Das Heim-Energiemanagementsystem (HEMS) des Hamburger Energieversorgers LichtBlick lässt sich ab sofort mit Viessmann-Haustechnik verbinden: Wärmepumpe, Photovoltaik-Anlage, Batteriespeicher und Wallbox werden über einen einzigen dynamischen Stromliefervertrag koordiniert.
Systemverbund für alle Haustechnik-Komponenten
Wer Viessmann-Hardware nutzt, kann seine Wärmepumpe künftig direkt mit dem Heim-Energiemanagementsystem (HEMS) von LichtBlick verbinden. Das Hamburger Energieunternehmen steuert alle angeschlossenen Komponenten – Photovoltaik-Anlage, Batteriespeicher und Wallbox – über einen einzigen dynamischen Stromliefervertrag. Die Partnerschaft ermöglicht es, den Energiefluss im Haus vollständig zu automatisieren.
So funktioniert die Steuerung
Das LichtBlick-HEMS greift auf stündlich aktualisierte Börsenstrompreise der EPEX Spot zurück. Sind die Preise niedrig, lädt der Batteriespeicher automatisch aus dem Netz oder lässt die Wärmepumpe das Warmwasser auf Vorrat erwärmen. Überschussstrom aus der Photovoltaik-Anlage fließt bevorzugt in den Eigenverbrauch – also in Wallbox, Speicher oder Wärmepumpe. Übersteigen die Preise einen Schwellenwert, reduziert das System den Netzbezug oder speist ein.
Nutzer können Prioritäten und Mindestladestände selbst konfigurieren. Das System trifft dann eigenständig Entscheidungen im Rahmen dieser Vorgaben. LichtBlick gibt an, dass Haushalte mit PV-Anlage, Wärmepumpe und dynamischem Tarif ihre Netzstromkosten spürbar senken können. Konkrete Einsparzahlen hat das Unternehmen bislang nicht veröffentlicht.
Gesetzlicher Rahmen: EnWG verpflichtet zu Dynamiktarifen
Dynamische Stromtarife sind seit der Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) zum 1. Januar 2024 für Versorger mit mehr als 100.000 Kunden Pflicht. Voraussetzung ist ein intelligentes Messsystem (iMSys) – ein zertifizierter Smart Meter. Haushalte ohne diesen Zähler müssen zunächst auf den Pflichteinbau durch ihren Netzbetreiber warten, der je nach Region noch mehrere Monate dauern kann. Der Smart-Meter-Rollout in Deutschland kommt langsamer voran als geplant: Weniger als zehn Prozent der Haushalte sind derzeit mit einem iMSys ausgestattet, was das Potenzial dieser HEMS-Integration kurzfristig begrenzt.
Einordnung: Geschlossenes Ökosystem mit Einschränkungen
Die Integration setzt voraus, dass alle steuerbaren Komponenten von Viessmann stammen. Wer einen Wechselrichter von Fronius, Sungrow oder Kostal verbaut hat oder Speicher eines anderen Herstellers betreibt, kann das LichtBlick-HEMS bislang nicht vollständig nutzen. Andere Energiemanagement-Plattformen bieten breitere Herstellerkompatibilität, allerdings teils mit höherem Konfigurationsaufwand. Viessmann und LichtBlick setzen bewusst auf ein geschlossenes Ökosystem: weniger Schnittstellenprobleme, dafür eingeschränkte Flexibilität. Für Neubau-Projekte, bei denen alle Haustechnik von einem Anbieter stammt, ist das praktisch. Für Bestandsanlagen mit gemischten Herstellern greift die Lösung vorerst nicht.
Gewerbeseite: Trina Solar zeigt Großspeicher Elementa 2 Pro
Auf der Intersolar Europe 2026 präsentierte Trina Solar seinen überarbeiteten Großspeicher Elementa 2 Pro sowie ein neues Honey-Solarmodul mit höherer Leistungsdichte. Das Speichersystem richtet sich an Gewerbe- und Industriekunden mit hohem Eigenverbrauchsbedarf. Technische Details zu Kapazität, Systemspannung und Preisen lagen zum Redaktionsschluss noch nicht vor. Trina Solar ist einer der weltweit größten Modulhersteller und baut sein Portfolio im Gewerbespeicher-Segment weiter aus. Im europäischen Markt für netzgekoppelte Gewerbespeicher wächst der Wettbewerb: Mehrere asiatische Hersteller drängen mit großen Kapazitätseinheiten in das Segment. Für Gewerbekunden in Deutschland sind neben dem Preis vor allem Zertifizierungen nach VDE und IEC sowie Wartungsverträge ausschlaggebend.
Relevanz für Installateure und Hausbesitzer in NRW
Beide Meldungen zeigen, wohin sich der Energiemarkt bewegt: Einzelkomponenten reichen zunehmend nicht mehr aus – gefragt sind integrierte Systeme, die automatisch auf Tarifanreize und Eigenproduktion reagieren. Bei Neuinstallationen empfiehlt sich, Systemkompatibilität und HEMS-Anforderungen bereits in der Planungsphase zu prüfen. KW Baustoffe GmbH in Drensteinfurt führt Komponenten für Photovoltaik, Wärmepumpen, Speicher und Ladeinfrastruktur aus dem Fachhandel.
Hausbesitzer und Installateure aus Drensteinfurt und NRW können sich bei der KW PV Solutions UG zu Energiemanagementsystemen und optimierter PV-Integration beraten lassen.
Quellen: Solarserver · photovoltaik.eu