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EEG 2027: Kappungspläne bedrohen Solar-Milliardenersparnis

An aerial view of a parking lot with lots of solar panels (Symbolbild: EEG 2027)
Foto: Bernd 📷 Dittrich / Unsplash

Photovoltaik-Anlagen haben die Stromkosten in Deutschland 2025 um rund 15,7 Milliarden Euro gesenkt. Das zeigt eine Studie des Beratungsunternehmens Enervis im Auftrag des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar). Zugleich wächst der Widerstand gegen Pläne der Bundesregierung, die Einspeiseleistung neuer Solaranlagen im EEG 2027 pauschal zu kappen.

BSW-Solar-Studie: 15,7 Milliarden Euro Ersparnis durch Photovoltaik

Ohne Photovoltaik-Anlagen wäre der Börsenstrompreis 2025 im Schnitt 20 Prozent höher ausgefallen. Zu diesem Ergebnis kommt die Enervis-Studie, die der BSW-Solar in Auftrag gegeben hat. Die Analyse rechnet erstmals den preisdämpfenden Effekt der Solarstromerzeugung in konkrete Zahlen um.

Der wirtschaftliche Gesamtwert der Photovoltaik liegt demnach bei rund 15,7 Milliarden Euro. Er setzt sich aus zwei Effekten zusammen:

  • 13,1 Milliarden Euro vermiedene Strombeschaffungskosten durch den Großhandelseffekt
  • 2,6 Milliarden Euro Erlöse aus dem Export von Solarstrom ins Ausland

Dieser Wert liegt laut BSW-Solar um 40 Prozent über den EEG-Förderkosten für Photovoltaik-Anlagen, die die Studie für 2025 mit 10,9 Milliarden Euro beziffert. Grundlage ist die Mittelfristprognose des IE Leipzig. Ein durchschnittlicher Privathaushalt sei laut Enervis-Berechnung 2025 um knapp 100 Euro entlastet worden, auch ohne eigene Solaranlage auf dem Dach. Ein Industriebetrieb mit zehn Gigawattstunden Jahresverbrauch hätte ohne Photovoltaik im Strommix rund 235.000 Euro mehr für Strom bezahlen müssen.

EEG 2027: Geplante Kappung der Einspeiseleistung

Während der BSW-Solar mit der Studie für mehr Ausbau wirbt, formiert sich beim Bundesverband des Solarhandwerks (BDSH) Widerstand gegen einen Entwurf zur EEG-Novelle 2027. Vorgesehen ist, dass Solaranlagen bis 100 Kilowatt ihre Wirkleistung am Netzanschlusspunkt auf 50 Prozent begrenzen müssen. Das soll selbst dann gelten, wenn die Anlage vom Netzbetreiber fernsteuerbar ist.

Die Begrenzung würde auch gekoppelte Batteriespeicher und Elektroautos mit bidirektionalem Laden betreffen. BDSH-Vorstandsvorsitzender Peter Knuth kritisiert den Vorschlag deutlich: „Eine pauschale 50-Prozent-Kappung würde diese Flexibilität ausbremsen. Nötig sind intelligente Netze und keine pauschalen Abregelungen.“

In einer Pressemitteilung verweist der Verband darauf, dass moderne Smart Meter und Energiemanagementsysteme eine flexible, netzdienliche Steuerung längst technisch ermöglichen. Eine starre Kappung konterkariere diese Entwicklung und verschiebe das eigentliche Problem: den schleppenden Netzausbau.

MiSpeL: Intelligente Steuerung statt pauschaler Bremse

Der BDSH verweist in seiner Kritik auf ein laufendes Regulierungsverfahren namens MiSpeL, kurz für Marktintegration von Speichern und Ladepunkten. Es soll Speicher und Ladepunkte regulatorisch so einbinden, dass sie flexibel auf Netz- und Marktsignale reagieren – Strom aufnehmen, wenn viel Solarstrom verfügbar ist, und abgeben, wenn er knapp wird.

Genau diese Flexibilität sieht der Verband durch die geplante Wirkleistungsbegrenzung gefährdet. Aktuell gilt für nicht steuerbare Photovoltaik-Anlagen eine Abregelungsgrenze von 60 Prozent der installierten Leistung. Der BDSH hält diese bestehende Regelung für die praktikablere Lösung, solange der Netzausbau nicht Schritt hält.

Was die Debatte für Hausbesitzer im Münsterland bedeutet

Für Bauherren und Bestandskunden in Drensteinfurt und Umgebung ist die EEG-Novelle keine abstrakte Berliner Debatte. Eine typische Einfamilienhaus-Anlage mit 10 Kilowattpeak Leistung und einem Batteriespeicher könnte bei einer 50-Prozent-Kappung deutlich weniger Überschussstrom einspeisen, selbst wenn Speicher und eine Wallbox fürs Elektroauto den Strom eigentlich sinnvoll zwischenspeichern könnten. Wer jetzt plant, sollte die Dimensionierung von Speicher und Wechselrichter so auslegen, dass auch bei künftig strengeren Einspeiseregeln möglichst viel Solarstrom selbst genutzt wird.

Beratung zur richtigen Auslegung gibt es bei KW Baustoffe GmbH in Drensteinfurt vor Ort, inklusive Abholung der Komponenten aus dem Lager im Münsterland.

Ausblick: Netzausbau statt pauschaler Kappung

Ob die 50-Prozent-Regel tatsächlich Teil der finalen EEG-2027-Novelle wird, ist offen. Der BSW-Solar warnt parallel davor, den Photovoltaik-Ausbau durch das Netzpaket oder die EEG-Novelle auszubremsen. Verbandsgeschäftsführer Carsten Körnig verweist auf eine Fraunhofer-IEE-Studie, wonach mehr Speicher und Flexibilität die Systemkosten zusätzlich senken könnten.

Für die Solarbranche bleibt die zentrale Forderung dieselbe: mehr Digitalisierung und Netzausbau statt starrer Abregelungsgrenzen. Wie die Bundesregierung die Kritik von BDSH und BSW-Solar in der finalen Fassung berücksichtigt, zeigt sich erst in den kommenden Monaten.

Hausbesitzer und Installateure aus Drensteinfurt und dem Münsterland können sich bei der KW PV Solutions UG zur EEG-2027-Regelung für Photovoltaik-Anlagen beraten lassen.

Quellen: pv-magazine.de · Photon

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