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Netzentgelte: SPD will Strompreis per Steuergeld senken

Stromnetz und Uebertragung
Symbolbild: Stromnetz (Foto: Rob Martin / Unsplash)

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Nina Scheer fordert, den Ausbau der Stromnetze künftig aus dem Bundeshaushalt statt über die Netzentgelte zu finanzieren. Damit widerspricht sie Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), die spürbare Entlastungen beim Strompreis erst für die 2030er Jahre in Aussicht gestellt hatte.

Zwei Positionen in der Bundesregierung

Bei der Energiepolitik gehen CDU und SPD in der Bundesregierung deutlich auseinander. Zuletzt haben beide Parteien lange um Kompromisse für die Entwürfe zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2027 und zum Netzpaket gerungen, die das Bundeskabinett Ende Juli verabschiedet hat. Während die SPD auf einen weiteren Ausbau von Photovoltaik und Windkraft drängt, stellt das CDU-geführte Bundeswirtschaftsministerium unter Katherina Reiche die Kosteneffizienz der Energiewende in den Vordergrund.

Reiche hatte in einem dpa-Interview erklärt, sie rechne erst mittelfristig mit sinkenden Strompreisen. „Spürbare Entlastungen werden wir erst in den 2030er Jahren sehen“, wurde die Ministerin zitiert. Scheer, energiepolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, sieht dagegen kurzfristiges Potenzial für niedrigere Preise – wenn der Staat den Netzausbau anders finanziert.

Bis zu 30 Prozent des Strompreises stecken in den Netzentgelten

Scheer bezifferte den Anteil der Netzentgelte an den gesamten Stromkosten auf 20 bis 30 Prozent. Diese Kosten seien „vermeidbar“, so die Politikerin am Freitag.

„Der sicherste Weg zu dauerhaft niedrigen Strompreisen verlangt einen beschleunigten Umstieg auf Erneuerbare Energien und eine öffentliche Finanzierung des Netzausbaus statt über die Netzentgelte“, erklärte Nina Scheer.

Sie schlägt vor, die Kosten für den Netzausbau aus dem Bundeshaushalt zu tragen – ähnlich wie bei Straßen und Brücken. Von niedrigeren Netzentgelten würden aus ihrer Sicht mehrere Bereiche profitieren:

  • Elektromobilität und der Ausbau von Ladeinfrastruktur
  • der Wasserstoffhochlauf in der Industrie
  • die Wärmewende, etwa der Umstieg auf Wärmepumpen
  • die heimische Wertschöpfung insgesamt

Zuschuss für Übertragungsnetze wird gekürzt

Konträr dazu hat die Bundesregierung erst in dieser Woche beschlossen, den Zuschuss zu den Übertragungsnetzkosten zwischen 2027 und 2029 auf jährlich 5,5 Milliarden Euro zu begrenzen – rund 15 Prozent weniger als im laufenden Jahr. Finanziert wird der Zuschuss aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF).

Scheer wertet das als Widerspruch zur eigenen Kostendebatte: Wenn die Förderkosten für erneuerbare Energien stets beziffert würden, müssten im Gegenzug auch die Entlastungswirkungen und vermiedenen fossilen Beschaffungskosten benannt werden. Sie spricht von einer „Täuschung der Öffentlichkeit“, wenn nur eine Seite der Rechnung gezeigt werde.

Offene Fragen bei der Gegenfinanzierung

Unklar bleibt, wie eine Steuerfinanzierung des Netzausbaus konkret gegenfinanziert werden soll, ohne an anderer Stelle im Bundeshaushalt zu kürzen. Kritiker verweisen darauf, dass eine Verlagerung der Kosten vom Strompreis in den Haushalt zwar Stromkunden entlastet, aber letztlich über Steuern von allen Bürgerinnen und Bürgern getragen wird – unabhängig vom eigenen Stromverbrauch. Ein politischer Beschluss dazu steht bislang nicht fest, die Debatte dürfte die Beratungen zum EEG 2027 im Bundestag begleiten.

Was das für Hausbesitzer im Münsterland bedeutet

Unabhängig davon, wie der Streit über die Netzentgelte endet, bleibt der Anteil selbst erzeugten und verbrauchten Stroms der zuverlässigste Hebel gegen steigende Netzkosten. Wer mit einer Photovoltaik-Anlage und einem Energiespeicher einen Großteil des Strombedarfs selbst deckt, bezahlt für diesen Anteil weder Netzentgelte noch andere netzgebundene Preisbestandteile.

Für ein typisches Einfamilienhaus im Münsterland mit Wärmepumpe und Elektroauto liegt der Jahresstromverbrauch häufig bei rund 12.000 bis 14.000 Kilowattstunden. Deckt eine PV-Anlage mit Speicher davon beispielhaft 60 bis 65 Prozent selbst, entfallen die Netzentgelte für diesen Anteil komplett – bei einem angenommenen Netzentgelt-Anteil von 8 Cent je Kilowattstunde ergibt das eine Ersparnis von mehreren Hundert Euro pro Jahr, zusätzlich zu den eingesparten Beschaffungskosten. Auch eine Wallbox mit intelligenter Ladesteuerung hilft, den Eigenverbrauchsanteil weiter zu erhöhen. Wer sich zu einer solchen Kombination beraten lassen möchte, findet in Drensteinfurt eine Anlaufstelle vor Ort.

Hausbesitzer und Installateure aus Drensteinfurt und dem Münsterland können sich bei der KW PV Solutions UG zur Senkung ihrer Stromkosten durch Photovoltaik und Speicher beraten lassen.

Quellen: pv-magazine.de · photovoltaik.eu

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