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Gasnetz-Rückbau: Netzkosten können um 1.000 % steigen

Gasnetz Netzkosten | KW Baustoffe GmbH

Wer am Gasnetz bleibt, könnte künftig deutlich tiefer in die Tasche greifen. Eine neue Studie berechnet, dass die schrittweise Stilllegung des deutschen Gasnetzes die Netzentgelte für verbleibende Gasheizungs-Nutzer um bis zu 1.000 Prozent in die Höhe treiben kann.

Das Gasnetz in Deutschland steht vor einem strukturellen Dilemma: Die Infrastruktur verschlingt Milliardenbeträge für Wartung, Betrieb und Abschreibungen – unabhängig davon, wie viele Haushalte tatsächlich angeschlossen sind. Wenn Verbraucher aussteigen, werden diese Fixkosten auf immer weniger Schultern verteilt. Das Ergebnis ist eine Kostenspirale, die in einer neuen Studie konkret beziffert wird: Netzentgelte könnten in Regionen mit fortgeschrittenem Netzrückbau um bis zu 1.000 Prozent steigen.

Der Mechanismus dahinter wird in der Branche als Remanenzkosten-Problem bezeichnet. Selbst wenn 70 Prozent der Haushalte auf Wärmepumpen oder Fernwärme umsteigen, bleiben die Grundkosten für das Gasnetz nahezu konstant. Die verbleibenden 30 Prozent tragen dann die volle Last – und das bei einem Gaspreis, der seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine ohnehin auf erhöhtem Niveau verharrt.

Die Studie macht die Kostenentwicklung an konkreten Szenarien fest. In einem Netzgebiet, das zu 80 Prozent rückgebaut ist, könnten verbleibende Nutzer das Zehnfache der heutigen Netzentgelte zahlen – zusätzlich zum eigentlichen Gaspreis. Für einen Durchschnittshaushalt mit 15.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch könnten sich dadurch Mehrkosten von mehreren hundert Euro pro Jahr ergeben. In extremen Szenarien – also bei fast vollständiger Netzabkoppelung einer Region – sind die berechneten Kosten schlicht nicht mehr wirtschaftlich tragbar.

Viele Kommunen reagieren auf diese Entwicklung mit konkreten Stilllegungsplänen. Laut der Studie planen zahlreiche Städte und Gemeinden bereits schrittweise Abschaltungen einzelner Gasnetzabschnitte. Wer in einer solchen Zone wohnt und noch eine Gasheizung betreibt, muss nicht nur mit steigenden Netzentgelten rechnen, sondern möglicherweise auch mit Versorgungsunterbrechungen oder dem Zwang zum Wechsel auf alternative Heizsysteme.

Die Bundesnetzagentur hat Leitfäden für die kommunale Wärmeplanung herausgegeben, die Städte und Gemeinden verpflichten, bis 2028 entsprechende Wärmepläne zu erstellen. In diesen Plänen wird quartierweise festgelegt, ob die künftige Wärmeversorgung über Fernwärme, individuelle Wärmepumpen oder andere Technologien erfolgt. Wer in einem Gasabschnitt lebt, der langfristig nicht in der kommunalen Wärmeplanung vorgesehen ist, sollte frühzeitig handeln.

Diese Entwicklung erklärt den historischen Aufschwung der Wärmepumpe im Jahr 2025: Erstmals überholte sie alle anderen Heiztechnologien und wurde zur meistgekauften neuen Heizform in Deutschland. Nicht allein wegen staatlicher Förderung – sondern weil die langfristige Kostenperspektive fossiler Heizungen für viele Haushalte schlicht unattraktiv geworden ist.

Der Wärmepumpenmarkt steht 2026 vor einem Boom – trotz anhaltender politischer Debatte über ein neues Heizungsgesetz und der kriegsbedingten Turbulenzen auf den Energiemärkten. Branchenbeobachter erwarten, dass die Nachfrage nach gasunabhängigen Heizsystemen weiter steigen wird. Die Herausforderung liegt derzeit weniger im Markt als in der Kapazität der Fachbetriebe: Wartezeiten von mehreren Monaten für Wärmepumpen-Installationen sind in NRW keine Seltenheit mehr. Wer plant umzurüsten, sollte deshalb frühzeitig planen und nicht abwarten, bis die Netzentgelte tatsächlich eskalieren.

Wer jetzt umrüsten möchte, profitiert von bestehenden Förderprogrammen. Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) können Haushalte beim Heizungstausch auf eine Wärmepumpe Investitionszuschüsse erhalten; die genauen Fördersätze und Konditionen sollten Antragstellende bei der BAFA oder einem zertifizierten Energieberater erfragen. Wichtig: Der Antrag muss vor der Auftragsvergabe gestellt werden – nachträgliche Förderung ist ausgeschlossen.

Installateure und Hausbesitzer in NRW berichten von steigendem Beratungsbedarf, insbesondere in ländlichen Regionen wie dem Münsterland, wo Fernwärme keine Alternative ist und die Zukunft des Gasnetzes ungewisser erscheint als in städtischen Ballungsräumen. KW Baustoffe GmbH in Drensteinfurt begleitet Fachbetriebe in der Region mit dem entsprechenden Produkt- und Materialsortiment für die Wärmewende.

Hausbesitzer und Installateure aus Drensteinfurt und NRW können sich bei der KW PV Solutions UG zu Wärmepumpen-Förderung und Heizungstausch beraten lassen.

Quellen: energie-experten.org · Solarserver

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