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KI-Solarmodul Pulson: Sungrow startet smarte PV-Module

KI-Solarmodul | KW Baustoffe GmbH

Sungrow Renewables hat am 1. Juni 2026 in Shanghai sein erstes eigenes Solarmodul vorgestellt: Das „Pulson“ soll klassische Solarmodule durch aktive, KI-gesteuerte Einheiten ersetzen und Photovoltaik-Anlagen bei Diagnose, Sicherheit und Effizienz grundlegend neu aufstellen.

Sungrow Renewables, der auf Projektentwicklung spezialisierte Geschäftsbereich des chinesischen Wechselrichter– und Speicherherstellers Sungrow, hat am 1. Juni 2026 auf seiner Technologiekonferenz in Shanghai sein erstes eigenes Solarmodul vorgestellt. Das unter dem Namen „Pulson“ eingeführte Produkt soll Photovoltaik-Anlagen grundlegend verändern: Statt passiver Energieerzeuger sollen einzelne Module künftig als aktive, selbstverwaltende Einheiten im Kraftwerk agieren.

Fünf Selbstfunktionen im Überblick

Kern des Pulson-Konzepts ist eine sogenannte 5S-Architektur mit fünf integrierten Selbstfunktionen: Selbstdiagnose, Selbst-Schnellabschaltung (Self-RSD), Selbstreinigung, Selbstkühlung und Selbstprotokollierung. Die einzelnen Funktionen werden durch integrierte Leistungselektronik, Spezialmaterialien und KI-Algorithmen auf Modulebene realisiert. Sungrow Renewables versteht das Modul als aktives Terminal innerhalb eines Solarparks – nicht mehr als passives Bauelement.

KI-gestützte Fehlerdiagnose auf Modulebene

Bei der Selbstdiagnose erfasst eine Modulsteuereinheit mit eingebetteten Chips kontinuierlich Spannung, Stromstärke, Temperatur und weitere Betriebsdaten. KI-Algorithmen werten diese Messwerte in Echtzeit aus und identifizieren Fehler auf Ebene des einzelnen Moduls. Betreiber großer Photovoltaik-Anlagen sollen damit ein echtes Modulmonitoring erhalten – statt der bislang üblichen Strang- oder Anlagenüberwachung. Fehler lassen sich so früher lokalisieren und gezielter beheben.

Schnellabschaltung: 25 Sekunden bis zum sicheren Spannungsniveau

Die integrierte Rapid-Shutdown-Funktion (RSD) arbeitet auf zwei Ebenen. Fehlerhafte Module lassen sich innerhalb eines Stranges isolieren, ohne den Betrieb der übrigen Module zu unterbrechen. Im Notfall – etwa bei Feuerwehreinsätzen oder Wartungsarbeiten – reduziert das System die Gleichspannung der gesamten Anlage binnen 25 Sekunden auf einen menschensicheren Wert. Für den deutschen Markt ist das relevant: Die VDE-AR-N 4105 (Technische Anschlussbedingungen Niederspannung) sowie verschärfte Anforderungen der Feuerwehrverbände verlangen bei gewerblichen und industriellen Anlagen verlässliche Schnellabschaltsysteme.

Selbstreinigung und Kühlung: 6 Prozent Mehrertrag

Zwei weitere Funktionen zielen auf den Ertrag: Eine nano-hydrophile Oberflächenbehandlung soll Staubansammlungen auf dem Modulkörper reduzieren, die proprietäre „Silver Ant“-Kühltechnologie den Temperaturanstieg unter Last begrenzen. Sungrow Renewables gibt an, die Kombination beider Technologien steigere die Energieerzeugung um rund 6 Prozent. Unabhängige Langzeitmessungen unter mitteleuropäischen Klimabedingungen liegen nicht vor; die Angabe basiert auf unternehmenseigenen Tests und ist mit Vorbehalt zu bewerten.

Digitaler Produktpass als EU-Perspektive

Jedes Pulson-Modul erhält laut Hersteller einen digitalen Produktpass – intern „Electronic Passport“ genannt – mit Carbon-Footprint-Daten, Betriebslogs, Gesundheitsstatus und Lebensdauerinformationen. Das Konzept greift die geplante EU-Verordnung zum Digitalen Produktpass auf, die ab 2027 schrittweise für mehrere Produktkategorien verbindlich werden soll. Für Anlagenbetreiber, Gutachter und Versicherer könnte eine standardisierte Modulhistorie Wartungsplanung und Restwertbewertung langfristig vereinfachen.

TÜV SÜD-Zertifizierung und Smart-Modul-Klassifizierung

TÜV SÜD hat dem Pulson auf der Konferenz in Shanghai ein Zertifikat ausgestellt. Sungrow Renewables bezeichnet es als erstes seiner Art für ein hocheffizientes Smart-PV-Modul. Das Produkt soll zugleich das erste sein, das den L2-Level „Active Safety Intelligence“ in einem neu vorgestellten Klassifizierungsrahmen für smarte Module erreicht. Das Framework unterscheidet vier Stufen: von L1 (Sensorik und Optimierung) bis L4 (autonome Entscheidungsfindung). L2 steht demnach für aktive Sicherheitsintelligenz mit modulintegrierter Reaktionsfähigkeit.

Einordnung: Technik im Frühstadium, Markteinführung offen

Sungrow Renewables will das Pulson-Modul zunächst ausschließlich in eigenen Projekten einsetzen. Eine breite Markteinführung ist nicht angekündigt; konkrete technische Eckdaten wie Wirkungsgrade, Leistungsklassen und Preise blieb das Unternehmen schuldig. Im Wettbewerb um modulintegrierte Überwachungs- und Schnellabschaltlösungen konkurriert Sungrow mit Anbietern wie Enphase und SolarEdge, die entsprechende Technologien bereits in ausgereiften Produktgenerationen anbieten. Ob das 5S-Konzept die Anforderungen des deutschen Markts – strenge Normkonformität, hohe Garantie- und Rückverfolgbarkeitsstandards – erfüllen kann, bleibt vorerst offen.

Für Installateure in NRW gewinnt das Thema modulintegrierter Sicherheitsfunktionen vor allem bei Gewerbe- und Industrieprojekten an Bedeutung, wo Brandschutzauflagen und Monitoring-Anforderungen stetig zunehmen. KW Baustoffe GmbH in Drensteinfurt verfolgt die Entwicklung intelligenter Modultechnologien im Rahmen seines wachsenden PV-Sortiments.

Hausbesitzer und Installateure aus Drensteinfurt und NRW können sich bei der KW PV Solutions UG zur Photovoltaik-Planung und smarten Modultechnologie beraten lassen.

Quellen: pv-magazine.com

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