Die Photovoltaik hat die Braunkohle als Stromquelle überholt: Mit einem Anteil von rund 19 Prozent an der deutschen Nettostromerzeugung lag die Solarenergie im vergangenen Jahr erstmals klar vor Braunkohle (14 Prozent) und Erdgas (17 Prozent). Das geht aus Marktdaten hervor, die der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) zur Messe Intersolar vorgestellt hat.
Sechs Millionen Anlagen erzeugen mehr Strom als die Braunkohle
In Deutschland speisen mittlerweile rund 6 Millionen Photovoltaik-Anlagen mit einer installierten Gesamtleistung von mehr als 120 Gigawattpeak (GWp) Strom ins Netz ein. Nach den Zahlen, die der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) zur Messe Intersolar vorgestellt hat, erzeugten diese Anlagen im vergangenen Jahr rund 19 Prozent des gesamten deutschen Nettostroms. Damit hat die Solarenergie zwei etablierte Energieträger überholt.
„Bei der heimischen Stromerzeugung überholte die Photovoltaik im vergangenen Jahr die Braunkohle, die es auf einen Anteil von knapp 14 Prozent brachte, und das Erdgas mit einem Anteil von etwa 17 Prozent“, teilte der BSW-Solar mit. Vor wenigen Jahren galten beide Energieträger noch als tragende Säulen der deutschen Stromversorgung. Der Vergleich zeigt, wie schnell sich die Erzeugungsstruktur seit dem Ausbau von Dach- und Freiflächenanlagen verschoben hat.
Nur die Windkraft erzeugt noch mehr Ökostrom
Einzig die Windenergie liegt mit einem Anteil von rund 27 Prozent an der Nettostromerzeugung noch vor der Photovoltaik. Damit sind die beiden wichtigsten erneuerbaren Energieträger inzwischen für mehr als 45 Prozent der deutschen Stromerzeugung verantwortlich – deutlich mehr als Kohle und Gas zusammen. Aktuelle Erzeugungsdaten lassen sich unter anderem auf der Plattform SMARD der Bundesnetzagentur nachvollziehen.
Für die Solar- und Handwerksbranche ist die Entwicklung auch ein Investitionssignal: Wo Photovoltaik-Strom in dieser Größenordnung anfällt, wächst der Bedarf an Speicherung, Steuerung und Netzanschlusstechnik. Der BSW-Solar verweist darauf, dass weitere Ausbauschritte insbesondere von einer besseren Einbindung ins Stromnetz abhängen.
Dezentrale Speicherkonzepte rücken in den Fokus
Wie sich der wachsende Photovoltaik-Anteil technisch bewältigen lässt, zeigt ein Projekt, das die Unternehmen Sigenergy, Arausol und Memodo nach eigenen Angaben kürzlich realisiert haben: eine nach ihrer Darstellung deutschlandweit größte DC-gekoppelte PV-Anlage mit dezentralen Energiespeichern. Bei der DC-Kopplung werden Solarmodule und Speicher auf der Gleichstromseite direkt mit einem gemeinsamen Wechselrichter verbunden, statt über getrennte Wechselrichter für Erzeugung und Speicherung zu laufen. Das reduziert Umwandlungsverluste und kann bei großen Gewerbeanlagen die Systemkosten senken.
Konkrete Angaben zu Anlagengröße, Standort oder Speicherkapazität liefert die Mitteilung der beteiligten Firmen nicht – sie stammt aus einer Presseaussendung der Hersteller und lässt sich derzeit nicht unabhängig verifizieren. Superlative wie „Deutschlands größte“ sind in solchen Meldungen mit Vorsicht zu lesen, da sie meist vom Unternehmen selbst stammen und nicht von unabhängiger Seite geprüft werden. Bemerkenswert ist dennoch die Richtung: DC-gekoppelte Systeme mit dezentraler statt zentraler Speicherarchitektur gelten in der Branche als ein Weg, um große PV-Anlagen netzdienlicher zu betreiben.
Was der Trend für Bauherren im Münsterland bedeutet
Für Hausbesitzer und Gewerbebetriebe im Münsterland ist die bundesweite Entwicklung mehr als eine abstrakte Statistik. Je mehr Solarstrom im Netz ankommt, desto wichtiger wird die eigene Speicherlösung, um selbst erzeugten Strom auch am Abend nutzen zu können, statt ihn zu Schwachlastzeiten günstig einzuspeisen. Das gilt für private Ein- und Zweifamilienhäuser ebenso wie für landwirtschaftliche und gewerbliche Dächer, wie sie in der Region rund um Drensteinfurt häufig vorkommen.
Wer eine Solaranlage plant oder eine bestehende Anlage um einen Speicher ergänzen will, findet bei KW Baustoffe vor Ort Beratung und Abholung der Komponenten, statt auf bundesweite Lieferzeiten angewiesen zu sein.
Kritische Einordnung: Wachstum trifft auf Netzengpässe
Der Zubau von Photovoltaik-Leistung allein löst nicht automatisch alle Probleme der Energiewende. Mit steigender Einspeisung wachsen auch die Anforderungen an Netzausbau, Redispatch und intelligente Steuerung, damit Solarstrom nicht bei Sonnenspitzen abgeregelt werden muss. Die Bundesnetzagentur beobachtet diese Entwicklung fortlaufend über ihre Marktdatenplattformen.
Offen bleibt, wie schnell dezentrale Speicherprojekte wie das von Sigenergy, Arausol und Memodo beschriebene in der Breite folgen und ob sich der behauptete Rekordstatus in unabhängigen Quellen bestätigt. Für die Solarbranche bleibt festzuhalten: Der Rückgang von Braunkohle und Erdgas in der Stromerzeugung ist real und durch Verbandszahlen belegt – einzelne Herstellerclaims zu konkreten Projekten sind das nicht automatisch.
Hausbesitzer und Installateure aus Drensteinfurt und dem Münsterland können sich bei der KW PV Solutions UG zu Photovoltaik-Anlagen und Speicherlösungen beraten lassen.
Quellen: PR Newswire · ikz.de