberg soll bis 2030 mindestens 2,5 Terawattstunden Wärme aus Flüssen und Abwasser gewinnen – das empfiehlt ein neues Gutachten des Forschungsinstituts ifeu. Parallel zeigt ein Partnerwechsel bei IKEA, wie eng der Markt für Wärmepumpen-Handwerker inzwischen ist.

Aquathermie: Wärme aus Fluss und Abwasser für Baden-Württemberg

Ein Gutachten des Heidelberger Instituts für Energie- und Umweltforschung (ifeu) empfiehlt Baden-Württemberg ein Ausbauziel von mindestens 2,5 Terawattstunden Aquathermie-Wärme bis 2030. Aquathermie nutzt die Restwärme aus Flüssen, Seen oder Abwasser und hebt sie über Großwärmepumpen auf ein nutzbares Temperaturniveau für Fernwärmenetze.

Ein bekanntes Beispiel liefert der Energieversorger MVV in Mannheim, der mit einer Flusswärmepumpe Wärme aus dem Rhein gewinnt und ins Fernwärmenetz einspeist. Solche Anlagen sollen laut Gutachten künftig deutlich häufiger zum Einsatz kommen, um die kommunale Wärmeplanung in Baden-Württemberg zu unterstützen. Kommunen sind durch das bundesweite Wärmeplanungsgesetz ohnehin verpflichtet, bis 2028 eigene Wärmepläne vorzulegen, Aquathermie soll dabei eine wachsende Rolle spielen.

Damit das Ziel erreichbar wird, fordern die Gutachter, dass bis 2030 rund 50 Standorte im Land entweder bereits in Betrieb oder konkret in der Umsetzung sind. Das wäre ein deutlicher Sprung gegenüber dem heutigen Ausbaustand der Technologie in Deutschland.

Elf weitere Projekte mit 524 Megawatt in der Pipeline

Neben den bereits laufenden Vorhaben zählt das Gutachten elf weitere Aquathermie-Projekte mit einer thermischen Gesamtleistung von rund 524 Megawatt, die sich derzeit in der Planung befinden. Zusammengenommen entspricht das der Leistung mehrerer mittelgroßer Fernwärmekraftwerke.

Die Projekte konzentrieren sich vor allem auf Kommunen mit größeren Flüssen oder Kläranlagen, da beide als stabile Wärmequellen mit ganzjährig nutzbaren Temperaturen dienen. Für Stadtwerke bedeutet das planbare Investitionen, die sich über Jahrzehnte amortisieren.

Kritisch bleibt allerdings die Genehmigungsdauer: Wasserrechtliche Auflagen und Naturschutzprüfungen verzögern viele Vorhaben um mehrere Jahre. Ohne beschleunigte Verfahren dürfte das 2030-Ziel schwer zu erreichen sein.

IKEA wechselt Einbau-Partner: Vamo übernimmt von Svea Solar

Im Mai 2025 stieg IKEA offiziell ins Geschäft mit Wärmepumpen ein. Der Möbelkonzern wollte damit nicht nur Photovoltaik-Anlagen anbieten, sondern auch die Schnittstelle zu kompakten Luftwärmepumpen für den schnellen Einbau bilden.

Zum Start kooperierte IKEA mit dem schwedischen Solarunternehmen Svea Solar, das Planung und Montage übernahm. Zum Selberaufbauen war das Angebot nie gedacht, IKEA vermittelte von Anfang an geprüfte Fachbetriebe für die Installation.

Nun gibt Svea Solar diesen Part ab: Künftig übernimmt das Unternehmen Vamo den Einbau der IKEA-Wärmepumpen. Über die genauen Gründe des Wechsels äußert sich IKEA bislang zurückhaltend, branchenintern gilt jedoch der Fachkräftemangel bei Heizungsbauern als wahrscheinlicher Faktor.

Gemeinsamer Nenner: Engpass bei Wärmepumpen-Fachkräften

Beide Meldungen zeigen ein ähnliches Muster. Großprojekte wie die geplanten Aquathermie-Anlagen in Baden-Württemberg benötigen spezialisierte Planer für Großwärmepumpen, Fernwärme und Genehmigungsverfahren. Gleichzeitig kämpft selbst ein Konzern wie IKEA darum, verlässliche Installationspartner für private Wärmepumpen zu finden.

Der Wechsel von Svea Solar zu Vamo unterstreicht, wie knapp Kapazitäten im Handwerk aktuell sind. Wer als Fachbetrieb kurzfristig verfügbar ist und zuverlässig liefert, hat derzeit eine starke Verhandlungsposition gegenüber großen Auftraggebern. Sowohl große Fernwärme-Wärmepumpen als auch kompakte Hausanlagen benötigen ähnlich geschulte Kältetechniker, die bundesweit ohnehin knapp sind.

Für Hausbesitzer bedeutet das: Wer eine Wärmepumpe plant, sollte Angebote frühzeitig einholen und nicht erst kurz vor der Heizperiode. Lange Vorlaufzeiten bei Handwerkern sind inzwischen eher Regel als Ausnahme.

Was das für Bauherren im Münsterland bedeutet

Große Flüsse wie den Rhein gibt es im Münsterland nicht, doch auch hier prüfen einzelne Stadtwerke Wärme aus Werse oder Kläranlagen für kleinere Nahwärmenetze. Für die meisten Ein- und Zweifamilienhäuser in der Region bleibt die klassische Luftwärmepumpe jedoch die praktikabelste Lösung.

Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus im Münsterland mit rund 150 Quadratmetern Wohnfläche liegt der jährliche Wärmebedarf grob geschätzt bei 12.000 bis 15.000 Kilowattstunden. Eine gut ausgelegte Luftwärmepumpe deckt das in Kombination mit solider Dämmung zuverlässig ab.

Der Engpass bei Installationskapazitäten trifft auch Kunden aus Drensteinfurt und Umgebung. Wer frühzeitig plant, vermeidet lange Wartezeiten und kann Fördermittel wie den Heizungstausch-Zuschuss der BAFA vollständig ausschöpfen, bevor sich Förderbedingungen ändern.

KW Baustoffe unterstützt Handwerksbetriebe im Münsterland mit kurzfristig verfügbaren Wärmepumpen-Komponenten aus dem Lager in Drensteinfurt, damit geplante Projekte nicht an fehlendem Material scheitern.

Hausbesitzer und Installateure aus Drensteinfurt und dem Münsterland können sich bei der KW PV Solutions UG zur Wärmepumpen-Planung beraten lassen.

Quellen: solarserver.de · energie-experten.org

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