Der Projektentwickler Diveo hat drei Agri-PV-Projekte mit Batteriespeicher an einen deutschen Energieversorger verkauft. Der Deal zeigt, dass Versorger Solarstrom und Speicher auf Agrarflächen zunehmend als gemeinsames Geschäftsmodell sehen.
Diveo hat drei Agri-Photovoltaik-Projekte mit Batteriespeicher an ein etabliertes deutsches Energieversorgungsunternehmen verkauft. Das berichtet das Fachportal Solarserver. Den Namen des Käufers nennt die Meldung nicht. Auch Kaufpreis und Zeitplan bleiben offen.
Was bekannt ist: drei Projekte im Süden
Nach den veröffentlichten Angaben liegen alle drei Projekte in Süddeutschland, verteilt auf unterschiedliche Mittelspannungsnetzgebiete. Jedes kombiniert nachgeführte Solartechnik mit einem Batteriespeicher am selben Netzanschluss. Fachleute nennen das Co-Location.
Die Anschlussleistung liegt laut Meldung jeweils im zweistelligen Megawattbereich. Genaue Werte für Solarleistung und Speicherkapazität nennt die Quelle nicht. Wir geben deshalb keine Zahlen an, die sich nicht belegen lassen.
Diveo versteht sich als unabhängiger Entwickler für Agri-PV und Batteriespeicher. Das Unternehmen ist nach Angaben von Solarserver eine Ausgründung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE. Die Beratungsgesellschaft Carlsquare begleitete den Verkauf.
Warum Co-Location für Versorger interessant ist
Solarstrom fällt zur Mittagszeit gebündelt an. Genau dann sinken an der Börse oft die Preise. Ein Speicher am selben Anschlusspunkt verschiebt einen Teil des Stroms in teurere Stunden. Zusätzlich kann er Netzdienstleistungen anbieten.
Die Co-Location-Konzepte sollen laut Quelle eine flexible Vermarktung des erzeugten Solarstroms ermöglichen. Für einen Versorger ist das attraktiv, weil er Erzeugung und Flexibilität in einem Projekt erwirbt. Ein getrennter Anschluss für Anlage und Speicher entfällt. Das spart Netzanschlusskapazität, die in vielen Regionen knapp ist.
Diveo-Geschäftsführer Kai Klapdor betont, entscheidend sei das Zusammenspiel von Landwirten und Projektentwicklern. Der Verkauf zeige zudem, dass Agri-PV in Kombination mit Batteriespeichern auch für große Energieversorger ein tragfähiges Geschäftsmodell sei. Das ist die Sicht des Verkäufers. Ob sich die Wirtschaftlichkeit in der Praxis bestätigt, zeigen erst die Betriebsjahre.
Einordnung: Chancen und offene Fragen
Agri-PV bündelt zwei Nutzungen auf einer Fläche: Landwirtschaft und Stromerzeugung. Nachgeführte Anlagen lassen sich so aufständern, dass darunter oder dazwischen weiter bewirtschaftet wird. Für Landwirte kann das ein zusätzliches Einkommen neben dem Ackerbau bedeuten.
Offen bleibt, zu welchen Konditionen die Flächen verpachtet sind und wie stark der Ertrag der Kulturen sinkt. Dazu macht die Meldung keine Angaben. Auch die Rolle der Speicher im Betrieb ist nicht beschrieben, etwa ob sie reine Preisarbitrage fahren oder Systemdienstleistungen erbringen. Wer Flächen für ein solches Vorhaben anbieten will, sollte Pachtdauer, Rückbauregelung und Bewirtschaftungsauflagen genau prüfen.
Speichermarkt: Hersteller setzen auf einfache Systeme
Passend zum Thema hat das Portal Photovoltaik.eu ein Interview mit dem Hersteller Sigenergy veröffentlicht. Es trägt den Titel „Energiespeicher. In einfach.“ Was der Hersteller dort im Einzelnen sagt, geht aus dem Titel nicht hervor. Er deutet aber an, dass Anbieter ihre Systeme über einfache Installation und Bedienung positionieren.
Herstellerangaben sind Eigendarstellungen. Für Installateure zählen am Ende Lieferfähigkeit, Support und Kompatibilität mit vorhandener Anlagentechnik. Ein Vergleich verschiedener Systeme lohnt sich daher in jedem Fall.
Was das für das Münsterland bedeutet
Die verkauften Projekte stehen im Süden. Das Prinzip lässt sich aber auf Betriebe im Münsterland übertragen, wo Landwirtschaft die Fläche prägt. Gerade Hofstellen mit großen Dachflächen und Netzanschluss in der Nähe prüfen häufig, wie sie Erzeugung und Speicher kombinieren. Die Größenordnung der Diveo-Projekte erreichen sie nicht, die Logik bleibt aber gleich: Strom erzeugen, zwischenspeichern, zu passenden Zeiten nutzen oder verkaufen.
Entscheidend ist vor Ort der Netzanschluss. Betreiber sollten frühzeitig beim Netzbetreiber anfragen, welche Einspeise- und Bezugsleistung möglich ist. Die Bundesnetzagentur und die Netzbetreiber informieren über die geltenden Regeln. Planer sollten Speicher von Anfang an einplanen, statt später nachzurüsten. Das vermeidet doppelte Genehmigungsschritte und zusätzliche Kosten.
Für Handwerker und Hausbesitzer in Drensteinfurt und Umgebung bleibt die Meldung vor allem ein Marktsignal. Wenn Versorger in Agri-PV mit Speicher investieren, wächst die Nachfrage nach Komponenten, Planung und Montage. Das betrifft auch regionale Betriebe, die solche Anlagen installieren und warten.
Hausbesitzer und Installateure aus Drensteinfurt und dem Münsterland können sich bei der KW PV Solutions UG zur Photovoltaik-Planung mit Speicher beraten lassen.
Quellen: Solarserver · Photovoltaik.eu