Inhaltsverzeichnis

Tags:

Wärmepumpen als Netzpuffer: 50 % Flexibilität aus Haushalten

Wärmepumpen Netzpuffer | KW Baustoffe GmbH

E.ON und Viessmann verknüpfen künftig Wärmepumpen, Wechselrichter, Batteriespeicher und Wallboxen über den E.ON Home Energiemanager zu einem integrierten Heimenergiesystem. Gleichzeitig zeigt eine Analyse der Smart-Meter-Initiative: Vernetzte Haushaltsgeräte könnten bis zu 50 Prozent des künftig benötigten Flexibilitätsbedarfs im deutschen Stromnetz abdecken – wenn der Smart-Meter-Rollout endlich Fahrt aufnimmt.

Viessmann Climate Solutions und die E.ON Deutschland Energie GmbH verbinden ihre Produktwelten für das Heimenergiemanagement. Wärmepumpen, Wechselrichter, Batteriespeicher und Wallboxen sollen künftig über den E.ON Home Energiemanager (HEMS) zentral steuerbar sein. Fachpartner erhalten für die Installation eine Vergütung. Die Kooperation ist auf die gesetzlichen Anforderungen aus § 14a EnWG (Steuerbare Verbrauchseinrichtungen) und § 9 EEG ausgerichtet.

Das Marktsegment für Heimenergiemanagement ist kompetitiv. Verschiedene Anbieter und Energieversorger verfolgen ähnliche Plattformansätze – die Steuerungspflicht aus § 14a EnWG hat das Interesse deutlich erhöht. E.ON bringt die Plattformrolle, Viessmann die Haustechnik. Offen bleibt, ob die angekündigte Fachpartner-Vergütung attraktiv genug ist und ob das System interoperabel mit Geräten anderer Hersteller funktioniert oder ein proprietäres Ökosystem entstehen lässt.

29 Gigawatt bis 2027 – Haushalte als Flexibilitätslieferanten

Die Smart-Meter-Initiative (SMI) – ein Zusammenschluss der Energieanbieter Ostrom, Rabot Energy, Tibber und Octopus Energy – liefert konkrete Zahlen zum Haushaltspotenzial. Das Bundeswirtschaftsministerium plant, ab 2027 bis zu 29 Gigawatt Flexibilitätskapazität technologieoffen auszuschreiben. Die SMI beziffert den möglichen Haushaltsanteil auf 35 bis 50 Prozent – vorausgesetzt, alle betroffenen Haushalte verfügen über ein intelligentes Messsystem und einen dynamischen Stromtarif.

Wärmepumpen spielen dabei eine Schlüsselrolle: Sie können an kalten Winterabenden ein bis zwei Stunden pausieren, ohne dass das Gebäude merklich auskühlt. Auf Netzsignal hin ließe sich so kurzfristig eine Last von fünf bis sieben Gigawatt aus dem System nehmen – erhebliche Entlastung zu Spitzenlastzeiten.

Heimspeicher, E-Autos und Wallboxen: Potenzial mit Bedingungen

Photovoltaik-Heimspeicher könnten realistisch drei bis vier Gigawatt zur Spitzenlastdeckung beitragen, so die SMI. Die Voraussetzung: In Phasen mit viel Windstrom müssen sie gezielt aus dem Netz geladen werden. In winterlichen Dunkelflauten haben PV-Anlagen tagsüber kaum Ertrag – die Speicher sind abends oft leer. Systemdienlicher Betrieb gelingt nur mit dynamischen Tarifen und intelligenter Netzsteuerung.

Elektroautos könnten weitere drei bis fünf Gigawatt beitragen, selbst ohne bidirektionales Laden. Die Gesamtkapazität aller Fahrzeugbatterien in Deutschland liegt bei rund 25 Gigawatt. Zu Spitzenzeiten sind jedoch nur 15 bis 20 Prozent der Fahrzeuge gleichzeitig an einer Wallbox angeschlossen. Bidirektionales Laden (Vehicle-to-Grid) böte theoretisch weitere 10 bis 15 Gigawatt, ist aber mangels kompatibler Fahrzeuge und Infrastruktur derzeit keine praxisrelevante Option.

Smart Meter: Die entscheidende Hürde

Ende 2025 verfügten lediglich 5,5 Prozent aller Messstellen in Deutschland über ein Smart Meter. Bei Pflichteinbaufällen nach § 14a EnWG – vor allem Wärmepumpen und Wallboxen – lag die Quote immerhin bei 23,3 Prozent. Die SMI fordert mehr Pragmatismus beim Rollout, um das technisch vorhandene Flexibilitätspotenzial tatsächlich zu erschließen.

Genau hier liegt die strategische Bedeutung der E.ON-Viessmann-Kooperation: Ein HEMS, das Wärmepumpen, Speicher und Ladepunkte koordiniert, ist die technische Grundlage dafür, dass Haushalte als steuerbare Flexibilitätsressourcen im Stromnetz wirken. § 14a EnWG schafft die rechtliche Pflicht – der Home Energiemanager soll die Umsetzung liefern. Die Zahlen der SMI sind plausibel, setzen aber optimistische Rahmenbedingungen voraus: flächendeckende Smart Meter, dynamische Tarife für alle und funktionierende Steuerungsschnittstellen. Der Weg vom Potenzial zur Wirklichkeit wird noch mehrere Jahre dauern.

KW Baustoffe GmbH aus Drensteinfurt beobachtet diese Marktentwicklung aktiv und stellt Installateuren und Endkunden entsprechende Systemkomponenten für vernetzte Energiekonzepte bereit.

Hausbesitzer und Installateure aus Drensteinfurt und NRW können sich bei der KW PV Solutions UG zu Wärmepumpen und intelligenten Heimenergiemanagement-Systemen beraten lassen.

Quellen: Solarserver · pv-magazine.de

Tags: