Thermic Energy baut die Produktion von Wärmepumpen-Speichern gezielt aus und bietet Einheiten von 30 bis 18.000 Litern für Haushalte und Gewerbe an. Zeitgleich appelliert der Solartechnik-Konzern SMA Solar an die Bundesregierung: Das Heizungsgesetz sei ein Irrweg und müsse grundlegend überarbeitet werden. Beide Meldungen spiegeln den Zwiespalt zwischen industriellem Aufbruch und politischer Unsicherheit in der deutschen Wärmewende wider.
Die Groupe-Atlantic-Tochter Thermic Energy plant eine deutliche Ausweitung ihrer Fertigungskapazitäten für Wärmepumpen-Speicher. Das Angebot reicht von 30 bis 18.000 Litern und deckt damit sowohl einzelne Wohnhäuser als auch Großprojekte in Gewerbe und Industrie ab. Zur gleichen Zeit geht SMA Solar mit dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) – dem sogenannten Heizungsgesetz – öffentlich auf Konfrontationskurs und fordert von der Bundesregierung eine grundlegende Neuausrichtung.
Thermic Energy: Speicherportfolio von der Kleinstanlage bis zum Industrieprojekt
Thermic Energy gehört zur Groupe Atlantic, einem der führenden europäischen Hersteller von Heiz- und Klimatechnik mit Hauptsitz in La Roche-sur-Yon, Frankreich. Das Unternehmen ist in mehreren europäischen Märkten aktiv und deckt Produktbereiche von Warmwasserbereitung über Klimaanlagen bis hin zu thermischen Energiespeichern ab. Die geplante Kapazitätserweiterung zielt auf den wachsenden deutschen Markt für Wärmepumpen-Pufferspeicher. Konkrete Investitionssummen oder neue Produktionsstandorte nannte das Unternehmen bislang nicht.
Das Produktportfolio von 30 bis 18.000 Litern ist bewusst breit angelegt: Kleine Einheiten bedienen den Einfamilienhausmarkt, große Volumina ermöglichen Lösungen für Mehrfamilienhäuser, Gewerbeobjekte oder kommunale Nahwärmenetze. Für Installateure und Planer bedeutet die Angebotsbreite, dass sie bei einem einzigen Lieferanten für sehr unterschiedliche Projekte bestellen können. Ob die Kapazitätserweiterung auch Lieferzeiten verkürzt oder Preise beeinflusst, ließ Thermic Energy offen.
Der Markt für Wärmepumpen-Speicher wächst in Deutschland erheblich. Steigende Strompreise, der Wunsch nach höherem Eigenverbrauch und die Anforderungen des GEG treiben die Nachfrage. Thermische Pufferspeicher gelten als Schlüsselkomponente für effiziente Wärmepumpen-Systeme: Sie entkoppeln die Heizlaufzeiten vom Strombezug und senken die Betriebskosten messbar.
SMA Solar: Heizungsgesetz als politischer Irrweg
Deutlich lauter war der öffentliche Auftritt von SMA Solar. Der Konzern aus Niestetal bei Kassel ist vor allem für seine Photovoltaik-Technik bekannt und engagiert sich zunehmend auch im Bereich Wärme und Speicher. Gegenüber der Hessenschau bezeichnete das Unternehmen das Heizungsgesetz als „Irrweg“ und appellierte an die Bundesregierung, die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Wärmewende grundlegend zu reformieren.
Das GEG war 2023 nach monatelangem politischen Streit verabschiedet worden. Es verpflichtet Eigentümer, bei der Erneuerung von Heizungen auf erneuerbare Energiequellen zu setzen – Wärmepumpen sind dabei die bevorzugte Technologie. Kritiker aus Handwerk, Industrie und Politik bemängeln seitdem vor allem zu hohe Kosten, fehlende Fachkräfte und unklare Förderkonditionen.
Dass SMA Solar, als Unternehmen selbst Profiteur der Energiewende, öffentlich fundamentale Kritik am Heizungsgesetz übt, ist ein ungewöhnliches Signal. Welche konkreten Änderungen der Konzern fordert, geht aus der vorliegenden Berichterstattung nicht vollständig hervor. Klar ist: Die Branche teilt das Ziel, fossile Heizungen zu ersetzen – zweifelt aber an der Umsetzungsqualität des geltenden Rechts.
Einordnung: Marktdynamik und politische Unsicherheit
Beide Meldungen illustrieren eine typische Konstellation der deutschen Energiewende: Unternehmen investieren in Kapazitäten und neue Produkte, während gleichzeitig der politische Rahmen umstritten bleibt. Für Hausbesitzer und Installateure in Deutschland bedeutet das – technisch ist die Versorgung mit Wärmepumpen-Speichersystemen besser verfügbar als je zuvor; rechtlich und wirtschaftlich bleibt die Lage komplex.
Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) soll Mehrkosten beim Wärmepumpeneinbau abfedern. Doch Antragsrückstau bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), Unsicherheiten in der Förderplanung und ein angespannter Fachkräftemarkt bremsen die praktische Umsetzung. Die Bundesregierung steht unter Druck, das GEG so nachzujustieren, dass es in der Praxis funktioniert – ohne das klimapolitische Ziel aufzugeben.
Thermic Energy und SMA Solar stehen exemplarisch für eine Branche, die langfristig auf die Energiewende setzt, kurzfristig aber auf verlässlichere politische Signale wartet. Der Speichermarkt für Wärmepumpen dürfte unabhängig vom politischen Kurs wachsen – zu groß ist der Sanierungsbedarf im deutschen Gebäudebestand.
KW Baustoffe GmbH in Drensteinfurt verfolgt die Entwicklungen am Wärmepumpen- und Speichermarkt eng und informiert Fachbetriebe sowie Endkunden in Nordrhein-Westfalen über aktuelle Produktinnovationen und Förderangebote.
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Quellen: Solarserver · hessenschau.de