Stand April 2026 hat Viessmann gemeinsam mit zwei deutschen Übertragungsnetzbetreibern nachgewiesen, dass Haushalts-Wärmepumpen aktiv zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen können. Das Pilotprojekt zeigt, wie dezentrale Heizsysteme künftig als steuerbare Lasten im Netz eingesetzt werden könnten – vorausgesetzt, die regulatorischen Rahmenbedingungen werden entsprechend angepasst.
Wärmepumpen gelten längst nicht mehr nur als effiziente Heizlösung für Privathaushalte. Ein aktuelles Pilotprojekt des Herstellers Viessmann in Zusammenarbeit mit zwei Übertragungsnetzbetreibern zeigt, dass diese Geräte auch einen messbaren Beitrag zur Netzstabilisierung leisten können. Das Projekt trägt den Namen ViFlex und demonstriert, wie Wärmepumpen im Verbund als flexible Verbraucher gesteuert werden können, um Lastspitzen im Stromnetz auszugleichen.
Das Grundprinzip dahinter ist vergleichsweise simpel: Wärmepumpen verbrauchen Strom, um Wärme zu erzeugen und in Pufferspeichern zu lagern. Wenn das Stromnetz überlastet zu werden droht oder überschüssige Energie abgenommen werden muss, können diese Geräte gezielt hoch- oder heruntergeregelt werden – ohne dass die Bewohner einen Komfortverlust spüren. Der gespeicherte Wärmepuffer gleicht kurzfristige Abschaltphasen aus.
Im Rahmen des Projekts wurden mehrere Viessmann-Wärmepumpen in Echtzeit mit den Steuerungssystemen der beteiligten Netzbetreiber vernetzt. Die Ergebnisse zeigen laut Viessmann, dass eine koordinierte Steuerung technisch umsetzbar ist und tatsächlich netzdienliche Effekte erzielt werden können. Besonders interessant ist dieser Ansatz vor dem Hintergrund des wachsenden Anteils erneuerbarer Energien im deutschen Stromnetz, deren Einspeisung witterungsbedingt schwankt.
Damit solche Konzepte flächendeckend Realität werden, sind jedoch Anpassungen im Regulierungsrahmen notwendig. Konkret verweist Viessmann auf das sogenannte Redispatch 3.0, ein noch nicht vollständig umgesetztes Regelwerk, das die Einbindung kleiner, dezentraler Verbraucher in das Netzmanagement ermöglichen soll. Derzeit können Netzbetreiber vor allem große Kraftwerke und Industrieanlagen für Redispatch-Maßnahmen heranziehen. Private Wärmepumpen bleiben weitgehend außen vor.
Sollte Redispatch 3.0 wie geplant umgesetzt werden, könnten Millionen von Haushalten mit Wärmepumpen zu aktiven Teilnehmern im Energiemarkt werden. Schätzungen zufolge sind in Deutschland bereits mehrere Hunderttausend Wärmepumpen installiert, Tendenz stark steigend. Das aggregierte Flexibilitätspotenzial dieser Geräte ist erheblich und könnte dazu beitragen, teure Netzeingriffe zu reduzieren sowie den Ausbaubedarf beim Stromnetz zu verringern.
Für Hausbesitzer, die über die Anschaffung einer Wärmepumpe nachdenken, eröffnet diese Entwicklung eine weitere Perspektive: Neben den Einsparungen bei den Heizkosten könnten künftig auch Vergütungen für die Netzdienstleistungen hinzukommen, sofern entsprechende Tarif- und Vergütungsmodelle etabliert werden. Marktreife Produkte und verbindliche gesetzliche Grundlagen fehlen aktuell noch.
Das Viessmann-Projekt ViFlex ist ein weiterer Beleg dafür, dass die Energiewende nicht allein durch den Ausbau von Erzeugungskapazitäten gelingt, sondern ebenso durch die intelligente Vernetzung von Verbrauchern. Die Ergebnisse dürften auch für die laufenden politischen Diskussionen rund um das Energiewirtschaftsgesetz und die Weiterentwicklung des Netzentgeltsystems relevant sein.
Quelle: Solarserver (https://www.solarserver.de/2026/04/09/viessmann-waermepumpen-schaffen-flexibilitaet-fuer-das-stromnetz/)
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