Inhaltsverzeichnis

Tags:

Photovoltaik überholt Braunkohle: 19 Prozent Solarstrom

Solarstrom | KW Baustoffe GmbH

Sonnenenergie ist 2025 endgültig zur tragenden Säule der deutschen Stromversorgung geworden: Photovoltaik-Anlagen erzeugten rund 19 Prozent des Nettostroms und überholten damit Braunkohle und Erdgas als Energiequelle. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) stellte die Zahlen zur Messe Intersolar vor – während in Dinslaken ein Modernisierungsprojekt zeigt, wie der Zubau vor Ort konkret aussieht.

Rund 6 Millionen Solarstromanlagen sind mittlerweile in Deutschland installiert, mit einer Gesamtleistung von mehr als 120 Gigawatt-Peak. Sie erzeugten im vergangenen Jahr etwa 19 Prozent der gesamten deutschen Nettostromerzeugung, wie der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) mitteilte. Der Verband präsentierte die Zahlen zur Messe Intersolar in München.

Damit hat die Photovoltaik erstmals sowohl die Braunkohle als auch das Erdgas als Stromquelle überholt. Die Braunkohle kam demnach nur noch auf einen Anteil von knapp 14 Prozent, das Erdgas auf etwa 17 Prozent. Lediglich die Windenergie erzeugte mit rund 27 Prozent noch mehr regenerativen Strom im deutschen Netz. Der Zubau hält an: Nach BSW-Angaben kamen allein in den vergangenen zwölf Monaten mehrere Gigawatt an neuer Leistung hinzu, vor allem durch Aufdachanlagen auf Ein- und Mehrfamilienhäusern sowie größere Gewerbe- und Freiflächenanlagen.

Der BSW-Solar wertet die Entwicklung auch als Signal für angrenzende Branchen. Photovoltaik sei zu einem Investitionsmotor für das Sanitär-Heizung-Klima-Handwerk (SHK) geworden, da Solarstrom zunehmend mit Wärmepumpen kombiniert installiert werde. Installationsbetriebe profitieren damit doppelt: von der Solar- und von der Wärmepumpen-Nachfrage.

Wie der Zubau auf lokaler Ebene aussieht, zeigt ein Projekt im nordrhein-westfälischen Dinslaken. Die Wohnbau Dinslaken lässt im Zuge einer Modernisierung rund 4.000 Wohnungen mit Photovoltaik ausstatten. Der Mieterstromspezialist Einhundert Energie realisiert dafür Dachanlagen mit einer Gesamtleistung von 6,5 Megawatt.

Die Modernisierung eröffnet den Mieterinnen und Mietern erstmals die Option, Mieterstrom direkt vom eigenen Dach zu beziehen. Beim Mieterstrommodell liefert die PV-Anlage auf dem Wohngebäude Solarstrom direkt an die Bewohner, ohne dass er über das öffentliche Netz geleitet werden muss. Das senkt in der Regel die Netzentgelte und macht den Strompreis für Mieter günstiger als ein Tarif vom externen Versorger. Rechtliche Grundlage ist der Mieterstromzuschlag im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), der Betreibern von Dachanlagen eine zusätzliche Vergütung für direkt an Mieter gelieferten Strom sichert und das Modell wirtschaftlich attraktiver macht.

Ganz ohne Hürden ist das Modell allerdings nicht. Der Verwaltungsaufwand für Abrechnung und Messkonzepte gilt in der Branche seit Jahren als hoch, und nicht jeder Mieter entscheidet sich am Ende für den Wechsel. Bundesweit bleibt die Teilnahmequote bei vielen Mieterstromprojekten hinter den Erwartungen zurück, auch weil Bestandsmieter oft an ihren bisherigen Stromvertrag gebunden sind oder den Aufwand eines Anbieterwechsels scheuen. Ob sich das in Dinslaken anders darstellt, muss sich erst zeigen.

Für den weiteren Ausbau sieht der BSW-Solar vor allem eine Voraussetzung: Damit die Erfolgskurve der vergangenen Jahre anhält, brauche es mehr Flexibilität im Netz. Dazu zählt der Verband auch den parallelen Ausbau von Energiespeichern, die überschüssigen Solarstrom mittags puffern und abends verfügbar machen. Ohne ausreichend Speicherkapazität drohen an sonnenreichen Tagen Abregelungen einzelner Anlagen.

Auch die Bundesnetzagentur beobachtet den wachsenden Anteil dezentraler Solarstromerzeugung genau, etwa bei der Novellierung von Netzanschlussregeln für kleine und mittlere Anlagen. Für Betreiber und Installateure bedeutet das: Wer heute eine Anlage plant, sollte Speicher und intelligente Steuerung von Anfang an mitdenken, statt sie später nachzurüsten.

Für Hausbesitzer und Vermieter in der Region Drensteinfurt zeigt das Dinslakener Beispiel, dass sich Mieterstrom auch im Mehrfamilienhausbestand rechnen kann, sofern Dach und Verteilnetz vorbereitet sind. Die KW Baustoffe GmbH beobachtet vergleichbare Modernisierungsprojekte im münsterländischen Bestand seit Jahren mit wachsendem Interesse.

Hausbesitzer und Installateure aus Drensteinfurt und NRW können sich bei der KW PV Solutions UG zur Photovoltaik-Planung und zu Mieterstromkonzepten beraten lassen.

Quellen: solarserver.de · ikz.de

Tags: