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EEG-Novelle: Photovoltaik-Jahresendrallye zeichnet sich ab

Photovoltaikanlage auf Dach
Symbolbild: PV-Dach (Foto: Bill Mead / Unsplash)

Der deutsche Photovoltaik-Markt steuert auf einen turbulenten Jahresausklang zu. Der PV-Großhändler EWS rechnet wegen der laufenden EEG-Novelle mit Vorzieheffekten, die den Zubau in den kommenden Monaten beschleunigen und Material knapp werden lassen könnten.

EEG-Novelle löst Vorzieheffekte aus

Die Bundesregierung arbeitet an einer Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Der Photovoltaik-Großhändler EWS erwartet deshalb eine Welle von Vorzieheffekten: Installateure und Bauherren wollen ihre Photovoltaik-Anlagen noch vor Inkrafttreten der neuen Regeln ans Netz bringen. Hintergrund ist die Sorge, dass sich Förderbedingungen oder Einspeisevergütung durch die Reform ändern könnten.

Solche Vorzieheffekte sind aus früheren Gesetzesänderungen bekannt. Schon vor der letzten großen EEG-Reform stieg die Nachfrage kurzfristig deutlich an, bevor sie danach wieder abflachte. EWS rechnet mit einem ähnlichen Muster zum Jahresende 2026 – mit der Folge, dass Handwerksbetriebe und Großhändler an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen könnten. Details zum genauen Zeitplan der Novelle sind bislang nicht final verabschiedet, was die Unsicherheit bei Planern zusätzlich erhöht.

Zubau im Juli bewegt sich auf Vorjahresniveau

Im Juli 2026 lag der bundesweite Photovoltaik-Zubau nach Angaben von EWS auf dem Niveau der Vormonate. Das gilt für alle Anlagengrößen – vom Balkonkraftwerk über Einfamilienhaus-Dächer bis zur Gewerbeanlage. Ein sprunghafter Anstieg blieb demnach zunächst aus, obwohl die Debatte um die EEG-Novelle bereits seit Wochen läuft.

Genau das dürfte sich laut EWS in den kommenden Monaten ändern. Der Großhändler begründet seine Prognose mit der angestoßenen EEG-Novelle und den damit verbundenen Unsicherheiten bei Fördersätzen. Belastbare Zubauzahlen für die zweite Jahreshälfte liefert regulär das Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur, das monatlich aktualisiert wird und damit als verlässlichster Indikator für die tatsächliche Entwicklung gilt.

Welche Materialien besonders knapp werden könnten

Bei einer plötzlichen Nachfragewelle geraten erfahrungsgemäß zuerst Standardkomponenten unter Druck: Solarmodule gängiger Leistungsklassen, Unterkonstruktionen für Schrägdächer sowie Wechselrichter mittlerer Leistungsgrößen. Auch Batteriespeicher könnten betroffen sein, da viele Bauherren PV-Anlage und Speicher inzwischen gemeinsam planen, um Eigenverbrauch und Förderung optimal zu kombinieren.

Handwerksbetriebe berichten zudem, dass nicht nur die Ware selbst, sondern auch freie Installationstermine zum limitierenden Faktor werden können. Wer frühzeitig bestellt, sichert sich damit nicht nur Material, sondern auch einen Platz im Terminkalender der Installationsbetriebe.

Wechselrichter-Hersteller SMA im Blick der Analysten

Parallel zur erwarteten Nachfragewelle richtet sich der Blick von Investoren auf die Zulieferer. Die Investmentbank Jefferies bestätigte ihre Kaufempfehlung für den deutschen SMA Solar-Konzern und beließ das Kursziel bei 87 Euro je Aktie. SMA zählt zu den größten europäischen Herstellern von Wechselrichtern für Photovoltaik-Anlagen und beliefert auch den deutschen Fachhandel.

Die Einschätzung ist mit Vorsicht zu lesen: Ein einzelnes Analystenurteil bildet nur eine Momentaufnahme ab und sagt wenig über die tatsächliche Marktentwicklung aus. SMA steht zudem im Wettbewerb mit chinesischen Anbietern wie Huawei und Sungrow sowie mit europäischen Konkurrenten wie Fronius und SolarEdge, die von einer möglichen Jahresendrallye ebenso profitieren würden. Ob sich die optimistische Kurszielprognose bestätigt, hängt maßgeblich davon ab, wie stark die Nachfrage tatsächlich anzieht und ob die Lieferketten den Ansturm bewältigen.

Was Bauherren im Münsterland jetzt beachten sollten

Für Hausbesitzer und Handwerksbetriebe im Münsterland hat die erwartete Jahresendrallye eine konkrete Konsequenz: Wer eine neue Photovoltaik-Anlage plant, sollte Material frühzeitig sichern. KW Baustoffe aus Drensteinfurt beobachtet die Lage bei Modulen, Wechselrichtern und Speichern eng und rät, Bestellungen nicht bis zum vierten Quartal aufzuschieben.

  • Angebote frühzeitig einholen, bevor Lieferzeiten steigen
  • Installationstermine mit Handwerksbetrieben rechtzeitig fixieren
  • Bei Änderungen durch die EEG-Novelle auf verbindliche Zusagen achten

Ein typisches Einfamilienhaus im Münsterland mit rund 10 kWp Anlagenleistung benötigt je nach Dachfläche etwa 22 bis 26 Solarmodule sowie einen passenden Wechselrichter. Wird die Bestellung erst im Spätherbst ausgelöst, drohen bei einem breiten Nachfrageschub Lieferzeiten von mehreren Wochen bis in das kommende Jahr hinein.

Hausbesitzer und Installateure aus Drensteinfurt und dem Münsterland können sich bei der KW PV Solutions UG zur Photovoltaik-Planung vor der Jahresendrallye beraten lassen.

Quellen: boerse.de · Solarserver

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