Gleich zwei Hersteller melden neue Produkte im Segment der gewerblichen Energiespeicher: Solax Power hat einen skalierbaren Großspeicher für gewerbliche Anwendungen vorgestellt, SolarEdge bringt ein modulares System mit bis zu vier Megawattstunden auf den europäischen Markt.
Der Markt für gewerbliche Energiespeicher gewinnt an Dynamik: In kurzer Folge haben zwei Hersteller neue Systeme für Gewerbe- und Industriekunden angekündigt. Solax Power präsentiert einen skalierbaren Gewerbespeicher mit hoher Kapazität, SolarEdge meldet mit einem modularen System bis vier Megawattstunden sofortige Lieferfähigkeit in ganz Europa. Für Betreiber mit eigenem Strombedarf über Nacht und an Wochenenden wächst damit die Auswahl spürbar.
Solax Power: Skalierbare Architektur für das Gewerbesegment
Das neu vorgestellte Produkt von Solax Power richtet sich an Unternehmen mit mittleren bis großen Photovoltaik-Anlagen auf dem Firmendach. Das zentrale Merkmal ist die skalierbare Bauweise: Betreiber können die Kapazität schrittweise erhöhen, ohne die Grundinstallation auszutauschen oder neu zu planen. Das senkt die Einstiegsinvestition und erlaubt eine flexible Kapazitätsplanung über mehrere Ausbaustufen.
Zum Zeitpunkt der Ankündigung hat Solax Power keine vollständigen technischen Daten veröffentlicht — Kapazitätsstufen, Entladetiefe und Garantiebedingungen bleiben noch offen. Das erschwert einen direkten Vergleich mit dem Wettbewerb. Im deutschen Markt konkurriert das Unternehmen mit etablierten Anbietern wie SMA Solar und Sungrow, die bereits über breit ausgebaute Servicenetze und langjährige Installationserfahrung im Gewerbesegment verfügen. Für Installateure ist das Servicenetz ein mindestens ebenso wichtiger Faktor wie die Nennkapazität.
Solax Power hat sich zunächst als Wechselrichter-Hersteller im Heimbereich etabliert und weitet sein Angebot nun auf industrielle Anwendungen aus. Diese Strategie verfolgen mehrere chinesische Hersteller: Sie übertragen ihre im Heimspeicher aufgebaute Fertigungskompetenz in das margenstarke Gewerbe- und Industriesegment. Ob das gelingt, hängt wesentlich vom Aufbau lokaler Service- und Wartungsstrukturen ab — ein Punkt, den Einkäufer bei der Angebotsbewertung berücksichtigen sollten.
SolarEdge: Vier Megawattstunden, sofort in Europa lieferbar
SolarEdge hat konkrete Angaben gemacht: Der neue Batteriespeicher für gewerbliche und industrielle Solaranlagen ist nach Unternehmensangaben ab sofort in ganz Europa bestellbar. Die maximale Systemkapazität liegt bei vier Megawattstunden — ausreichend für mittelgroße Produktionsbetriebe, Gewerbeparks oder Handelshäuser mit nennenswertem Verbrauch auch in den Abend- und Nachtstunden.
Das System ist modular aufgebaut: Betreiber können mit einer kleineren Grundeinheit starten und die Kapazität bei steigendem Bedarf schrittweise ergänzen. SolarEdge gibt an, das System sei auf hohe Zyklenstabilität ausgelegt. Bei gewerblichen Speichern mit mehreren tausend Ladezyklen über die Betriebsdauer wirkt sich die Zellqualität direkt auf den kalkulierbaren Energiedurchsatz und damit auf die Amortisationszeit aus — ein Punkt, der in der Wirtschaftlichkeitsrechnung oft unterschätzt wird.
SolarEdge hat in den vergangenen Jahren seinen Schwerpunkt zunehmend auf gewerbliche und industrielle Anwendungen verschoben. Das neue Speichersystem ergänzt das bestehende Portfolio aus Wechselrichtern und Energiemanagementsystemen. Für Betreiber, die bereits SolarEdge-Komponenten einsetzen, kann eine enge Systemintegration Vorteile bieten — herstellerübergreifende Lösungen bleiben jedoch eine technisch und wirtschaftlich valide Alternative.
Wirtschaftlichkeit: Netzentgelte und Peak Shaving entscheiden
Für Gewerbekunden in Deutschland gibt es keine einheitliche Bundesförderung speziell für Batteriespeicher im gewerblichen Maßstab. Einzelne Bundesländer und die KfW unterstützen kombinierte PV-Speicher-Projekte — die Konditionen ändern sich jedoch regelmäßig, sodass eine aktuelle Beratung vor der Investitionsentscheidung sinnvoll ist. Installateure sollten Kunden frühzeitig auf laufende Ausschreibungen und Förderfenster hinweisen.
Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit eines Gewerbespeichers sind drei Faktoren: der erreichbare Eigenverbrauchsanteil, die lokale Netzentgeltstruktur mit Blick auf Lastspitzen (Peak Shaving) und die über die Betriebsdauer kalkulierten Strompreise. Unternehmen mit stark schwankendem Lastprofil — etwa im Produktionsbereich, in Kühlhäusern oder der Gastronomie — können durch gezielte Spitzenlastreduzierung nennenswerte Einsparungen bei den Netzentgelten erzielen. Die Kombination aus Eigenverbrauchserhöhung und Lastspitzenmanagement macht Gewerbespeicher für viele Betriebstypen wirtschaftlich interessant.
Installateure und Energieberater, die Gewerbekunden in NRW betreuen, sollten beide Neuankündigungen im Blick behalten und vollständige Produktdatenblätter anfordern, sobald diese verfügbar sind. KW Baustoffe GmbH in Drensteinfurt beobachtet den Gewerbespeicher-Markt und informiert Installateure und Gewerbebetriebe in der Region über aktuelle Produktneuheiten und technische Entwicklungen.
Hausbesitzer und Installateure aus Drensteinfurt und NRW können sich bei der KW PV Solutions UG zu Gewerbespeichern und gewerblicher Photovoltaik-Planung beraten lassen.
Quellen: pv magazine Deutschland · photovoltaik.eu