Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump bereitet laut einem Reuters-Bericht ein Verbot für Solarwechselrichter aus chinesischer Fertigung vor. Nach Angaben von mit den Plänen vertrauten Personen arbeitet die Federal Communications Commission (FCC) an entsprechenden Beschränkungen, die noch in diesem Jahr veröffentlicht werden könnten.
Cybersicherheit als zentrales Argument
Die geplanten Regeln würden den Einsatz von in China hergestellten Wechselrichtern in US-Energieprojekten untersagen. Betroffen wären sowohl Neuinstallationen als auch bestehende Anlagen, sofern sie an das öffentliche Stromnetz angeschlossen sind. Reuters beruft sich auf anonyme Quellen mit direkter Kenntnis der Vorbereitungen.
Als Begründung nennen die Quellen wachsende Sorgen um die Cybersicherheit. Washington will nach eigenen Angaben das Stromnetz und die Infrastruktur für erneuerbare Energien vor möglichen ausländischen Eingriffen schützen. Wechselrichter gelten als sensible Komponente, weil sie über Fernwartungsfunktionen theoretisch aus der Ferne angesprochen werden können.
Die Restriktionen richten sich Berichten zufolge in erster Linie gegen Komponenten mit Fernzugriffsfunktion, über die Firmware-Updates oder Fehlerdiagnosen aus der Ferne durchgeführt werden. Genau diese Funktion ermöglicht im Ernstfall auch einen externen Eingriff in laufende Anlagen.
China weist Vorwurf zurück
Die chinesische Botschaft in Washington reagierte auf Anfrage von Reuters mit scharfer Kritik. Man lehne „die übermäßige Ausweitung des Begriffs der nationalen Sicherheit und die ungerechtfertigte Unterdrückung chinesischer Unternehmen entschieden ab“, hieß es aus der Botschaft. Peking forderte zudem ein „faires, gerechtes und diskriminierungsfreies Umfeld“ für chinesische Firmen in den USA.
EU zog im April bereits nach
Der US-Vorstoß folgt auf eine ähnliche Regelung, die am 23. April 2026 in Europa in Kraft trat. Die Europäische Kommission wies die Europäische Investitionsbank an, künftig keine Projekte mehr zu finanzieren, die Wechselrichter aus sogenannten Hochrisiko-Ländern verwenden. Das ist in der Praxis relevant, weil rund 20 Prozent des europäischen Photovoltaik-Projektvolumens über die Bank finanziert werden.
Auch dieser Schritt stieß in Peking auf Widerstand. Das chinesische Handelsministerium erklärte, die Einstufung Chinas als Hochrisikoland durch die EU untergrabe das gegenseitige Vertrauen, störe die bilaterale Wirtschafts- und Handelszusammenarbeit und berge das Risiko einer Entkopplung der Lieferketten.
Pentagon listet chinesische Zulieferer
Bereits vor dem aktuellen Bericht hatte das US-Verteidigungsministerium mehrere chinesische Energieunternehmen auf seine Liste sogenannter „chinesischer Militärunternehmen“ gesetzt. Genannt werden die Batteriehersteller CATL und BYD sowie die Solarfirmen JA Solar, Trina Solar, Three Gorges und Huawei. Ab 2027 darf das Pentagon mit keinem der gelisteten Unternehmen mehr Geschäfte machen.
Auswirkungen auf den europäischen Markt
Chinesische Hersteller wie Huawei oder Sungrow zählen in Deutschland zu den meistverkauften Marken bei Wechselrichtern für Wohngebäude. Ein Importstopp oder eine Zulassungsbeschränkung würde den deutschen Markt daher deutlich stärker treffen als eine reine Förderrichtlinie der Investitionsbank. Branchenverbände fordern deshalb Übergangsfristen, sollte es tatsächlich zu einer Regelung kommen.
Deutschland prüft eigenen Vorstoß
Auch die Bundesregierung befasst sich mit dem Thema. In einem ressortübergreifenden Verfahren wird geprüft, ob ein Verbot chinesischer Wechselrichter nach Paragraf 41 des BSI-Gesetzes – dem Gesetz über das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik – möglich und sinnvoll ist. Für deutsche Installateure und Hausbesitzer wäre eine solche Regelung relevant, da chinesische Hersteller einen erheblichen Marktanteil bei Wechselrichtern für private und gewerbliche Anlagen halten. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hatte in der Vergangenheit bereits vor Sicherheitslücken bei vernetzten Energiekomponenten gewarnt, ohne dabei einzelne Hersteller namentlich zu nennen.
Bislang gibt es in Deutschland keine gesetzliche Beschränkung nach Herkunftsland. Die Bundesnetzagentur und der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) setzen stattdessen auf technische Anforderungen und Zertifizierung, etwa bei Fernsteuerbarkeit und Netzanschluss.
Einschätzung von Experten
Fachleute halten die Cybersicherheitsbedenken grundsätzlich für berechtigt, warnen aber davor, Verbote als alleinige Lösung zu betrachten. Auch Geräte anderer Herkunft müssten regelmäßig auf Schwachstellen geprüft werden, heißt es in einer aktuellen Analyse. Entscheidend seien vor allem geprüfte Software-Updates, abgesicherte Kommunikationswege und eine unabhängige Zertifizierung – unabhängig vom Produktionsland. Der Branchendienst pv magazine verweist in eigenen Analysen darauf, dass Zertifizierungsverfahren wie IEC 62443 einen praktikableren Ansatz bieten könnten als pauschale Herkunftsverbote.
Für Kunden von KW Baustoffe GmbH in Drensteinfurt und im Münsterland hat die Debatte bislang keine unmittelbaren Auswirkungen, da die aktuellen Beschränkungen ausschließlich US-amerikanische und europäische Förderstrukturen betreffen. Wer sich für die Sicherheit und Herkunft seiner Anlagenkomponenten interessiert, findet in der Beratung vor Ort Orientierung.
Hausbesitzer und Installateure aus Drensteinfurt und NRW können sich bei der KW PV Solutions UG zur Auswahl sicherer Wechselrichter beraten lassen.
Quellen: pv-magazine.de