Der oberösterreichische Wechselrichterhersteller Fronius bringt seine Speicherserie Reserva erstmals auch in Varianten für Gewerbekunden auf den Markt. Parallel vernetzt der Solaranbieter Enpal mit intelligenten Thermostaten von Bosch die Steuerung von Photovoltaik, Speicher und Wärmepumpe im Eigenheim. Beide Ankündigungen zeigen, wie stark sich das Energiemanagement in Wohn- und Gewerbeimmobilien inzwischen digitalisiert.
Fronius erweitert Reserva-Familie fürs Gewerbe
Fronius baut seine Speicherserie Reserva aus, die bislang vor allem für Ein- und Mehrfamilienhäuser ausgelegt war. Mit dem Schritt ins Gewerbesegment reagiert das Unternehmen auf die wachsende Nachfrage von Betrieben, die ihren selbst erzeugten Solarstrom stärker selbst nutzen wollen, statt ihn zu Marktpreisen einzuspeisen. Nach eigenen Angaben des Herstellers richtet sich die Erweiterung gezielt an Firmenkunden mit höherem Eigenverbrauchspotenzial.
Für Gewerbebetriebe lohnt sich ein Gewerbespeicher vor allem dann, wenn Lastspitzen gekappt oder Produktionszeiten mit den Sonnenstunden synchronisiert werden sollen. Details zu Kapazitäten, Preisen oder Verfügbarkeitsterminen der neuen Reserva-Varianten hat Fronius bislang nicht veröffentlicht. Interessierte Betriebe müssen sich also noch gedulden, bis konkrete Spezifikationen vorliegen.
Wettbewerb bei Gewerbespeichern wird härter
Fronius trifft mit dem Vorstoß auf einen bereits dicht besetzten Markt. Anbieter wie Sigenergy oder Huawei bieten seit Längerem Gewerbespeicherlösungen mit skalierbarer Kapazität an, auch deutsche Hersteller wie E3/DC positionieren sich in diesem Segment. Ob Fronius mit der Reserva-Erweiterung technisch oder preislich mithalten kann, lässt die aktuelle Ankündigung offen. Fachbetriebe sollten Angebote daher wie gewohnt vergleichen, statt allein auf den Markennamen zu setzen.
Enpal und Bosch vernetzen Wärmepumpe, PV und Speicher
Parallel dazu treibt der Solaranbieter Enpal die Vernetzung der Haustechnik voran. Über intelligente Thermostate des Kooperationspartners Bosch will Enpal die Wärmeverteilung im Haus gezielter steuern und enger mit der Stromerzeugung aus der Photovoltaik-Anlage abstimmen. Die Thermostate sollen erkennen, wann viel Solarstrom zur Verfügung steht, und die Wärmepumpe entsprechend takten, statt starr nach festem Zeitplan zu heizen.
Auch der Batteriespeicher soll in die Steuerung einbezogen werden: Überschüssiger PV-Strom fließt so bevorzugt in Heizstab oder Wärmepumpe, statt ungenutzt im Speicher zu verbleiben oder zu einem ungünstigen Zeitpunkt ins Netz eingespeist zu werden. Für Bosch, seit Jahren im Wärmepumpenmarkt aktiv, ist die Kooperation ein weiterer Baustein, um Heiztechnik enger an Smart-Home-Systeme anzubinden.
Was das für Hausbesitzer im Münsterland bedeutet
Für ein typisches Einfamilienhaus im Münsterland mit Photovoltaik-Anlage, Batteriespeicher und Wärmepumpe ist die intelligente Verzahnung mehr als eine Komfortfrage. Wer die Wärmepumpe gezielt dann laufen lässt, wenn die Sonne scheint, senkt den Anteil des teureren Netzstroms am Heizwärmebedarf spürbar – gerade in den Übergangsmonaten, wenn Heiz- und Solarertrag zeitlich näher beieinanderliegen als im Winter.
Ein Beispiel verdeutlicht das Potenzial: Ein Einfamilienhaus mit einer 10-kWp-Photovoltaik-Anlage, einem 10-kWh-Batteriespeicher und einer Luft-Wasser-Wärmepumpe kann an sonnenreichen Tagen einen Großteil des Wärmebedarfs aus eigener Erzeugung decken. Eine App-gesteuerte Thermostatsteuerung erhöht diesen Anteil zusätzlich, indem sie das Heizen gezielt in Stunden mit hohem Solarertrag verlagert, ohne dass Bewohner selbst eingreifen müssen.
Ob eine Nachrüstung mit smarter Thermostatsteuerung sinnvoll ist, hängt von der vorhandenen Anlagentechnik ab. Interessierte aus Drensteinfurt und dem Münsterland können ihre bestehende Kombination aus Photovoltaik, Speicher und Wärmepumpe vor Ort prüfen lassen, bevor sie in zusätzliche Steuerungstechnik investieren.
Zwei Ankündigungen, ein gemeinsamer Trend
Sowohl der Vorstoß von Fronius ins Gewerbesegment als auch die Kooperation von Enpal und Bosch zeigen dieselbe Entwicklung: Speicher- und Heiztechnik werden zunehmend als ein gemeinsames System gedacht, nicht als einzelne Komponenten. Regulatorisch bleibt dabei relevant, dass größere Gewerbespeicher je nach Anschlussleistung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur gemeldet und nach den technischen Vorgaben der einschlägigen VDE-Anschlussrichtlinien ausgelegt werden müssen.
Offen bleibt bei beiden Ankündigungen, wie schnell die Technik tatsächlich beim Endkunden ankommt. Fronius nennt noch keinen Marktstart für die gewerblichen Reserva-Varianten, und auch Enpal hat bislang keine flächendeckende Verfügbarkeit der Bosch-Thermostate bestätigt. Wer aktuell plant, sollte sich daher nicht auf einzelne Ankündigungen verlassen, sondern konkrete Angebote und Lieferzeiten beim Fachbetrieb erfragen.
Hausbesitzer und Installateure aus Drensteinfurt und dem Münsterland können sich bei der KW PV Solutions UG zu Gewerbespeichern und smarter Wärmepumpen-Steuerung beraten lassen.
Quellen: photovoltaik.eu · solarserver.de