Inhaltsverzeichnis

Tags:

Tandemmodul: Trina Solar meldet 907 W und 29,2 % Effizienz

Tandemmodul | KW Baustoffe GmbH

Trina Solar hat ein Perowskit-Silizium-Tandemmodul mit 907 Watt Nennleistung vorgestellt. Das deutsche Prüfinstitut TÜV SÜD bescheinigte dem Produkt eine Flächeneffizienz von 29,2 Prozent – ein Wert, der für serientaugliche Industriemodule bisher kaum erreicht wurde.

Trina Solar hat ein Solarmodul auf Basis einer Perowskit-Silizium-Tandemarchitektur vorgestellt, das eine zertifizierte Leistung von 907 Watt erreicht. Das Prüfinstitut TÜV SÜD bescheinigte dem Produkt einen Wirkungsgrad von 29,2 Prozent – gemessen über die gesamte Modulfläche. Der chinesische Hersteller positioniert das Produkt nicht als Labormuster, sondern als massentaugliche Serienentwicklung.

Zweischichtige Architektur: TOPCon-Silizium und Perowskit kombiniert

Das Modul nutzt eine Zwei-Anschluss-Tandemarchitektur: Eine kristalline Siliziumzelle auf n-Typ-TOPCon-Basis bildet die untere Schicht und absorbiert langwellige Strahlung. Darüber sitzt eine Perowskit-Topzelle, die kurzwellige Anteile des Sonnenspektrums effizienter ausnutzt. Diese spektrale Aufteilung erlaubt Wirkungsgrade, die das physikalische Limit von Einfachzell-Siliziummodulen überschreiten.

Das Modul misst 2.384 mal 1.303 Millimeter und basiert auf der 210-mm-Wafer-Technologie. Trina Solar gibt an, durch ein Slot-Die-Coating-Verfahren und eine dampfunterstützte Kristallisationstechnik die Gleichmäßigkeit der Perowskit-Filmschicht auf großer Fläche verbessert zu haben. Eine zusammengesetzte Indiumzinnoxid-Tunnelschicht soll Rekombinationsverluste an der Grenzfläche zwischen beiden Zellschichten verringern.

Zur Kapselung setzt das Unternehmen auf ein doppelschichtiges Polyolefin-Elastomer-Laminat sowie eine wasserdampfsperrende Rückfolie mit perowskit-spezifischen Dichtstoffen. Nach Herstellerangaben hat das Modul die internationalen Normen IEC 61215 und IEC 61730 bestanden – einschließlich Tests auf potenzialinduzierte Degradation (PID), Feuchte-Wärme-Zyklen, Temperaturwechsel und UV-Alterung.

Reihe von Rekordmeldungen – mit kritischem Vorbehalt

Die aktuelle Ankündigung reiht sich in eine Serie von Effizienzrekorden ein. Im Dezember 2025 hatte Trina Solar einen zertifizierten Wirkungsgrad von 32,6 Prozent für eine industriell gefertigte Tandemzelle im 210-mm-Halbzell-Format gemeldet; ein zugehöriges Modul erreichte damals 865 Watt Spitzenleistung. Das Unternehmen behauptet inzwischen, 37 globale Bestmarken in Zelleffizienz oder Modulleistung gesetzt oder gebrochen zu haben.

Solche Rekordmeldungen verdienen kritische Einordnung: Weltrekordwerte unter kontrollierten Testbedingungen lassen sich nicht direkt auf die Serienproduktion übertragen. Im Perowskit-Segment wetteifern mehrere chinesische Hersteller öffentlich um die Technologieführerschaft – ein Wettbewerb um Aufmerksamkeit, der für Einkäufer und Installateure schwer zu bewerten ist. Unabhängige Langzeittests unter europäischen Klimabedingungen stehen noch aus.

Marktstart frühestens 2028: Perowskit noch nicht serienreif

Den bedeutendsten Vorbehalt liefert Trina Solar selbst: Während die Produktion der Tandemlinie im Laufe des Jahres 2026 hochgefahren werden soll, erwartet das Unternehmen laut Investorenkommunikation großvolumige kommerzielle Auslieferungen erst für 2028 bis 2029. Perowskit-Tandemmodule sind bisher in keiner nennenswerten Stückzahl auf dem europäischen Markt erhältlich.

Offen bleibt auch die Frage der Langlebigkeit: Konventionelle Siliziummodule halten in der Praxis 25 bis 30 Jahre und unterliegen entsprechenden Herstellergarantien. Ob Perowskit-Schichten unter nordeuropäischen Klimabedingungen – Frost, Feuchte, UV-Strahlung – ähnliche Standzeiten erreichen, ist durch Felddaten bisher nicht belegt.

Relevanz für den deutschen Solarmarkt

Für die deutsche Photovoltaik-Branche ist die Technologierichtung dennoch bedeutsam. Höhere Modulwirkungsgrade erlauben auf derselben Dachfläche eine größere installierte Leistung – ein Argument, das vor allem bei Stadtdächern und dichtbebauten Gewerbeflächen zum Tragen kommt, wo jeder Quadratmeter zählt. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) honoriert höhere Einspeiseleistungen indirekt, da pro Quadratmeter mehr Kilowattstunden ins Netz eingespeist werden können.

Installateure und Projektierer in NRW sollten die Entwicklung verfolgen – die Planung laufender Projekte sollte jedoch weiterhin auf ausgereiften TOPCon- und PERC-Modulen aufbauen. KW Baustoffe GmbH in Drensteinfurt führt Solarmodule aktueller Jahrgänge namhafter Hersteller im Sortiment und unterstützt Gewerbe- sowie Privatkunden bei der Produktauswahl.

Hausbesitzer und Installateure aus Drensteinfurt und NRW können sich bei der KW PV Solutions UG zur Photovoltaik-Planung beraten lassen.

Quellen: pv-magazine.com

Tags: