SMA hat seine Batterie-Wechselrichterplattform Sunny Central Storage UP-S für netzbildende Funktionen zertifizieren lassen. Damit können Batteriespeicher Momentanreserve für das Stromnetz bereitstellen. Parallel zeigt Trinasolar einen neuen Großspeicher und ein Ersatzmodul für ältere Dachanlagen.
Batteriespeicher sollen künftig nicht nur Strom puffern, sondern das Netz aktiv stabilisieren. SMA hat dafür seine Batterie-Wechselrichterplattform Sunny Central Storage UP-S nach den Anforderungen für netzbildende Eigenschaften zertifizieren lassen. Die Meldung stammt vom 28. September 2026.
Die Zertifizierung betrifft die technische Grundlage für Momentanreserve. Das ist die Fähigkeit, Schwankungen im Stromnetz in den ersten Sekunden abzufangen. Für Betreiber großer Batterieparks ist das mehr als eine Formalie: Sie können damit zusätzliche Erlösmöglichkeiten erschließen.
Was Momentanreserve leisten soll
Klassische Großkraftwerke bringen durch ihre rotierenden Generatoren eine physikalische Trägheit mit. Sie wirkt wie ein Puffer, wenn Erzeugung und Verbrauch plötzlich auseinanderlaufen. Wind- und Solaranlagen speisen dagegen über Umrichter ein und liefern diesen Puffer nicht von sich aus.
Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien wächst deshalb der Bedarf an Stabilitätsdiensten. Die Übertragungsnetzbetreiber setzen dabei zunehmend auf marktbasierte Mechanismen. Netzbildende Batteriespeicher gelten als eine Möglichkeit, diese Lücke zu schließen. Sie reagieren per Leistungselektronik und können innerhalb kürzester Zeit Energie aufnehmen oder abgeben.
Für Projektentwickler entsteht daraus ein zweites Standbein neben dem klassischen Handel am Strommarkt. Wer Stabilität liefert, kann sie künftig vergüten lassen. Wie hoch die Erlöse ausfallen, nennt die Quelle nicht, und das hängt von den Marktregeln der Netzbetreiber ab.
Zertifizierung nach VDE-FNN-Hinweis 2.1
Grundlage ist der VDE-FNN-Hinweis in Version 2.1 mit dem Titel „Technische Anforderungen an Netzbildende Eigenschaften inklusive der Bereitstellung von Momentanreserve“. Herausgeber ist das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik, kurz VDE FNN. Der Hinweis legt Anforderungen und Nachweisverfahren für netzbildende Einheiten am deutschen Markt fest.
SMA setzt die Technik nach eigenen Angaben bereits in Projekten im Vereinigten Königreich und im deutschen Batteriespeicherprojekt Föhren ein. Olaf Heyden, Chief Operating Officer (COO) von SMA, ordnet den Schritt so ein: „Die Energiewende erreicht eine neue Phase, in der Batteriespeicher zunehmend Aufgaben für die Netzstabilität übernehmen.“
Technische Leistungsdaten der Plattform nennt die Meldung nicht. Wer Projekte plant, sollte Leistungsklassen und konkrete Nachweise direkt beim Hersteller abfragen. Zudem handelt es sich um eine Herstellermeldung: Wie sich die Zertifizierung im Wettbewerb mit anderen Anbietern netzbildender Wechselrichter auswirkt, bleibt offen. Vergleichbare Nachweise der Konkurrenz sind in der Quelle nicht erwähnt.
Trinasolar: Großspeicher und neue Honey-Serie
Auch Trinasolar rückt Speicher in den Fokus. Das Unternehmen zeigt den Großspeicher Elementa 2 Pro. Laut Hersteller arbeitet er mit eigenen Zellen von 314 Amperestunden und mehr als 15.000 Zyklen. Der Geräuschpegel liegt demnach unter 70 Dezibel, ein Temperaturmanagement mit Hybridkühlung soll Zellunterschiede unter 2,5 Grad Celsius halten. Das sind Herstellerangaben, unabhängig geprüft sind sie nicht.
Hinzu kommt ein neues Solarmodul der Reihe Honey mit n-Typ-Zellen in i-TOPCon-Technologie. Es ist als Austauschlösung für ältere Honey-Produkte und vergleichbare Geräte im 60-Zellen-Format gedacht. Zielgruppe sind Modernisierungen und kleine Dachflächen mit wenig Platz.
Der Nachrichtenwert liegt hier vor allem im Ersatzmarkt. Für Besitzer älterer Anlagen ist wichtig, ob sich Format und Anschlüsse ohne Umbau der Unterkonstruktion übernehmen lassen. Das sollten Installateure vor einer Bestellung prüfen, denn die Quelle liefert dazu keine Details.
Einordnung für das Münsterland
Netzbildende Großspeicher betreffen Hausbesitzer in der Region nicht unmittelbar, denn Momentanreserve wird im Übertragungsnetz und in großen Projekten vergütet. Mittelbar zählt sie trotzdem: Je stabiler das Netz bei hohem Anteil erneuerbarer Energien läuft, desto weniger drohen Eingriffe und Abregelungen bei Anlagen im Verteilnetz. Das Münsterland mit seinem starken Ausbau von Wind und Sonne profitiert davon.
Für Gewerbebetriebe und Projektierer in Drensteinfurt und Umgebung lohnt der Blick auf die Netzanforderungen. Der Hinweis des VDE FNN und die Vorgaben der Bundesnetzagentur bestimmen, welche Technik künftig am Netzanschluss gefragt ist. Wer Speicher plant, sollte schon in der Auslegung klären, ob netzbildende Eigenschaften verlangt werden oder einen Vorteil bringen.
Für Eigenheimbesitzer bleibt die Lage unverändert: Heimspeicher werden weiterhin nach Eigenverbrauch und Wirtschaftlichkeit ausgelegt. Die Zertifizierung zeigt aber die Richtung, in die sich Regeln und Produkte entwickeln.
Hausbesitzer und Installateure aus Drensteinfurt und dem Münsterland können sich bei der KW PV Solutions UG zu Batteriespeichern beraten lassen.
Quellen: Solarserver · photovoltaik.eu