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EU-Großspeicher: Über 1 GWh BESS in Bau und Betrieb

Großspeicher EU | KW Baustoffe GmbH

Mehr als ein Gigawattstunde Batteriespeicher-Kapazität schreitet in Europa gleichzeitig voran: Sieben Unternehmen haben Anfang Mai 2026 Großprojekte in die Phasen Bau, Finanzierung oder Betrieb überführt — und belegen damit, wie stark der EU-Großspeicher-Markt an Fahrt aufgenommen hat.

Goldbeck Solar, LONGi, re:cap, Flower, Teos, SPP und Tavion haben Anfang Mai 2026 gemeinsam mehr als ein Gigawattstunde (GWh) stationärer Gewerbespeicher-Kapazität in die nächsten Projektphasen überführt. Die Anlagen befinden sich nun in Bau, Finanzierung oder laufendem Betrieb — verteilt über mehrere EU-Staaten. Für den europäischen Speichermarkt ist das ein weiteres Signal für die zunehmende Reife großskaliger Batteriesysteme (BESS — Battery Energy Storage Systems).

Wer übernimmt welche Rolle?

Die beteiligten Unternehmen decken die gesamte Wertschöpfungskette ab. Goldbeck Solar, der auf gewerbliche Photovoltaik spezialisierte Arm des deutschen Bauunternehmens Goldbeck, tritt als EPC-Dienstleister auf — zuständig für Engineering, Beschaffung und Errichtung der Anlagen. LONGi, weltweit einer der größten Hersteller von Solarmodulen, weitet sein Portfolio zunehmend auf stationäre Speicherprojekte aus. Die Finanzierungsseite übernehmen re:cap und Flower, während Teos, SPP und Tavion als Projektentwickler und Betreiber auftreten.

Details zu den einzelnen Standorten, Netzanschluss-Bedingungen und genauen Kapazitäten der Einzelprojekte wurden bislang nicht vollständig veröffentlicht. Klar ist: Die kollektiv vorangetriebene Kapazität überschreitet erstmals die Ein-Gigawattstunden-Marke innerhalb einer einzigen Berichtswoche — ein Indikator dafür, wie stark der Markt reift.

Bedeutung für Deutschland und die Energiewende

Der Ausbau von Großspeichern ist für die deutsche Energiewende von erheblicher Bedeutung. Mit dem Redispatch 2.0 hat die Bundesnetzagentur seit Oktober 2021 ein modernisiertes Netzengpass-Management eingeführt, das Speicherbetreiber als aktive Marktakteure einbezieht. Großspeicher können Regelenergie — insbesondere Primärregelleistung (FCR, Frequency Containment Reserve) — erbringen und damit Einnahmen aus dem Übertragungsnetz erzielen, ohne dass ein langfristiger Liefervertrag erforderlich ist.

Gleichzeitig schafft das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2023) über die Direktvermarktung Anreize für den Bau netzgekoppelter Batteriespeicher. Wer erneuerbare Energie zwischenspeichert und bedarfsgerecht einspeist, optimiert nicht nur die Netzauslastung, sondern erhöht auch seine Direktvermarktungsvergütung. Für Gewerbebetriebe bieten Großspeicher zudem die Möglichkeit zum Peak Shaving — dem Kappen von Leistungsspitzen, die hohe Netzentgelte verursachen.

Sinkende Kosten beschleunigen das Marktwachstum

Der Preisverfall bei LFP-Zellen (Lithium-Eisenphosphat), dem derzeit dominierenden Zellentyp für stationäre Großspeicher, hat die Systempreise deutlich gesenkt. Lagen die Kosten 2020 noch bei über 400 Euro je Kilowattstunde installierter Kapazität, werden heute in Großprojekten Preise unter 150 Euro je Kilowattstunde erreicht. Das verbessert die Wirtschaftlichkeit erheblich — sowohl im Regelenergiemarkt als auch bei industriellen Eigenverbrauchsoptimierungen und Direktvermarktungsmodellen.

Die 1-GWh-Schwelle in einer einzigen Berichtswoche verdeutlicht, dass Europa auf dem Weg zu einer signifikanten stationären Speicherkapazität ist. Marktprognosen gehen für den europäischen BESS-Markt bis 2030 von einer installierten Gesamtkapazität von über 100 GWh aus — Deutschlands Anteil dürfte einer der größten sein, getrieben durch den Windenergie-Ausbau in Norddeutschland und die Solaroffensive im Süden.

Genehmigungsverfahren bremsen den deutschen Markt

Trotz des positiven Markttrends bestehen in Deutschland strukturelle Hindernisse. Genehmigungsverfahren für Netzanschlüsse dauern nach Angaben von Branchenverbänden häufig drei bis fünf Jahre — eine Wartezeit, die die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Märkten wie dem Vereinigten Königreich oder Spanien spürbar schmälert. Auch die regulatorischen Rahmenbedingungen für Speicher-Direktvermarktung sind noch nicht vollständig harmonisiert.

Der BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft) fordert weitere gesetzliche Klarstellungen zum sogenannten Doppelzählungsverbot — einem bürokratischen Hindernis, das den wirtschaftlichen Betrieb von Hybridanlagen aus Photovoltaik und Speicher erschwert. Für Projektierer und Installateure gilt deshalb: Netzanschlüsse frühzeitig beantragen, regulatorische Entwicklungen laufend verfolgen und von den Erfahrungen europäischer Nachbarmärkte lernen. Die jüngsten Projektabschlüsse zeigen, dass sich der Einstieg in die Großspeicher-Entwicklung trotz bürokratischer Hürden rechnet.

KW Baustoffe GmbH in Drensteinfurt verfolgt die Entwicklung des stationären Speichermarkts aktiv und führt ein wachsendes Sortiment an Speicherlösungen für Gewerbebetriebe und Installateure.

Hausbesitzer und Installateure aus Drensteinfurt und NRW können sich bei der KW PV Solutions UG zu Gewerbespeichern und stationären Speicherlösungen beraten lassen.

Quellen: energy-storage.news

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