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Mieterstrom und Wärmepumpen für Solinger Genossenschaft

Mieterstrom | KW Baustoffe GmbH

Solarstrom verlässt das Eigenheimdach: In Solingen baut der Kölner Anbieter Einhundert Energie PV-Anlagen für eine Baugenossenschaft, deren Mieter den Strom beziehen und mit dem auch Wärmepumpen laufen sollen. Parallel liefert das europäische Pilotprojekt SolarMoves Zahlen dazu, wie viel Energie Solarzellen auf Fahrzeugen decken könnten.

Contracting: Einhundert Energie übernimmt Bau und Betrieb

Bei der Modernisierung von Bestandsgebäuden in Solingen setzt eine Baugenossenschaft auf Solarstrom vom eigenen Dach. Wie Solarserver Anfang November 2026 berichtete, errichtet der Kölner Anbieter Einhundert Energie dafür PV-Anlagen auf Satteldächern der Wohnhäuser. Der erzeugte Strom soll als Mieterstrom an die Bewohner gehen und zusätzlich Wärmepumpen versorgen. Die Genossenschaft realisiert das Vorhaben nicht auf eigene Rechnung, sondern über Contracting.

Beim Contracting übernimmt ein Dienstleister Planung, Bau und Betrieb der Anlagen und verkauft die Energie anschließend an den Eigentümer oder die Nutzer. Für Wohnungsunternehmen hat das einen praktischen Vorteil: Sie müssen die Investition nicht aus eigener Kasse stemmen und brauchen kein eigenes Betriebswissen. Im Gegenzug binden sie sich vertraglich an den Anbieter. Wie lang die Laufzeit in Solingen ist und welche Preise gelten, geht aus der Meldung nicht hervor. Auch die Leistung der Anlagen und die Zahl der versorgten Wohnungen nennt die Quelle nicht.

Mieterstrom: Vom Dach direkt in die Wohnung

Mieterstrom bezeichnet Solarstrom, der auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses entsteht und ohne Umweg über das öffentliche Netz an die Mieter geliefert wird. Der Gesetzgeber hat dafür im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) einen eigenen Rahmen geschaffen. In der Praxis blieb der Aufwand für Vermieter und Genossenschaften hoch: Messkonzept, Abrechnung und Lieferverträge mit jedem einzelnen Haushalt wollen organisiert sein. Genau diese Arbeit nehmen Contracting-Anbieter den Wohnungsunternehmen ab.

Die Kombination mit Wärmepumpen liegt nahe. Wer Heizwärme elektrisch erzeugt, hat einen höheren Strombedarf im Haus, den eine Dachanlage zumindest teilweise decken kann. Ob die Solinger Geräte zentral je Gebäude oder je Wohnung arbeiten, lässt die Quelle offen. Zur Einordnung gehört auch: Ein großer Teil des Wärmebedarfs fällt im Winter an, wenn Satteldächer nur wenig Solarertrag liefern. Der Netzbezug bleibt deshalb fester Bestandteil solcher Konzepte.

Solarzellen auf dem Auto: Was SolarMoves nahelegt

Weniger alltagsnah, aber technisch interessant ist eine zweite Meldung. Fahrzeugintegrierte Photovoltaik (Vehicle Integrated Photovoltaics, VIPV) galt lange als Randthema. Nach den Pleiten der Start-ups Sono Motors mit dem „Sion“ und des niederländischen Autobauers Lightyear mit dem „Lightyear 0“ wurde es still um die Technik. Nun liefert das europäische Pilotprojekt SolarMoves neue Argumente. Laut Energie-Experten könnten Elektrofahrzeuge mit Solarmodulen auf dem Dach rund die Hälfte ihres jährlichen Energiebedarfs mit Solarstrom decken. Besonders profitieren demnach Lkw, sogar Diesel-Lkw.

Dass ausgerechnet Lastwagen als Gewinner genannt werden, überrascht nicht: Große Aufbauten bieten viel Fläche für Module. Die Zahl stammt allerdings aus einem Pilotprojekt, nicht aus dem Serienbetrieb. Ob sich der Mehraufwand für Zellen, Verkabelung und Wartung rechnet, belegt die Meldung nicht. Die beiden Insolvenzen zeigen zudem, dass der Markt für Solarautos bislang schwierig war. Optimistische Prognosen sollten Käufer und Flottenbetreiber daher nüchtern prüfen.

Für Hausbesitzer in Deutschland spielt die Technik im Alltag bislang keine Rolle. Wer ein Elektroauto zu Hause lädt, nutzt weiterhin den Strom der Dachanlage am Gebäude, nicht den der Karosserie.

Einordnung für Hausbesitzer und Installateure im Münsterland

Für die Region zeigt der Solinger Fall, wie sich Solarstrom und Wärmewende im Mietwohnungsbestand verbinden lassen. Auch im Münsterland gibt es Siedlungen von Wohnungsunternehmen und Vermietern mit Satteldächern, die sich für Solaranlagen eignen. Eigentümer kleinerer Mehrfamilienhäuser können ähnliche Überlegungen anstellen. Einen Contracting-Partner brauchen sie nicht zwingend, auch der Eigenbetrieb ist denkbar. Entscheidend sind Dachzustand, Statik, Zählerkonzept und die Frage, wie viel Strom die Mieter tatsächlich abnehmen.

Wer E-Mobilität im Haus mitdenkt, sollte Ladepunkte schon bei der Planung des Zählerschranks berücksichtigen. Das spart späteres Nachrüsten. Installateure sollten außerdem beachten, dass Mieterstrom-Modelle zusätzliche Messtechnik und Abrechnung erfordern. Eine seriöse Beispielrechnung für ein Gebäude in Drensteinfurt oder Umgebung lässt sich auf Basis der vorliegenden Meldungen nicht aufstellen, weil Anlagengröße und Preise fehlen. Wer ein konkretes Objekt prüfen will, sollte zuerst Dachfläche, Verbrauch der Mieter und Heizungsbestand erfassen und erst danach über das Betreibermodell entscheiden.

Hausbesitzer und Installateure aus Drensteinfurt und dem Münsterland können sich bei der KW PV Solutions UG zu Mieterstrom-Konzepten beraten lassen.

Quellen: Solarserver · energie-experten.org

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