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Wärmepumpenförderung: SMA und BWP kritisieren Gesetzeslücken

Luft-Wasser-Waermepumpe

Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) und Wechselrichterhersteller SMA Solar üben scharfe Kritik am Entwurf des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GMG): Der geplante Nachfolger des Heizungsgesetzes sei zu unverbindlich und gefährde die Wärmewende. BWP fordert klarere Förderregeln, verbindliche Vorgaben für Hybridheizungen und ein Enddatum für fossile Energieträger – SMA bezeichnet den bisherigen Kurs als „Irrweg“.

Das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) – der Nachfolger des vieldiskutierten Gebäudeenergiegesetzes (GEG) – steht unter erheblichem Druck aus der Energiebranche. Sowohl der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) als auch der hessische Wechselrichterhersteller SMA Solar haben sich mit scharfer Kritik an die Bundesregierung gewandt. Die Einwände gehen in dieselbe Richtung: Der Entwurf sei zu unverbindlich, die Förderarchitektur zu lückenhaft.

BWP: Drei konkrete Mängel im Gesetzentwurf

Der Bundesverband Wärmepumpe hat den Entwurf eingehend analysiert und drei zentrale Kritikpunkte identifiziert. Erstens fehlen präzise Vorgaben zur Förderung von Wärmepumpen. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) soll zwar fortgeführt werden – doch wesentliche Detailfragen bleiben im aktuellen Entwurf offen. Für Eigentümer, die eine Heizungsmodernisierung planen, bedeutet das eingeschränkte Planungssicherheit.

Zweitens kritisiert der BWP die Regeln zur Dimensionierung von Hybridheizungssystemen als ungenügend. Hybridanlagen, die eine Wärmepumpe mit einem Gas- oder Ölkessel kombinieren, gelten als Übergangslösung auf dem Weg zur Dekarbonisierung des Gebäudebestands. Ohne klare technische Vorgaben entstehen Grauzonen, die zu ineffizienten Installationen führen können – mit direkten Konsequenzen für Effizienz und Förderfähigkeit der Anlage.

Drittens vermisst der BWP ein verbindliches Enddatum für fossile Energieträger. Länder wie Großbritannien und die Niederlande haben solche Fixdaten gesetzt und damit Investitionssicherheit für Hersteller, Installateure und Hausbesitzer geschaffen. Der aktuelle GMG-Entwurf lässt diese Frage offen – nach Einschätzung des Verbands ein schwerwiegendes Versäumnis für die Wärmewende.

SMA Solar: „Heizungsgesetz ist ein Irrweg“

Noch pointierter fällt die Kritik von SMA Solar aus. Das Unternehmen – einer der führenden europäischen Hersteller von Wechselrichtern und Energiemanagementsystemen mit Hauptsitz in Niestetal (Hessen) – bezeichnete den bisherigen politischen Kurs beim Heizungsgesetz gegenüber der hessenschau als „Irrweg“ und appellierte direkt an die Bundesregierung. SMA argumentiert, dass eine echte Energiewende im Gebäudesektor nur dann gelingt, wenn Elektrifizierung und erneuerbare Energien konsequent priorisiert werden.

Eine Regulierung, die fossile Übergangsoptionen zu lange offenlässt oder die Förderung für klimafreundliche Technologien verwässert, verzögere den notwendigen Transformationsprozess. SMA sieht sich als Teil eines integrierten Energiesystems, das Photovoltaik und Wärmepumpen intelligent verknüpft. Dabei ist zu berücksichtigen, dass SMA als Hersteller von Wechselrichtern ein direktes wirtschaftliches Interesse an der Elektrifizierung des Gebäudesektors hat – die Forderung nach einer ambitionierteren Regulierung ist auch strategisch motiviert.

Hintergrund: Was das GMG leisten soll

Das Gebäudemodernisierungsgesetz soll das GEG von 2023 ablösen, das politisch als „Heizungsgesetz“ bekannt wurde und einen hitzigen Koalitionsstreit auslöste. Das GEG schrieb vor, dass neue Heizungen ab 2024 zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Das GMG soll diesen Rahmen weiterentwickeln – mit neuen Anforderungen an Gebäudesanierungen, Energieeffizienz und den Heizungsaustausch im Bestand.

Die Bundesregierung steht dabei unter doppeltem Druck: CO₂-Emissionen im Gebäudesektor müssen deutlich sinken – gleichzeitig warnen Teile der Baubranche vor überbordenden Anforderungen, die Eigentümer und Handwerker überfordern könnten. Die Kritik von BWP und SMA geht in eine andere Richtung: Nicht zu streng, sondern zu unverbindlich sei der Entwurf.

Konsequenzen für Installateure und Hausbesitzer

Für Fachbetriebe, die Wärmepumpen installieren oder planen, bleibt die Lage angespannt. Förderbedingungen und gesetzliche Rahmenbedingungen sind weiter im politischen Fluss. Wer jetzt Projekte plant, sollte aktuelle BEG-Konditionen sorgfältig im Blick behalten und kurzfristige Änderungen der Förderarchitektur einkalkulieren. Genehmigungsverfahren sollten realistisch angesetzt werden.

Für Hausbesitzer empfiehlt sich Vorsicht bei Planungen, die stark auf staatliche Zuschüsse setzen – insbesondere solange die Förderstruktur des GMG noch im politischen Abstimmungsprozess ist. Die Grundrichtung bleibt klar: Die Politik will weg von fossilen Heizsystemen. Der Streit dreht sich um Tempo, Verbindlichkeit und Fördervolumen.

Einordnung: Branche erwartet Verlässlichkeit

Die Kritik von BWP und SMA steht stellvertretend für eine breitere Unzufriedenheit im Energiesektor. Hersteller und Verbände haben in den vergangenen Jahren erheblich in Produktentwicklung, Kapazitäten und Fachkräfteausbildung investiert – und erwarten politische Verlässlichkeit als Gegenleistung. Ein wiederholt nachgebessertes, politisch kompromittiertes Regelwerk untergräbt das Vertrauen in staatliche Förderversprechen und damit die Bereitschaft von Hausbesitzern, langfristig in klimafreundliche Heiztechnologien zu investieren.

KW Baustoffe GmbH in Drensteinfurt verfolgt die Entwicklungen rund um das Gebäudemodernisierungsgesetz aufmerksam und berät Handwerksbetriebe sowie Bauherren in NRW bei der Wahl geeigneter Heiztechnologien und Baustoffe.

Hausbesitzer und Installateure aus Drensteinfurt und NRW können sich bei der KW PV Solutions UG zur Wärmepumpenförderung und Heizungsmodernisierung beraten lassen.

Quellen: hessenschau.de · Solarserver

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