Stand April 2026 gefährdet ein geleakter Entwurf aus dem Bundeswirtschaftsministerium die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik-Mieterstrom: Ein aktuelles Gutachten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) belegt, dass der Wegfall der EEG-Einspeisevergütung besonders kleine und mittlere Mieterstromprojekte in die Verlustzone treiben würde. Auftraggeber der Studie ist die Energiegenossenschaft Green Planet Energy.
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat im Auftrag von Green Planet Energy eine Modellrechnung zur Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik-Mieterstrom vorgelegt. Das Ergebnis, veröffentlicht im April 2026, ist eindeutig: Ohne die gesetzlich geregelte Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verlieren vor allem kleinere Projekte ihre wirtschaftliche Grundlage.
Konkret hat das IW drei Projektgrößen verglichen. Kleine Mieterstromanlagen auf Gebäuden mit acht Wohneinheiten erzielen unter aktuellen Bedingungen eine Rendite von rund 1,1 Prozent. Mittlere Projekte mit 30 Einheiten kommen auf 2,8 Prozent, große Anlagen mit 150 Wohneinheiten auf 6,0 Prozent. Fiele die Einspeisevergütung ersatzlos weg, würden sich diese Werte drastisch verändern: Große Projekte kämen noch auf 3,1 Prozent Rendite, mittlere sänken auf 0,1 Prozent, und kleine Vorhaben rutschten mit minus 2,5 Prozent klar in den Verlustbereich.
Studienautor Ralph Henger vom IW betont, dass die Einspeisevergütung für viele Mieterstromprojekte ein zentraler wirtschaftlicher Baustein sei. Alternative Erlösquellen wie die Direktvermarktung an der Strombörse könnten den Wegfall der Förderung nur in begrenztem Umfang ausgleichen. Ein weiterer kritischer Faktor sei die Beteiligungsquote der Mieter: Da Haushalte nicht verpflichtet sind, den Mieterstrom abzunehmen, sei diese Quote — besonders in Bestandsgebäuden — kaum steuerbar.
Die gesellschaftliche Dimension ist erheblich. Laut Green Planet Energy lebt fast jeder zweite Mensch in Deutschland zur Miete. Von den rund drei Millionen Mehrfamilienhäusern im Land ist bislang nur ein kleiner Bruchteil mit einer Photovoltaikanlage für Mieterstrom ausgestattet, obwohl technisch gesehen rund 20 Millionen Wohnungen entsprechend versorgt werden könnten.
Sönke Tangermann, Vorstand von Green Planet Energy, warnt davor, dass Millionen Mieterinnen und Mieter faktisch von der Energiewende ausgeschlossen würden, sollte die Förderung für kleine Dachanlagen gestrichen werden. Er fordert entweder den Erhalt der Einspeisevergütung für kleine Photovoltaikanlagen oder deren Ersatz durch einen erhöhten und praxistauglichen Mieterstromzuschlag. Langfristig, so Tangermann, könne Mieterstrom auch ohne staatliche Förderung wirtschaftlich betrieben werden — vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen werden entsprechend weiterentwickelt.
Für Unternehmen und Eigentümer, die Mieterstromprojekte planen oder betreiben, bedeutet die aktuelle politische Unsicherheit erhöhten Planungsaufwand. Die endgültige Entscheidung des Bundeswirtschaftsministeriums bleibt abzuwarten.
Quelle: pv magazine (https://www.pv-magazine.de/2026/04/13/green-planet-energy-photovoltaik-mieterstrom-ohne-einspeiseverguetung-meist-unwirtschaftlich/)
Wer Fragen zur Wirtschaftlichkeit von Photovoltaikanlagen hat, kann sich an das Team von KW PV Solutions UG in Drensteinfurt wenden.