Die Nachfrage nach gefördertem Solarstrom bleibt ungebrochen: Bei der jüngsten Photovoltaik-Ausschreibung der Bundesnetzagentur für Freiflächenanlagen und besondere Solaranlagen gingen Gebote für das Doppelte der ausgeschriebenen Menge ein. Parallel dazu wächst das Interesse an Repowering — dem Austausch alter Module gegen leistungsstärkere Modelle.
PV-Ausschreibung mit doppelter Überzeichnung
Die Bundesnetzagentur verzeichnete bei der jüngsten Ausschreibungsrunde für Photovoltaik-Freiflächenanlagen und besondere Solaranlagen eine Überzeichnung um den Faktor zwei. Eingereichte Gebote überstiegen die ausgeschriebene Kapazität damit deutlich — nur ein Teil der Bewerber erhält einen Zuschlag.
Die hohe Nachfrage spiegelt das anhaltend starke Investitionsinteresse im deutschen Solarmarkt wider. Überzeichnete Ausschreibungen drücken in der Tendenz den Zuschlagspreis nach unten, da Bieter mit günstigeren Angeboten bevorzugt werden. Das entlastet den EEG-Fördertopf, kann aber Projektierer unter Renditedruck setzen.
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) regelt die Ausschreibungen der Bundesnetzagentur für Solaranlagen ab einer bestimmten Leistungsgrenze. Freiflächenanlagen und besondere Solaranlagen — etwa Agri-PV oder schwimmende Systeme — werden in getrennten Segmenten vergeben. Zuschlagsempfänger erhalten für 20 Jahre eine feste Einspeisevergütung.
Repowering: Wann lohnt sich der Modul-Tausch?
Neben Neuinstallationen rückt die Modernisierung bestehender Anlagen stärker in den Blickpunkt. Beim Repowering werden alte Solarmodule gegen leistungsstärkere Typen getauscht, um den Jahresertrag zu steigern. Das klassische Szenario betrifft Anlagen, die nach 20 Jahren aus der EEG-Vergütung fallen und dann auf eigene Wirtschaftlichkeit angewiesen sind.
Angesichts stark gesunkener Preise für Solarmodule stellen sich aber auch Betreiber jüngerer Anlagen die Frage, ob ein frühzeitiger Austausch sinnvoll sein kann. Moderne Module liefern auf gleicher Dachfläche deutlich mehr Leistung als Modelle der frühen 2010er Jahre — wer damals mit 250-Watt-Typen startete, kann heute auf 400- bis 500-Watt-Modelle umsteigen.
Faktoren, die die Repowering-Entscheidung bestimmen
Ob sich ein Modul-Tausch während der laufenden EEG-Vergütungszeit rechnet, hängt von mehreren Parametern ab. Eine pauschale Empfehlung gibt es nicht.
Wechselrichterkapazität: Höhere Modulleistung erfordert oft einen leistungsstärkeren Wechselrichter. Wer diesen nicht ersetzt, schöpft das volle Potenzial der neuen Module nicht aus.
EEG-Vergütungsstatus: Eine deutliche Leistungssteigerung kann in bestimmten Konstellationen als Neuanlage gewertet werden. Das würde die bisherige Vergütungsvereinbarung berühren — eine Prüfung durch einen Energierechtsexperten ist daher ratsam.
Netzanschluss: Bestehende Anschlusspunkte haben festgelegte Kapazitätsgrenzen. Wer die Anlagenleistung erhöht, muss das vorab mit dem zuständigen Netzbetreiber abstimmen.
Amortisationszeitraum: Die Kosten eines Modul-Tauschs liegen je nach Anlagengröße im vier- bis fünfstelligen Bereich. Der Mehrertrag muss die Investition in einem vertretbaren Zeitraum zurückspielen — typischerweise innerhalb von fünf bis zehn Jahren.
Speicher nachrüsten: Wer beim Repowering gleichzeitig einen Energiespeicher integriert, erhöht den Eigenverbrauchsanteil spürbar. Mehrere Bundesländer fördern diese Kombination über Landesprogramme, was die Gesamtrechnung verbessern kann.
Niedrige Modulpreise begünstigen Neuanlagen und Modernisierungen
Der globale Preisverfall bei Solarmodulen hat die Stromgestehungskosten in den vergangenen Jahren deutlich gesenkt. Das erklärt die anhaltend hohe Nachfrage in Ausschreibungsverfahren wie dem jüngsten der Bundesnetzagentur. Für Hausbesitzer mit älteren Anlagen bedeutet das günstigere Rahmenbedingungen für ein Repowering als noch vor einigen Jahren — eine individuelle Wirtschaftlichkeitsanalyse bleibt dennoch unverzichtbar. KW Baustoffe GmbH begleitet Installateure und Gewerbetreibende in NRW bei der Produktauswahl rund um Solarenergie und Energietechnik.
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Quellen: Solarserver · energie-experten.org