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Photovoltaik-Nachfrage erholt – Einspeisevergütung droht

Photovoltaik | KW Baustoffe GmbH

Der Photovoltaik-Handel in Deutschland meldet eine deutliche Erholung: Absatzzahlen lagen im März und April dreimal höher als zu Jahresbeginn. Doch zeitgleich warnt das Fraunhofer ISE in einer aktuellen Studie davor, dass die geplante Streichung der Einspeisevergütung für kleine Dachanlagen den Markt wieder ausbremsen könnte.

Absatz zieht an — Statistik hinkt hinterher

Stefan Ebert, der gegenüber pv magazine die Marktentwicklung aus Händler- und Großhandelssicht kommentiert, berichtet von Verkaufszahlen, die im März und April 2026 dreimal höher lagen als in den ersten beiden Monaten des Jahres. Verglichen mit April 2025 verdoppelten sich die Zahlen nahezu. Das Marktstammdatenregister zeigt davon bislang wenig — typischerweise dauert es zwei bis drei Monate, bis Kaufentscheidungen, Installationen und Anmeldungen dort sichtbar werden.

Dieses Muster ist bekannt: Als Russlands Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 die Nachfrage nach Photovoltaik sprunghaft ansteigen ließ, war der Effekt in der offiziellen Zubaustatistik erst ab August 2022 ablesbar.

Vorzugskäufe und Komponentenwelle

Einen Teil der aktuellen Handelsbelebung erklärt ein gezielter Vorzugseffekt: Die Ankündigung wegfallender Exportrabatte auf chinesische PV-Ware sowie Meldungen über steigende Rohstoffpreise veranlassten Installationsbetriebe mit ausreichend Liquidität und Lagerkapazität, sich bis Ende April bevorzugt einzudecken. Besonders günstig verfügbare Lagerware wurde in diesem Zeitraum stark abgenommen.

Seither verschiebt sich der Schwerpunkt: Wechselrichter, Energiespeicher und Montagematerial werden nachgefragt, um die vorgelagerten Bestände zu kompletten Anlagen zu ergänzen. Ein weiterer Wachstumstreiber: Die neue Förderung für Elektrofahrzeuge beflügelt auch die Nachfrage nach Wallboxen — häufig als Nachrüstung in bestehenden Systemen.

Nahostkonflikt stärkt Autarkie-Wunsch

Anders als 2022, als steigende Strompreise die Kaufentscheidungen maßgeblich prägten, stehen heute Unabhängigkeit und Versorgungssicherheit im Vordergrund. Der Nahostkonflikt habe die Aufmerksamkeit vieler Endkunden erneut auf das Thema Energieautarkie gelenkt. Die Strombezugspreise in Deutschland sind bisher stabil geblieben, sodass potenzielle Einsparungen bei den Energiekosten als Kaufmotiv eine geringere Rolle spielen.

Fraunhofer ISE: EEG-Abschaffung wäre Investitionsbremse

Ausgerechnet in diesem Moment der Markterholung bringt die Politik eine weitreichende Reform ins Gespräch: Die Abschaffung der gesetzlichen Einspeisevergütung für Anlagen bis 25 Kilowatt-Peak. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) hat in einer aktuellen Studie untersucht, ob die Direktvermarktung als Ersatz tragfähig ist — und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis.

Die Direktvermarktung kann die EEG-Vergütung nicht vollständig kompensieren. Viele Anlagenkonzepte werden wirtschaftlich schlechter gestellt. Alternativen — ob kleinere Anlagen, größere Batteriespeicher oder dynamische Stromtarife — können einen Rückgang des Photovoltaik-Zubaus ebenfalls nicht verhindern, so die Einschätzung der Forscher.

Unsicherheit als Investitionshindernis

Neben der reinen Wirtschaftlichkeit nennt die Studie einen weiteren Faktor: Planungsunsicherheit. Wer eine Anlage projektiert, kalkuliert auf Basis bekannter Parameter. Fällt die Einspeisevergütung ohne gleichwertigen Ersatz weg, steigt das Investitionsrisiko für Privatpersonen erheblich. Das Fraunhofer ISE erwartet bei einer Abschaffung der EEG-Vergütung für kleine Dachanlagen eine deutliche Verringerung privater Investitionen in Solaranlagen.

Für den Markt wäre das ein paradoxer Moment: Gerade wenn Handelszahlen eine Trendwende signalisieren und Installationsbetriebe auf eine neue Nachfragewelle setzen, würde ein politischer Einschnitt die Grundlage dieser Erholung untergraben.

Was Hausbesitzer und Installateure jetzt beachten sollten

Derzeit profitieren Betriebe noch von der Kombination aus verfügbarem Lagerbestand und stabiler Vergütungsstruktur. Für Hausbesitzer, die eine Anlage planen, empfiehlt sich ein zeitnaher Entschluss: Die Einspeisevergütung gilt bis zu einer politischen Entscheidung weiterhin, und die Systempreise sind nach dem Vorzugseffekt wieder auf einem normalen Niveau angekommen.

KW Baustoffe GmbH in Drensteinfurt beliefert Installationsbetriebe in NRW mit Photovoltaik-Komponenten und begleitet Kunden bei der Systemauswahl.

Hausbesitzer und Installateure aus Drensteinfurt und NRW können sich bei der KW PV Solutions UG zur Photovoltaik-Planung beraten lassen.

Quellen: pv-magazine.de · energie-experten.org

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