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JinkoSolar: Leichtes Solarmodul wiegt nur 7 kg/m²

A solar panel installation in a coastal area image by SkySail Innovation (Symbolbild: leichtes Solarmodul)

JinkoSolar hat mit dem „Light Diamond“ ein ultraleichtes TOPCon-Solarmodul für Dächer mit begrenzter Tragfähigkeit auf den Markt gebracht. Das Modul wiegt lediglich 7 Kilogramm pro Quadratmeter, erreicht 560 Watt Leistung bei einem Wirkungsgrad von 24,94 Prozent und soll damit Bestandsgebäuden den Weg zur Photovoltaik-Nutzung öffnen, die bislang aus statischen Gründen ausgeschlossen waren.

A solar panel installation in a coastal area image by SkySail Innovation (Symbolbild: leichtes Solarmodul)
Foto: Skysailinnovation / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Gewichtsklasse: Das steckt hinter dem Light Diamond

Das „Light Diamond“ basiert auf der „Tiger Neo 3.0″-Technologieplattform von JinkoSolar und kombiniert TOPCon-Zelltechnologie mit einem besonders leichten Modulaufbau. Die Abmessungen betragen 1.980 × 1.134 × 30 Millimeter, das Gesamtgewicht liegt bei 16,2 Kilogramm. Für ein Megawatt-Projekt summiert sich das auf 28,6 Tonnen – rund 20 Tonnen weniger als bei vergleichbaren BC-Doppelglasmodulen. Das entspricht einer Gewichtsreduktion von über 40 Prozent gegenüber herkömmlichen Glas-Glas-Solarmodulen.

Statische Freigaben für mehr Bestandsgebäude

Viele Gewerbegebäude, Leichtbauhallen und Altbauten in Deutschland scheitern an statischen Gutachten, wenn eine Photovoltaik-Anlage geplant wird. Strukturelle Verstärkungen sind kostspielig und können die Wirtschaftlichkeit eines Projekts kippen. Das Light Diamond soll diesen Engpass verkleinern: Dächer, die bislang verstärkt werden mussten oder für die Installation ungeeignet waren, könnten laut JinkoSolar ohne bauliche Veränderungen direkt bestückt werden. Allein das Wegfallen aufwendiger Statikgutachten kann Projektzeiträume und -kosten spürbar reduzieren.

Technische Eckdaten im Detail

Der Wirkungsgrad des Light Diamond liegt bei 24,94 Prozent – ein Spitzenwert, der zeigt, dass das Leichtgewicht keine Kompromisse beim Ertrag eingeht. Der Temperaturkoeffizient beträgt −0,26 Prozent pro Grad Celsius, was das Modul auch bei sommerlicher Hitze vergleichsweise effizient hält. Verbaut wird 1,6 Millimeter starkes Leichtglas in Kombination mit einem Rahmen, dessen Kanalprofil verstärkt und mit erhöhter Wandstärke ausgeführt wurde. Diese Konstruktion soll Stabilität und Gewichtsminimierung in Balance bringen.

Belastbarkeit: Schnee, Wind und Hagel

Die Frontseitenbelastbarkeit ist mit 3.600 Pascal zertifiziert, was einer Schneelast von 3,6 Metern entspricht. Rückseitig hält das Modul 2.400 Pascal stand – äquivalent zu Windstärke 12. Hagelkörner mit bis zu 25 Millimetern Durchmesser sollen laut Hersteller keine Beschädigungen hinterlassen. Diese Werte liegen im marktüblichen Bereich für Premiummodule und sind für den Einsatz in norddeutschen Küstenlagen und schneelastintensiven Regionen Mitteleuropas grundsätzlich ausreichend.

Garantiebedingungen

JinkoSolar gewährt auf das Light Diamond eine 15-jährige Produktgarantie sowie eine 30-jährige Leistungsgarantie. Der Leistungsabfall im ersten Betriebsjahr liegt nach Herstellerangaben unter einem Prozent; danach ist der jährliche Rückgang auf 0,35 Prozent begrenzt. Diese Degradationsrate entspricht dem Standard moderner TOPCon-Module und liegt unter den Werten älterer PERC-Technologie. Vollständige technische Datenblätter und konkrete Verfügbarkeitsinformationen für den europäischen Markt hat JinkoSolar noch nicht veröffentlicht.

Einordnung: Leichtmodule als wachsendes Marktsegment

Das Light Diamond ist nicht das erste Leichtmodul auf dem Markt, verbindet aber TOPCon-Effizienz und zertifizierte Belastbarkeit in einer Gewichtsklasse, die bisher selten war. Bisherige Ansätze für traglastschwache Dächer setzten häufig auf Folienmodule oder kleinformatige Lösungen mit deutlichen Abstrichen beim Wirkungsgrad. Dass nun ein Großproduzent wie JinkoSolar in dieses Segment einsteigt, könnte den Preisdruck erhöhen und die Verfügbarkeit in Europa mittelfristig verbessern. Ob und zu welchen Konditionen das Modul in Deutschland erhältlich sein wird, ließ das Unternehmen offen.

Trinasolar: Großspeicher und neues Modul angekündigt

Ebenfalls in dieser Woche präsentierte Trinasolar zwei Produktneuheiten: den Großspeicher „Elementa 2 Pro“ sowie ein überarbeitetes Modell aus der „Honey“-Solarmodulserie. Beim „Elementa 2 Pro“ handelt es sich um einen Energiespeicher für den Gewerbe- und Utility-Bereich; genaue Angaben zu Kapazität, Leistung und Systemintegration stehen noch aus. Trinasolar gehört zu den weltweit größten Modulproduzenten und ist in Deutschland über den Fachhandel vertreten. Details zur Markteinführung des Elementa 2 Pro für Europa wurden noch nicht kommuniziert.

Deutsche Marktrelevanz: Statik, Wirtschaftlichkeit und Perspektive

Für deutsche Installateure und Planer sind Leichtmodule besonders interessant, da statische Gutachten ein häufiger Kostentreiber bei Gewerbe-PV-Projekten sind. Der wirtschaftliche Druck zur Nutzung aller verfügbaren Dachflächen wächst, seit Eigenverbrauchsoptimierung gegenüber Netzeinspeisung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) an Bedeutung gewonnen hat. Wenn Leichtmodule mit hoher Effizienz zu wettbewerbsfähigen Preisen verfügbar werden, könnten sie insbesondere im Gewerbesegment und bei sanierten Bestandsdächern Marktanteile gewinnen. Konkrete Importpreise und Liefertermine für Deutschland nannte JinkoSolar bisher nicht.

KW Baustoffe GmbH in Drensteinfurt begleitet Installateure und Planer aus NRW bei der Komponentenauswahl für anspruchsvolle Dachprojekte und verfolgt Entwicklungen bei Leichtbaumodulen und gewerblichen Speicherlösungen für das eigene Sortiment.

Hausbesitzer und Installateure aus Drensteinfurt und NRW können sich bei der KW PV Solutions UG zur Photovoltaik-Planung auf traglastschwachen Dächern beraten lassen.

Quellen: pv-magazine.de · photovoltaik.eu

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