Inhaltsverzeichnis

Tags:

Solarmodul-Preise: Vierter Anstieg in Folge und TOPCon-Pool

Solarmodul-Preise | KW Baustoffe GmbH

Zum vierten Mal in Folge sind die Preise für Solarmodule im April 2026 gestiegen – und drei chinesische Hersteller gründen zeitgleich den ersten TOPCon-Patentpool Chinas. Marktkommentator Martin Schachinger beobachtet ein anhaltend knappes Angebot bei weiter wachsender globaler Nachfrage.

Die Preise für Solarmodule sind im April 2026 zum vierten Mal in Folge gestiegen. Marktkommentator Martin Schachinger berichtet vom Solarserver von einer anhaltenden Marktspannung: Trotz einer leichten Verlangsamung des Preisanstiegs übersteigt die Nachfrage weiterhin das verfügbare Angebot. Hauptursache ist eine strukturell eingeschränkte Produktionskapazität bei gleichzeitig robuster globaler Nachfrage.

Hintergrund ist ein zyklisches Problem der Solarbranche. In den Jahren 2022 bis 2024 hatten viele Modulhersteller ihre Kapazitäten angesichts sinkender Preise und enger Margen zurückgefahren oder Investitionen in neue Produktionslinien aufgeschoben. Subventionierter Billigimport hatte die Margen zahlreicher Anbieter unter Druck gesetzt. Nun trifft eine wieder anziehende Nachfrage – getrieben durch staatliche Ausbauprogramme in Europa, Großausschreibungen auf Gewerbedächern und den globalen Boom bei Großprojekten – auf ein noch nicht ausreichend erholtes Produktionsnetz.

Für Installateure und Planungsbüros in Deutschland konkretisiert sich das Problem im Projektalltag: Wer eine Photovoltaikanlage für Privatkunden oder Gewerbebetriebe kalkuliert, muss mit höheren Modulpreisen rechnen als noch zu Jahresbeginn 2026. Fachbetriebe berichten von Situationen, in denen Angebote nachverhandelt werden müssen, weil sich Einkaufspreise zwischen Angebotsstellung und Lieferung verändert haben. Preisgleitklauseln werden in Verträgen zunehmend zur Notwendigkeit.

Aus China kommen derweil strukturelle Neuigkeiten für den globalen Technologiemarkt. Trina Solar, JA Solar und JinkoSolar haben den ersten Patentpool Chinas für TOPCon-Zelltechnologien gegründet. TOPCon – Abkürzung für Tunnel Oxide Passivated Contact – ist derzeit die meistgenutzte Technologie bei hocheffizienten Solarmodulen mit Wirkungsgraden von mehr als 23 Prozent. Der Pool soll Lizenzstreitigkeiten innerhalb der chinesischen Industrie verringern und die kollektive Durchsetzung von Patentrechten gegenüber Drittparteien ermöglichen.

Für den europäischen Markt ist diese Entwicklung ambivalent. Einerseits könnte eine einheitliche Lizenzierung langfristig dazu beitragen, kostspielige Rechtsstreitigkeiten zwischen den Herstellern zu reduzieren. Andererseits drohen Unternehmen außerhalb des Patentpools – darunter potenziell europäische Zellhersteller und kleinere Technologieentwickler – mit Lizenzforderungen konfrontiert zu werden. Welche Konditionen für externe Lizenznehmer gelten und wer Zugang erhält, ist bisher nicht öffentlich kommuniziert worden.

Industriepolitisch betrachtet stärkt der Patentpool die ohnehin dominante Stellung der drei chinesischen Konzerne im TOPCon-Segment. Alle drei Unternehmen zählen zu den weltgrößten Solarmodulproduzenten und decken zusammen einen erheblichen Anteil des globalen Modulmarkts ab. Eine koordinierte Patentpolitik verschafft ihnen einen zusätzlichen Hebel gegenüber Wettbewerbern, die eigene TOPCon-Entwicklungen vorantreiben – und wirft Fragen zur langfristigen Wettbewerbsfähigkeit europäischer Solarhersteller auf.

Ob und wann sich der aktuelle Preisanstieg abschwächt, bleibt offen. Analysten verweisen auf zwei gegenläufige Kräfte: Einerseits laufen einige Hersteller ihre Produktionskapazitäten langsam wieder hoch, was mittelfristig das Angebot entlasten könnte. Andererseits halten staatliche Förderprogramme die Nachfrage konstant hoch – in Deutschland etwa durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), kommunale Solarpflichten und Sonderprogramme für öffentliche Gebäude. Ein schneller Preisrückgang auf das Niveau von 2024 erscheint unter diesen Rahmenbedingungen unwahrscheinlich.

Für den deutschen Installationsmarkt bedeutet das in der Praxis: Wer Projekte plant, sollte aktuelle Modulpreise kontinuierlich im Blick behalten, bei Angeboten realistische Lieferzeiten sowie Preisaufschläge einkalkulieren und – wo möglich – Kontingente frühzeitig sichern. Die EEG-Einspeisevergütung bleibt von den Modulpreisentwicklungen unberührt und sichert die wirtschaftliche Grundlage neuer Photovoltaikprojekte weiterhin ab.

Installateure und Hausbesitzer in Drensteinfurt und der Region NRW sollten Angebote zeitnah festschreiben, um sich gegen weitere Preissteigerungen abzusichern.

Hausbesitzer und Installateure aus Drensteinfurt und NRW können sich bei der KW PV Solutions UG zur Photovoltaik-Planung und aktuellen Solarmodul-Preisen beraten lassen.

Quellen: Solarserver · pv magazine Deutschland

Tags: