Die installierte Photovoltaik-Leistung in Deutschland hat im August 2026 die Marke von 128 Gigawattpeak überschritten. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) wertet das als Etappensieg, warnt aber zugleich vor einer Ausbaubremse durch die geplante EEG-Novelle 2027. Parallel bringt Panasonic zwei neue Wärmepumpen-Serien mit klimafreundlicheren Kältemitteln auf den Markt – ein Signal für den Wandel in der Wärmewende.
Sechs Millionen Solarstromanlagen speisen inzwischen Strom in die deutschen Netze ein. Zusammen kommen sie im August 2026 erstmals auf mehr als 128 Gigawattpeak installierte Leistung, wie eine Auswertung des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) auf Basis des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur zeigt. Damit erreicht Deutschland das im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegte Ausbauziel für 2026 fristgerecht. Solarstrom deckte bereits 2025 rund ein Fünftel der deutschen Nettostromerzeugung ab – ein historischer Höchstwert für die Photovoltaik hierzulande.
128 Gigawattpeak: Deutschland erreicht Solar-Etappenziel
Das Etappenziel klingt nach Rückenwind, ist aber nur eine Zwischenstation. Bis 2030 soll die bundesweite Solarleistung auf 215 Gigawattpeak steigen, bis 2040 auf 400 Gigawattpeak. Dafür reicht das bisherige Ausbautempo nicht aus.
EEG-Novelle 2027: Warum der Verband vor einem Ausbauknick warnt
Der BSW-Solar sieht die nächsten Etappenziele in Gefahr. Grund ist die vom Bundeskabinett beschlossene EEG-Novelle 2027 samt Netzanschlusspaket, die derzeit im Bundestag beraten wird. Der Verband kritisiert vor allem drei Punkte: eine schwächere Förderung kleiner Solaranlagen, eine stärkere Pflicht zur Direktvermarktung sowie den teilweisen Wegfall von Entschädigungen bei netzbedingten Abregelungen.
„Der 128-Gigawatt-Meilenstein ist ein Erfolg. Doch wer daraus schließt, der Solarausbau laufe jetzt von allein, irrt“, sagte BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. „Bis 2030 müssen noch rund 87 Gigawatt Solarleistung hinzukommen. Dafür muss das jährliche Ausbautempo steigen statt sinken.“
In den Jahren 2024 und 2025 wurden jeweils rund 17,5 Gigawattpeak neu installiert. Um das EEG-Ziel von 215 Gigawattpeak bis 2030 zu erreichen, wären künftig im Schnitt rund 20 Gigawattpeak pro Jahr nötig – mehr als bisher. Schon 2028 soll laut Gesetz eine installierte Leistung von 172 Gigawattpeak stehen.
Eine zentrale Rolle spielt dabei der Batteriespeicher-Ausbau: Er hilft, Solarstrom aus sonnenreichen Stunden zeitversetzt bereitzustellen, und entlastet so die Netze. Der BSW-Solar fordert deshalb, den Ausbau von Solaranlagen und Speichern parallel zu beschleunigen, statt neue Investitionshürden aufzubauen.
Wärmepumpen: Panasonic setzt auf R290 und R-454C statt klimaschädlicher Kältemittel
Während die Photovoltaik-Branche über Fördersätze streitet, stellt sich die Wärmepumpen-Industrie auf neue Kältemittel-Vorgaben ein. Panasonic Deutschland erweitert sein Aquarea-Programm um zwei Serien, die auf die ab 2027 verschärften Grenzwerte der EU-F-Gas-Verordnung reagieren.
Die neue Small-M-Serie deckt Leistungen von 3 bis 9 Kilowatt ab und nutzt das natürliche Kältemittel R290, besser bekannt als Propan, mit einem sehr niedrigen Treibhauspotenzial. Die N-Serie setzt auf das synthetische Kältemittel R-454C und soll laut Hersteller im April 2027 auf den Markt kommen – rechtzeitig vor Inkrafttreten der verschärften EU-Regeln.
Ob R290 sich als Standard für kleinere Leistungsklassen durchsetzt, ist unter Herstellern umstritten. Wettbewerber wie Stiebel Eltron und Vaillant setzen bereits länger auf Propan-Wärmepumpen, andere Anbieter zögern noch wegen der brennbaren Eigenschaften des Kältemittels, die höhere Anforderungen an Installation und Wartung stellen. Für Käufer bleibt entscheidend, dass die Wärmepumpe zur Gebäudehülle und zum Heizlastprofil passt – unabhängig vom Kältemittel.
Was Hausbesitzer im Münsterland jetzt wissen sollten
Für Bauherren im Münsterland verbindet beide Nachrichten ein gemeinsamer Nenner: Wer jetzt plant, sollte Fördersätze und Technik nicht isoliert betrachten, sondern als Gesamtpaket aus Solaranlage, Speicher und Wärmepumpe.
Ein Rechenbeispiel für ein typisches Einfamilienhaus in Drensteinfurt: Bei einer 10-kWp-Solaranlage mit 8-kWh-Speicher lässt sich der Eigenverbrauch deutlich steigern, wenn zusätzlich eine Wärmepumpe den Heizwärmebedarf deckt. Läuft die Wärmepumpe bevorzugt tagsüber bei Sonnenschein, sinkt der Bezug von Netzstrom spürbar – ein Effekt, der durch drohende Kürzungen bei Einspeisevergütung und Entschädigungszahlungen an Bedeutung gewinnt.
Wer noch vor einer möglichen Verschärfung der Förderbedingungen 2027 plant, sollte:
- Fördersätze und Anschlussbedingungen vor Antragstellung mit einem Fachbetrieb prüfen.
- Speicher direkt mitplanen statt nachzurüsten, um Rabatte und Installationsaufwand zu bündeln.
- Bei der Wärmepumpen-Wahl auf verfügbare Kältemittel und Schallwerte achten.
Interessierte können Fragen zu Fördersätzen, Anlagengröße und Kältemitteln direkt vor Ort in Drensteinfurt klären oder Komponenten dort abholen.
Fazit: Zwei Baustellen der Energiewende
Der 128-Gigawatt-Meilenstein zeigt, wie weit die Solarbranche gekommen ist. Ob das Tempo reicht, entscheidet sich in den kommenden Monaten im Bundestag. Parallel treibt die EU mit der F-Gas-Verordnung den Umstieg auf klimafreundlichere Kältemittel bei Wärmepumpen voran. Für Hausbesitzer im Münsterland bedeutet das: Wer beide Technologien kombiniert plant, sichert sich unabhängig vom Ausgang der EEG-Novelle die größten Einsparungen.
Hausbesitzer und Installateure aus Drensteinfurt und dem Münsterland können sich bei der KW PV Solutions UG zur Photovoltaik- und Wärmepumpen-Planung beraten lassen.
Quellen: solarserver.de · ElektroWirtschaft