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EEG-Novelle: Dachanlagen verlieren, Klimaziele in Gefahr

EEG-Novelle | KW Baustoffe GmbH

Das Wuppertal Institut kritisiert die geplante EEG-Novelle des Bundeswirtschaftsministeriums scharf: Der Entwurf bevorzuge Freiflächenanlagen gegenüber Photovoltaik-Dachanlagen und gefährde damit das Ziel der Klimaneutralität bis 2045. Gleichzeitig zeigt die Übernahme von ChargeOne durch den Wolfsburger Anbieter CUBOS, wie eng der Ausbau der Ladeinfrastruktur und die dezentrale Solarenergie vom Dach miteinander verknüpft sind.

EEG-Novelle: Dachanlagen sollen verlieren, Solarparks wachsen

Der vom Bundeswirtschaftsministerium in die Ressortabstimmung eingebrachte Entwurf zur EEG-Novelle sieht vor, künftig verstärkt Freiflächenanlagen auszuschreiben und den Zubau bei Solarparks zu beschleunigen. Für kleine Photovoltaik-Dachanlagen – insbesondere kleinere Systeme – sollen die Förderbedingungen dagegen deutlich schlechter werden. Das erklärte Ziel des Ministeriums: die Systemkosten der Energiewende reduzieren.

Die Forscher Manfred Fischedick und Sascha Samadi vom Wuppertal Institut haben die wirtschaftlichen Konsequenzen dieser Weichenstellung durchgerechnet. Ergebnis: Bis 2035 sinken die Systemkosten um lediglich 0,9 Prozent – das entspricht einer Einsparung von rund 1,5 Milliarden Euro. Bis 2045 wächst die Ersparnis auf 1,5 Prozent beziehungsweise 2,8 Milliarden Euro. Der Kosteneffekt ist real, aber vergleichsweise gering – und er hat einen erheblichen Preis.

Klimaneutralität 2045: Wachstumspfad für Solarparks kaum erreichbar

Das Wuppertal Institut warnt unmissverständlich: Die EEG-Novelle in ihrer jetzt vorliegenden Form gefährdet das Ziel der Klimaneutralität bis 2045. Um den zu erwartenden Rückgang bei Dachanlagen zu kompensieren, müsste die installierte Leistung bei Freiflächenanlagen von heute rund 40 Gigawatt bis 2032 auf etwa 130 Gigawatt und bis 2040 auf rund 240 Gigawatt steigen – eine Versechsfachung in unter 15 Jahren.

Fischedick und Samadi halten dieses Szenario für kaum erreichbar. Flächenkonkurrenz mit der Landwirtschaft und mangelnde gesellschaftliche Akzeptanz dürften den Freiflächenausbau erheblich bremsen. Hinzu kommt ein konzeptioneller Widerspruch innerhalb der Regierungspolitik: Der ebenfalls in die Ressortabstimmung eingebrachte Netzpaket-Entwurf enthält einen Redispatch-Vorbehalt, der Investitionsbedingungen für Solarparks vielerorts zusätzlich verschlechtert. Mehr Ausschreibungen für Freiflächenanlagen, gleichzeitig aber schlechtere Rahmenbedingungen für eben diese – die Forscher benennen diesen Widerspruch ausdrücklich.

Wärmepumpen und Elektroautos: Stille Verlierer der Reform

Ein in der politischen Debatte oft unterschätzter Aspekt: Ein Rückgang bei privaten Dachanlagen trifft unmittelbar die Sektorkopplung. Wer sein Haus mit einer Wärmepumpe heizt oder ein Elektroauto fährt, profitiert besonders stark von günstigem, selbst erzeugtem Solarstrom vom eigenen Dach. Dieser Eigenverbrauch verbessert die Wirtschaftlichkeit beider Technologien erheblich.

Fischedick und Samadi formulieren es direkt: „Wird der Ausbau von Gebäude-Solaranlagen geschwächt, dürfte darunter auch die für erfolgreichen Klimaschutz zentrale – aber in den letzten Jahren ohnehin schon zu langsame – Elektrifizierung des Verkehrs und der Raumwärme leiden – und zu einem höheren Bedarf an fossilen Energieträgern in den Sektoren Verkehr und Gebäude führen.“ Die EEG-Novelle hätte damit Folgewirkungen weit über den Stromsektor hinaus.

CUBOS übernimmt ChargeOne: 7.000 Ladepunkte, Marktausbau in Süddeutschland

Ungeachtet der politischen Unsicherheiten investiert die Privatwirtschaft weiter in den Ausbau der Infrastruktur für E-Mobilität. Der Wolfsburger Ladeinfrastruktur- und Photovoltaikanbieter CUBOS übernimmt die Elektromobilitätsmarke ChargeOne. Mit rund 3.500 zusätzlichen Ladepunkten wächst das CUBOS-Netz auf über 7.000 Standorte an. Die Transaktion stärkt insbesondere die Marktpräsenz in Süddeutschland – einem der stärksten Regionen für Photovoltaik und Elektrofahrzeuge in Deutschland.

CUBOS positioniert sich damit als integrierter Anbieter, der Solarenergie und Ladeinfrastruktur aus einer Hand kombiniert. Die Verbindung ist kein Zufall: Günstig produzierter Solarstrom vom eigenen Dach senkt die Ladekosten für Elektrofahrzeuge und stärkt die Rentabilität beider Systeme. Laut Unternehmensangaben sichert die Übernahme zudem bestehende Arbeitsplätze bei ChargeOne.

Wuppertal Institut: Behutsame Anpassung statt Systembruch

Das Wuppertal Institut plädiert nicht grundsätzlich gegen eine Reform, sondern für einen schrittweiseren Übergang. Konkret empfehlen Fischedick und Samadi, die verpflichtende Direktvermarktung für Anlagen bis 25 Kilowatt erst für Neuanlagen einzuführen, die ab dem Jahr 2030 errichtet werden. Die verbleibende Zeit solle Politik und Energiewirtschaft nutzen, um technische, regulatorische und institutionelle Rahmenbedingungen so zu verbessern, dass eine Direktvermarktung des Stroms aus kleinen Solaranlagen realistisch und wirtschaftlich tragbar ist.

Für Hausbesitzer und Installateure in Nordrhein-Westfalen unterstreicht die aktuelle Debatte die Bedeutung bestehender Förderfenster. Solange die EEG-Novelle noch nicht verabschiedet ist, gelten die aktuellen Bedingungen für Dachanlagen fort. KW Baustoffe GmbH in Drensteinfurt unterstützt Privat- und Gewerbekunden in der Region bei der Planung und Umsetzung von Photovoltaik-Projekten.

Hausbesitzer und Installateure aus Drensteinfurt und NRW können sich bei der KW PV Solutions UG zur Photovoltaik-Planung und zu aktuellen EEG-Förderbedingungen beraten lassen.

Quellen: Solarserver · pv magazine

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