Fronius hat die GEN24-Plus-Serie als notstromfähige Hybridlösung positioniert, die Photovoltaik, Batteriespeicher und Notstrombetrieb in einem Wechselrichter vereint. Die Modelle richten sich an Eigenheimbesitzer und Installationsbetriebe, die bei Netzausfall auf eine unterbrechungsfreie Solarstromversorgung angewiesen sind.
Zwei Leistungsklassen für Einzel- und Dreiphasen-Anlagen
Die GEN24-Plus-Familie umfasst zwei Produktlinien: den Primo GEN24 Plus für einphasige Installationen (3,0 bis 10,0 kW) und den Symo GEN24 Plus für dreiphasige Anlagen (3,0 bis 25,0 kW). Kernmerkmal beider Linien ist die integrierte Funktion des notstromfähigen Hybridwechselrichters, der Solarstrom, Netzbezug und Energiespeicher in einem Gerät koordiniert.
Fronius unterscheidet zwei Notstromstufen: Der sogenannte „PV Point“ liefert bei Netzausfall eine reduzierte einphasige Versorgung direkt aus den Solarmodulen – vorausgesetzt, die Sonne scheint. Der vollständige Notstromkreis, der auch nachts und bei bedecktem Himmel funktioniert, setzt einen kompatiblen Batteriespeicher voraus. Als zertifizierte Speicherpartner nennt das Unternehmen unter anderem BYD Battery-Box Premium HVS/HVM, Pylontech US- und Force-Serie sowie eigene Speichervarianten.
Flexibilität im Netzbetrieb: Peak Shaving und dynamische Tarife
Die GEN24-Plus-Geräte unterstützen Peak Shaving – die gezielte Kappung von Verbrauchsspitzen, die bei gewerblichen Abnehmern die Leistungskomponente des Netzentgelts senken kann. Ergänzend lassen sich die Ladevorgänge auf dynamische Börsenstrompreise abstimmen: Bei niedrigen oder negativen Spotmarktpreisen lädt der Speicher bevorzugt aus dem Netz, bei hohen Preisen priorisiert das System den Eigenverbrauch. Voraussetzung ist ein Smart-Meter am Hausanschluss.
Die offenen Schnittstellen über Modbus TCP und REST-API ermöglichen eine Einbindung in Energiemanagementsysteme wie Loxone, KNX oder verschiedene EMS-Lösungen. Für Hausbesitzer mit Elektrofahrzeug lässt sich der Solarüberschuss priorisiert über eine Wallbox abgeben, bevor überschüssige Energie ins Netz eingespeist wird. Das vergrößert den selbst genutzten Solaranteil und vermindert den Verlust durch niedrige Einspeisevergütungen.
Markteinordnung: Dichtes Wettbewerberfeld im Hybrid-Segment
Die Nachfrage nach notstromfähigen Heimanlagen ist in Deutschland seit dem Energiepreisschock 2022 deutlich gestiegen. Viele Eigenheimbesitzer gewichten Autarkie und Versorgungssicherheit stärker als reine Einspeisevergütung. In diesem Umfeld positioniert Fronius den GEN24 Plus als Einstiegspunkt in eine notstromfähige Gesamtlösung – konkurriert dabei aber mit einem dicht besetzten Feld.
SMA (Sunny Tripower X), Sungrow und SolarEdge adressieren dasselbe Segment mit Backup-Funktion. Kostal bietet mit dem Plenticore BI eine vergleichbare dreiphasige Hybridlösung. Ein Unterschied liegt in der Speicherkompatibilität: Fronius hält das GEN24-Plus-System für mehrere Dritthersteller-Batterien offen, was Installationsbetrieben mehr Spielraum bei der Komponentenauswahl lässt.
Kritisch zu prüfen sind die Betriebskosten der Software-Plattform: Fronius Solar.web bietet Basisüberwachung kostenlos an, erweiterte Automatisierungsfunktionen und tiefere Analysen sind kostenpflichtig. Für die langfristige Wirtschaftlichkeitsberechnung sollten Installationsbetriebe und Endkunden diese laufenden Kosten einkalkulieren.
Fördermöglichkeiten für NRW-Hausbesitzer
Für eine Photovoltaik-Anlage mit Hybridwechselrichter und Batteriespeicher stehen in NRW der KfW-Kredit 270 (Erneuerbare Energien Standard) sowie zinsgünstige Landesdarlehen der NRW.BANK zur Verfügung. Der KfW-Kredit umfasst seit der Novelle 2024 explizit auch stationäre Batteriespeicher, sofern sie mit einer neuen oder bestehenden PV-Anlage kombiniert werden. Eine direkte Investitionsförderung auf Bundesebene für Batteriespeicher existiert seit dem Auslaufen des BMWi-Programms 2021 nicht mehr.
Bei einem typischen Einfamilienhaus mit 10 kWp Solaranlage und einem 10-kWh-LFP-Speicher bewegen sich die Gesamtkosten für Wechselrichter, Speicher und Montage je nach Region und Installationsbetrieb zwischen 13.000 und 19.000 Euro. Die Amortisationszeit hängt vom Eigenverbrauch, dem lokalen Netztarif und der Häufigkeit tatsächlicher Netzausfälle ab.
Normkonformer Anschluss nach VDE-AR-N 4105
Die GEN24-Plus-Modelle sind nach VDE-AR-N 4105 (Technische Anforderungen für Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz) zertifiziert und erfüllen die Voraussetzungen für den netzgekoppelten Betrieb in Deutschland. Die Inbetriebnahme muss durch einen konzessionierten Elektroinstallateur erfolgen und beim zuständigen Netzbetreiber angemeldet werden. Fronius unterstützt Fachbetriebe über ein strukturiertes Partnerprogramm mit technischen Schulungen und Zertifizierungen.
Hausbesitzer und Installateure aus Drensteinfurt und NRW können sich bei der KW PV Solutions UG zu notstromfähigen Hybridwechselrichtern und Photovoltaik-Planung beraten lassen.
Quellen: photovoltaik.eu