Der chinesische Solarmodulhersteller JA Solar hat gemeinsam mit dem Ausrüstungslieferer Gold Stone Energy einen neuen Effizienzrekord für Silizium-Solarzellen erzielt. Eine hybride Rückseitenkontakt-Zelle (HBC) erreichte 28,2 Prozent Umwandlungseffizienz – unabhängig zertifiziert vom TÜV Rheinland.
JA Solar und Gold Stone Energy melden einen neuen Wirkungsgrad-Rekord für Solarmodule: Die gemeinsam entwickelte Hybrid-Rückseitenkontakt-Zelle (HBC) erreichte 28,2 Prozent Umwandlungseffizienz. TÜV Rheinland hat das Ergebnis unabhängig zertifiziert – damit übertrifft die Zelle den bisherigen Bestwert von 28,13 Prozent, den LONGi erst im April 2026 mit seiner HIBC-Technologie aufgestellt hatte.
Was HBC-Technologie auszeichnet
HBC steht für Hybrid Back-Contact und verbindet zwei Ansätze der Hocheffizienz-Zellfertigung: die Rückseitenkontakt-Elektrode aus der IBC-Technologie mit den Passivierungsschichten aus TOPCon-Zellen. Der entscheidende Vorteil liegt in der metallfreien Vorderseite – ohne Leiterbahnen auf der Lichteintrittsfläche entfallen optische Abschattungsverluste nahezu vollständig. Der Rückseitenkontakt verbessert gleichzeitig die Stromsammlung und erhöht so den Gesamtwirkungsgrad der Zelle.
Für die Hersteller besonders relevant: HBC-Zellen lassen sich auf bestehenden TOPCon-Produktionslinien durch Nachrüstung fertigen, ohne neue Anlagen aufzubauen. JA Solar und Gold Stone Energy hatten dazu bereits ein 4-GW-Umrüstprojekt vereinbart. Eine Lizenzvereinbarung, die über die Hongkonger Börse bekannt gegeben wurde, regelt die Patentnutzung in einem Gemeinschaftsunternehmen zwischen Yiwu JA Solar und Gold Stone Energy.
Rennen um den Effizienz-Weltrekord
Die Ankündigung folgt auf eine dichte Serie von Effizienzrekorden chinesischer Hersteller. Ende April 2026 hatte Trina Solar für seine THBC-Zelle – eine TOPCon-kompatible Hybridvariante – einen Wirkungsgrad von 28,0 Prozent ausgewiesen, zertifiziert vom Institut für Solarenergieforschung Hamelin (ISFH). Nur wenige Tage zuvor hatte LONGi mit 28,13 Prozent die Messlatte angehoben. Mit 28,2 Prozent übernimmt JA Solar nun die Führung.
Die Abfolge der Rekordmeldungen zeigt, wie intensiv der Wettbewerb um Rückseitenkontakt-Architekturen geworden ist. Mit dem Massenmarkterfolg von TOPCon sind Kostenoptimierungen für Standardtechnologien weitgehend ausgeschöpft. Höhere Wirkungsgrade sind nun der zentrale Differenzierungsfaktor – mehr Leistung pro Quadratmeter Modulfläche und niedrigere Systemkosten pro Kilowatt-Peak.
Bemerkenswert ist das Tempo dieser Entwicklung. Noch 2023 galten TOPCon-Zellen mit rund 24 bis 25 Prozent Wirkungsgrad als Spitzenklasse im Serienmarkt. Die aktuellen Laborwerte von 28,2 Prozent deuten darauf hin, dass kommerzielle Produkte mittelfristig Wirkungsgrade von 25 bis 26 Prozent erreichen könnten – ein substanzieller Sprung für die Anlagenplanung.
Bedeutung für Solaranlagen in Deutschland
Für Photovoltaik-Anlagen in Deutschland ist Flächeneffizienz ein zentrales Planungskriterium. Hausdächer bieten je nach Lage, Ausrichtung und Verschattung typischerweise 30 bis 60 Quadratmeter nutzbare Fläche. Höhere Wirkungsgrade bedeuten mehr Jahresstromerzeugung bei gleicher Fläche – und damit kürzere Amortisationszeiten in der Wirtschaftlichkeitsrechnung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).
HBC-Serienmodule auf Basis der neuen Zellgeneration sind noch nicht im Handel erhältlich. Angesichts der TOPCon-Retrofit-Strategie rechnen Marktbeobachter mit ersten kommerziellen Produkten innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre. Für die Förderplanung nach der KfW-Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) sind hocheffiziente Module relevant: Ein höherer Eigenversorgungsgrad fließt positiv in die energetische Bewertung eines Gebäudes ein.
Planer und Installateure sollten zwischen Laborrekordwerten und tatsächlicher Serienleistung unterscheiden. Zertifizierte Höchstwirkungsgrade werden an Kleinstflächen unter optimierten Laborbedingungen gemessen. Im Feldbetrieb liegen die Erträge durch reale Temperatur-, Bestrahlungs- und Verschattungsbedingungen deutlich darunter. Verbindliche Planungskennwerte liefern ausschließlich die Datenblätter seriell gefertigter Produkte.
KW Baustoffe GmbH in Drensteinfurt verfolgt die Technologieentwicklung bei Hochleistungs-Solarmodulen und informiert Fachpartner und Kunden, sobald neue Produkte marktreif verfügbar sind.
Hausbesitzer und Installateure aus Drensteinfurt und NRW können sich bei der KW PV Solutions UG zur Photovoltaik-Planung und zu hocheffizienten Solarmodulen beraten lassen.
Quellen: pv-magazine.com