Über 19,5 Millionen Öl- und Gasheizungen sind in Deutschland noch in Betrieb — und die Bundesregierung schafft gleichzeitig die 65-Prozent-Pflicht für erneuerbare Energien beim Heizungseinbau ab. Beide Entwicklungen zusammen beschreiben den Zustand der deutschen Wärmewende 2025: politisch instabil, strukturell träge.
Über 19,5 Millionen Öl- und Gasheizungen heizen Deutschlands Gebäude — und die Bundesregierung schafft gleichzeitig die 65-Prozent-Pflicht für erneuerbare Energien beim Heizungseinbau ab. Zwei Entwicklungen, die zusammen ein eindeutiges Bild zeichnen: Die Wärmewende verliert an Schwung, während die Politik den Kurs korrigiert.
Heizungsbestand 2025: Kaum Veränderung
Der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks hat seine Erhebung zum Heizungsbestand 2025 vorgelegt — mit ernüchternden Ergebnissen. Über 19,5 Millionen Öl- und Gasheizungen sind weiterhin in Betrieb, der Rückgang gegenüber 2024 beträgt lediglich zwei Prozent. Bei diesem Tempo bliebe das Ziel der vollständigen Dekarbonisierung im Gebäudesektor noch weit entfernt.
Hauptursache ist laut Branchenvertretern die politische Unsicherheit rund um das Gebäudeenergiegesetz (GEG). Die aufgeheizte Debatte um Heizungsvorschriften seit 2023, gefolgt von mehrfachen Nachbesserungen und anhaltender Unklarheit über den GEG-Nachfolger, hat Investitionsentscheidungen vieler Eigenheimbesitzer auf unbestimmte Zeit vertagt. Installateure berichten, dass Kunden mehrheitlich abwarten, bevor sie eine Modernisierungsentscheidung treffen.
Bundesregierung kippt 65-Prozent-Pflicht
Genau dieses Signal hat die Bundesregierung nun gesetzt — allerdings in eine überraschende Richtung. Die bisherige 65-Prozent-Vorgabe aus §71 GEG, wonach neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen, soll im neuen Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) durch eine sogenannte Grüngasquote ersetzt werden.
Das bedeutet konkret: Neue Gasheizungen könnten künftig wieder ohne die bisherigen Einschränkungen eingebaut werden — sofern ein festzulegender Anteil von Biogas oder Wasserstoff im Gasnetz vorhanden ist. Kritiker aus Umweltverbänden, Installateurorganisationen und der Energiewirtschaft sehen darin einen energiepolitischen Rückschritt. Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) warnte, das Signal verunsichere Investoren und bremse den Markthochlauf erneuerbarer Heiztechnologien.
Widerspruch: Gasnetz soll gleichzeitig zurückgebaut werden
Besonders heikel ist ein struktureller Widerspruch: Parallel zur neuen Grüngasquote bereitet die Politik den schrittweisen Rückbau der Gasnetze vor. Wer heute eine neue Gasheizung einbaut, könnte in zehn bis fünfzehn Jahren vor dem Problem stehen, dass sein Netzanschluss wegfällt oder Gaspreise stark steigen — weil immer weniger Abnehmer die Netzinfrastruktur finanzieren. Genau auf diesen Widerspruch weisen Planer und Energieberater hin.
Wann das neue Gebäudemodernisierungsgesetz in Kraft tritt, ist noch offen. Bis dahin gilt das aktuelle GEG mit seinen Anforderungen weiter. Für Hausbesitzer, die jetzt eine Heizungsentscheidung treffen müssen, bedeutet das anhaltende Unklarheit.
Wärmepumpen: Einziger Lichtblick im Heizungsmarkt
Inmitten der stagnierenden Modernisierungsrate gibt es einen positiven Ausreißer: Der Absatz von Wärmepumpen ist 2025 deutlich gestiegen. Nach dem Einbruch in den Jahren 2023 und 2024 — verursacht durch GEG-Verunsicherung und gestiegene Zinsen — erholt sich die Nachfrage wieder spürbar. Besonders gefragt sind Luft-Wasser-Systeme für Bestandsgebäude, die auch bei moderaten Vorlauftemperaturen effizient arbeiten.
Die Förderung über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) ist weiterhin aktiv: Haushalte erhalten einen Basisbonus von 30 Prozent auf förderfähige Kosten, mit möglichem Einkommens- und Klimabonus bis zu 70 Prozent. Wer eine besonders alte oder ineffiziente Heizung ersetzt, kann zusätzliche Boni in Anspruch nehmen. Diese Rahmenbedingungen zeigen offensichtlich Wirkung.
Was kommt nach dem GEG?
Das Gebäudemodernisierungsgesetz soll laut aktuellem Zeitplan 2026 beschlossen werden. Neben der Grüngasquote sind Regelungen zur kommunalen Wärmeplanung und zur Sanierungspflicht geplant. Entscheidend für die Wärmewende wird sein, wie hoch die Quote tatsächlich angesetzt wird — und ob grünes Gas in ausreichender Menge zu akzeptablen Preisen verfügbar sein wird.
Energiewirtschaftliche Fachleute rechnen damit, dass grüner Wasserstoff im Hausnetz auf absehbare Zeit zu teuer bleibt, um eine echte Alternative zur Wärmepumpe darzustellen. Die Grüngasquote könnte damit vor allem politische Widerstände abmildern — ohne langfristig den fossilen Anteil im Wärmesektor spürbar zu senken.
Einordnung für Hausbesitzer in NRW
Für Eigenheimbesitzer in Nordrhein-Westfalen gelten die Bundesregelungen direkt. Wer heute modernisieren möchte, sollte sich von der laufenden politischen Debatte nicht lähmen lassen: Die BEG-Förderung läuft, und die Wärmepumpe bleibt für die meisten Bestandsgebäude die technisch ausgereifte und langfristig kostengünstigste Lösung. Eine fundierte Beratung durch einen regionalen Fachbetrieb hilft, die individuelle Situation korrekt einzuschätzen und die passende Förderung zu sichern.
KW Baustoffe GmbH in Drensteinfurt verfolgt die Entwicklungen im Heizungsmarkt und informiert regelmäßig über aktuelle Förderprogramme, technische Neuheiten und Gesetzesänderungen — für Privatkunden, Installateure und Gewerbekunden in NRW.
Hausbesitzer und Installateure aus Drensteinfurt und NRW können sich bei der KW PV Solutions UG zur Wärmepumpen-Förderung und Heizungsmodernisierung beraten lassen.
Quellen: Solarserver · energie-experten.org