Der österreichische Wechselrichter-Hersteller Fronius erweitert seine Gen24-Produktfamilie und zeigt mit dem Verto eine neue Geräteserie. Die Ankündigung richtet sich an Installateure und Systemhäuser, die flexible Hybrid-Lösungen für Einfamilienhäuser suchen.
Die österreichische Fronius International GmbH hat auf einer Fachmesse eine Erweiterung ihrer Gen24-Wechselrichterfamilie angekündigt und gleichzeitig eine neue Geräteserie unter dem Namen Verto vorgestellt. Beide Produktlinien richten sich an Installateure, die flexible Systeme für Einfamilienhäuser und kleinere Gewerbeanlagen suchen. Konkrete technische Details zu den neuen Modellen hat Fronius zum Vorstellungszeitpunkt noch nicht vollständig veröffentlicht.
Gen24-Familie: Erweiterung nach oben und unten
Die Gen24-Serie gehört seit Jahren zu den meistinstallierten Hybrid-Wechselrichtern im deutschsprachigen Markt. Das bisherige Portfolio reicht von 3 bis 10 kW Ausgangsleistung und eignet sich für typische Eigenheime mit Photovoltaik-Anlagen zwischen 5 und 15 kWp Systemgröße. Mit der angekündigten Erweiterung will Fronius weitere Leistungsklassen abdecken — konkrete Werte wurden zum Messeauftritt nicht veröffentlicht. Installateure erhoffen sich durch die breitere Abdeckung mehr Spielraum bei der Systemauslegung für größere Eigenheime und kleine Gewerbegebäude.
Charakteristisch für die Gen24-Plattform ist die integrierte Backup-Funktion: Bei Netzausfall versorgt der Wechselrichter definierte Verbraucher im Haus autark weiter. Dieses Merkmal ist auf dem deutschen Markt seit der Energiepreiskrise 2022 stark nachgefragt. Die Kompatibilität mit gängigen Lithium-Ionen-Speichern — darunter Systeme von BYD — hat die Gen24-Familie für viele Installateure zur Standardlösung gemacht. Ob die neuen Varianten zusätzliche Speicherpartner unterstützen, ist noch nicht kommuniziert.
Verto: Neue Geräteserie mit offenen Fragen
Parallel präsentierte Fronius den Verto als eigenständige Geräteserie. Ob das Produkt als Einstiegsmodell, als Ergänzung für bestimmte Anlagentypen oder als Ablösung älterer Fronius-Serien positioniert wird, hat das Unternehmen zum Vorstellungszeitpunkt nicht vollständig erläutert. Technische Kennwerte wie Leistungsbereich, Wirkungsgrad und Batteriekompatibilität sind bislang nicht öffentlich verfügbar.
Für den deutschen Markt ist die Zertifizierung nach VDE-AR-N 4105 — den Technischen Mindestanforderungen an den Anschluss und Betrieb von Kundenanlagen am Niederspannungsnetz — ein zwingendes Kriterium. Wechselrichter ohne diese Zulassung sind in Deutschland nicht netzkonform einsetzbar. Installateure sollten daher abwarten, bis Fronius den Verto mit allen relevanten Nachweisen für den deutschen Markt offiziell freigibt.
Wettbewerb: Starkes Feld im Hybrid-Segment
Im deutschen Wechselrichtermarkt konkurriert Fronius mit SMA, Huawei, Kostal und SolarEdge um Installateure und Systemhäuser. SMA bietet mit dem Sunny Tripower Smart Energy einen direkten Wettbewerber zur Gen24-Reihe; Huawei liefert mit dem SUN2000-Hybrid ebenfalls Geräte mit integrierter Backup-Funktion. Ein Vorteil von Fronius ist das etablierte Solar.web-Monitoring-Portal sowie die breite Installateurs-Community im DACH-Raum. Preislich positioniert sich die Gen24-Plattform eher im Mittel- bis Oberklassesegment und richtet sich vorrangig an qualitätsorientierte Fachbetriebe.
Herstellerkommunikationen zu neuen Produkten folgen oft einem bekannten Muster: Ankündigung auf der Messe, Serienstart Monate später, schrittweise Handelsverfügbarkeit. Wer konkrete Projekte plant, sollte für verbindliche Preis- und Lieferangaben die offiziellen Fronius-Partnerkanäle oder den autorisierten Fachhandel kontaktieren.
Was Hausbesitzer und Installateure jetzt beachten sollten
Wer eine Photovoltaikanlage mit Energiespeicher plant, sollte die Wechselrichter-Entscheidung sorgfältig treffen. Die Wahl des Wechselrichters bestimmt, welche Batteriesysteme kompatibel sind, welche Monitoring-Funktionen genutzt werden können und wie das System im Falle einer Nachrüstung erweiterbar ist. Eine vorschnelle Festlegung auf ein Modell, dessen direkter Nachfolger möglicherweise in wenigen Monaten verfügbar ist, kann die künftige Systemflexibilität einschränken.
Für gewerbliche Anlagen ab 20 kWp sind üblicherweise String-Wechselrichter mit höherer Eingangsleistung und mehreren MPP-Trackern nötig. Ob Fronius den Verto auch in dieser Klasse anbietet oder ob die Geräte ausschließlich für den Wohngebäudebereich konzipiert sind, bleibt nach aktuellem Kenntnisstand offen.
KW Baustoffe GmbH in Drensteinfurt beobachtet die Entwicklungen im Wechselrichter-Segment laufend und informiert Installateure und Fachbetriebe über relevante Neuheiten für den NRW-Markt.
Hausbesitzer und Installateure aus Drensteinfurt und NRW können sich bei der KW PV Solutions UG zur Wechselrichter-Auswahl und Photovoltaik-Planung beraten lassen.
Quellen: photovoltaik.eu