Ein Solarpark in Mecklenburg-Vorpommern liefert seit diesem Jahr Grünstrom direkt an die Deutsche-Bahn-Tochter DB Energie – abgesichert durch einen Batteriespeicher, ohne den das Geschäft nicht zustande gekommen wäre. Der Vertrag zeigt, wie Speichertechnik den Markt für förderfreie Photovoltaik-Großanlagen wiederbelebt. Parallel dazu bauen Hersteller wie Trina Solar ihr Speicherportfolio aus.
Pay as Nominated: Neues Abrechnungsmodell für Solarparks
Auf über 30 Hektar bei Friedrichshof in Mecklenburg-Vorpommern errichtete der Projektierer Maxsolar eine 37-Megawatt-Photovoltaikanlage. Lange war offen, wie der Strom vermarktet werden sollte. Seit Februar 2026 sondierte das Unternehmen den Markt – wenige Monate später stand die Deutsche-Bahn-Tochter DB Energie als Abnehmerin fest.
Zentral für den Deal ist ein Batteriespeicher, der den Solarstrom zwischenlagert und die Lieferung planbar macht.
„Ohne ihn gäbe es das Projekt nicht“, sagt Anwar Darwich, Commercial Director bei Maxsolar.
Der Vertrag ist als physischer Stromliefervertrag ausgestaltet, im Fachjargon Power Purchase Agreement (PPA): Der Strom fließt tatsächlich in den Bilanzkreis von DB Energie, inklusive der zugehörigen Herkunftsnachweise. Ein Dienstleister erstellt täglich eine Prognose der erwarteten Solarproduktion. DB Energie erstellt daraus einen Fahrplan für Einspeisung und Speichernutzung. Die tatsächlich gelieferte Menge wird zum vereinbarten Preis abgerechnet – unabhängig davon, ob die reale Produktion von der Prognose abweicht. Das Prinzip heißt „Pay as Nominated“, im Unterschied zum bisher üblichen „Pay as Produced“.
Warum Grünstromspeicher wieder gefragt sind
Der eingesetzte Speicher darf laut Vertrag ausschließlich mit Solarstrom geladen werden – ein sogenannter Grünstromspeicher. Diese Bauweise gilt gesetzlich als Teil der Erneuerbare-Energien-Anlage nach dem EEG, was Genehmigungsverfahren vereinfacht: Netzbetreiber befürchten seltener eine Überlastung, weil kein Netzstrom eingespeichert wird.
Noch vor einem Jahr äußerten sich viele Marktteilnehmer skeptisch: Ein reiner Grünstromspeicher steht im Winterhalbjahr weitgehend still, während die Sonne selten scheint. Die Erlöse blieben deutlich hinter denen einer frei einsetzbaren Batterie zurück, die auch am Regelenergie- oder Intraday-Markt handeln kann. Der Friedrichshof-Vertrag zeigt nun, dass sich das Modell trotzdem rechnen kann – vorausgesetzt, ein zahlungskräftiger Abnehmer wie DB Energie sichert die Abnahme langfristig ab. Für den Markt der förderfreien Photovoltaik-Großanlagen ist das ein wichtiges Signal, denn ohne gesicherte Vermarktung bleiben viele Projekte in der Schublade.
Trina Solar erweitert Speicher- und Modulportfolio
Parallel zur Marktentwicklung bringen Hersteller neue Großspeicher-Technik. Trina Solar präsentierte auf einer Fachmesse den Großspeicher „Elementa 2 Pro“ als Weiterentwicklung der bisherigen Elementa-Reihe sowie ein neues Modul der Honey-Serie. Konkrete technische Daten zu Kapazität und Preis nannte der Hersteller zum Zeitpunkt der Vorstellung nicht.
Werbeversprechen des Herstellers sind mit Vorsicht zu lesen: Der Markt für Großspeicher ist inzwischen dicht besetzt, unter anderem mit Anbietern wie Huawei, Sigenergy oder Kostal, die ebenfalls Gewerbe- und Großspeicherlösungen im Programm haben. Ob sich die neue Trina-Baureihe gegen die etablierte Konkurrenz durchsetzt, hängt von Zertifizierung, Lieferfähigkeit und Preis ab – Kriterien, die sich erst im Praxiseinsatz und nach unabhängiger Prüfung etwa nach VDE-Normen zeigen.
Bedeutung für Gewerbekunden im Münsterland
Auch abseits von Großprojekten wie Friedrichshof wird das Prinzip für Gewerbebetriebe im Münsterland interessant. Wer eine große Dachfläche und einen hohen Eigenverbrauch hat, kann mit einem Gewerbespeicher unabhängiger von Förderprogrammen werden. Bei KW Baustoffe in Drensteinfurt lassen sich Fragen zu passenden Speichergrößen für gewerbliche Dächer im Münsterland direkt vor Ort klären.
Vor einer Investition lohnt sich ein Blick auf folgende Punkte:
- Verfügbare Dachfläche und Ausrichtung für die Photovoltaikanlage
- Anteil des selbst verbrauchten Stroms im Tages- und Jahresverlauf
- Kapazität des Netzanschlusses am Standort
- Mögliche Vermarktungsoptionen, falls Überschussstrom verkauft werden soll
Ausblick: Weitere PPA-Projekte in Vorbereitung
Maxsolar wertet den Vertrag mit DB Energie als Blaupause für weitere Projekte. Auch andere Projektierer prüfen inzwischen Hybrid-PPA-Modelle aus Photovoltaik und Speicher, um förderfreie Anlagen wirtschaftlich zu betreiben. Ob sich das Modell flächendeckend durchsetzt, hängt vor allem davon ab, ob sich weitere bonitätsstarke Abnehmer wie Bahn-Unternehmen oder Industriekunden finden lassen, die langfristige Lieferverträge eingehen.
Hausbesitzer und Installateure aus Drensteinfurt und dem Münsterland können sich bei der KW PV Solutions UG zu Batteriespeicher-Lösungen für Photovoltaikanlagen beraten lassen.
Quellen: photovoltaik.eu · pv-magazine.de