Solaredge weitet den Verkauf seines Heimspeichers Nexis auf Österreich und die Schweiz aus. Grundlage ist nach Angaben des Unternehmens ein starker Verkaufsstart in Deutschland: Dort sind mittlerweile rund 1300 der Anlagen in Betrieb. Das israelische Unternehmen kündigte den Schritt am Montag an.
Modulares System mit bis zu 80 Kilowattstunden
Solaredge hatte den Nexis im März in Deutschland vorgestellt. Der Speicher besteht aus vier Komponenten: einem dreiphasigen Hybridwechselrichter mit bis zu 20 Kilowatt Leistung, einem modularen Batteriesystem, einer Notstromversorgung fürs Haus und einer Steuereinheit. Solaredge nennt den Aufbau „Lego-ähnlich“: Die Kapazität des Batteriespeichers lässt sich in kleinen Schritten zwischen 5 und 80 Kilowattstunden anpassen.
- Hybridwechselrichter, dreiphasig, bis 20 kW Leistung
- Batteriekapazität modular von 5 bis 80 kWh
- Aktuell freigeschaltet: bis zu drei Batterietürme, 60 kWh
- Volle 80-kWh-Kapazität laut Solaredge ab dem ersten Quartal
- Integrierte Notstromversorgung fürs Haus
Für Einfamilienhäuser mit hohem Eigenverbrauch, etwa durch Wärmepumpe oder Elektroauto, deckt bereits die kleinere Ausbaustufe den typischen Bedarf ab. Für größere Wohngebäude oder Gewerbeobjekte mit mehreren Verbrauchern rechnet sich hingegen erst die volle Ausbaustufe im oberen zweistelligen Kilowattstunden-Bereich, sobald sie verfügbar ist.
Inbetriebnahme in unter 30 Minuten
Installateure nehmen den Speicher über die „Go App“ von Solaredge in Betrieb, die eine Fernkommunikation mit dem Wechselrichter ermöglicht. Eine eingebaute Antenne und ein integrierter DC-Überspannungsschutz sollen zusätzliche externe Bauteile überflüssig machen. Solaredge zufolge sinkt die reine Inbetriebnahmezeit dadurch auf unter 30 Minuten – ein Argument, das angesichts des Fachkräftemangels im Handwerk Gewicht hat.
Für Installationsbetriebe bedeutet ein kürzerer Aufbau vor allem eines: mehr Projekte pro Woche ohne zusätzliches Personal. Weniger externe Komponenten heißt zudem weniger Fehlerquellen bei der Montage und weniger Material, das vorab bestellt und gelagert werden muss. Ob sich die Herstellerangabe in der Praxis durchgängig bestätigt, muss sich allerdings erst in der Fläche zeigen. Bislang stammen die Erfahrungswerte überwiegend aus dem deutschen Markt, wo das System seit dem Frühjahr verbaut wird.
Markteintritt in Österreich und der Schweiz
Ab sofort können Installationsbetriebe in Österreich und der Schweiz den Nexis bestellen. „Die Markteinführung von Solaredge Nexis in Österreich und der Schweiz kommt genau zum richtigen Zeitpunkt. Beide Märkte entwickeln sich zunehmend zu einem höheren Eigenverbrauch von Solarstrom, und wir erwarten, dass immer mehr Hausbesitzer auf Batteriespeicher setzen werden“, sagte Dietmar Staudacher, Country Manager Österreich und Schweiz bei Solaredge.
Er verweist auf ein „großes Interesse der Installationsbetriebe“ als Beleg für die Nachfrage. Belastbare Absatzzahlen für die beiden neuen Märkte nannte Solaredge zum Start jedoch nicht. Die konkreten Zahlen, rund 1300 installierte Anlagen, beziehen sich weiterhin ausschließlich auf Deutschland. Anders als hierzulande gibt es in Österreich und der Schweiz keine bundesweit einheitliche Förderkulisse für Heimspeicher, Programme laufen dort oft regional oder kantonal unterschiedlich.
Wachsender Wettbewerb um Installationsbetriebe
Der Markt für Heimspeicher wächst europaweit, getrieben von hohen Strompreisen und dem Wunsch vieler Hausbesitzer nach einem höheren Eigenversorgungsgrad. Solaredge tritt mit dem Nexis in ein Umfeld ein, in dem bereits mehrere etablierte Hersteller um Installationsbetriebe und Endkunden konkurrieren. Ob sich das modulare Konzept gegenüber klassischen Speicherarchitekturen langfristig durchsetzt, ist offen.
Entscheidend dürfte neben dem Anschaffungspreis vor allem die Verfügbarkeit von Ersatzteilen und Service über die gesamte Lebensdauer der Anlage sein, die bei Heimspeichern üblicherweise mit 10 bis 15 Jahren angesetzt wird. Für Installationsbetriebe zählt zudem, wie zuverlässig ein Hersteller Garantiefälle abwickelt, denn davon hängt am Ende auch das eigene Standing beim Endkunden ab.
Bedeutung für das Münsterland: Speicher als Ergänzung zur Photovoltaikanlage
Für Hausbesitzer im Münsterland ist der Markteintritt in Österreich und der Schweiz zunächst eine europäische Randnotiz. Interessant wird das Produkt vor Ort dadurch, dass es hierzulande bereits im breiten Einsatz ist: Die rund 1300 installierten Anlagen zeigen, dass das System technisch ausgereift genug für den Alltag auf deutschen Dächern ist.
Für ein typisches Einfamilienhaus in Drensteinfurt mit einer Photovoltaikanlage von 8 bis 10 Kilowatt Peak reicht in der Regel bereits die kleinere Ausbaustufe des Nexis mit 5 bis 15 Kilowattstunden, um den Eigenverbrauch spürbar zu erhöhen. Erst mit zusätzlicher Wärmepumpe oder Wallbox lohnt sich der Blick auf größere Kapazitäten im zweistelligen Kilowattstunden-Bereich.
Installationsbetriebe im Münsterland profitieren vor allem von der verkürzten Inbetriebnahmezeit: Wer mehrere Projekte pro Woche abwickelt, kann durch effizientere Systeme zusätzliche Aufträge annehmen, ohne sofort neues Personal einzustellen. Wer sich vor der Kaufentscheidung unabhängig beraten lassen möchte, findet vor Ort in Drensteinfurt entsprechende Ansprechpartner.
Hausbesitzer und Installateure aus Drensteinfurt und dem Münsterland können sich bei der KW PV Solutions UG zu Photovoltaik-Heimspeichern beraten lassen.
Quellen: pv-magazine.de · top50-solar.de