Trina Solar bringt ein neues Aufdach-Modul für Hausdächer auf den europäischen Markt. Der chinesische Hersteller gibt für das Modul eine Leistung von 425 Watt und einen Wirkungsgrad von 21,9 Prozent an. Damit positioniert sich Trina Solar im dichter werdenden Wettbewerb um besonders leistungsstarke Solarmodule für private und gewerbliche Dächer.
TOPCon-Technologie auf kompakter Fläche
Das neue Modul basiert nach Angaben von Trina Solar auf n-Typ-TOPCon-Zellen, einer Zelltechnologie, die inzwischen bei den meisten führenden Herstellern zum Standard geworden ist. Ein Wirkungsgrad von 21,9 Prozent bedeutet, dass das Solarmodul auf vergleichsweise kleiner Fläche eine hohe Ausbeute liefert, ein Vorteil für Dächer mit begrenzter Fläche oder ungünstiger Ausrichtung. Für Aufdachanlagen auf Einfamilienhäusern kann das die Zahl der benötigten Module und damit den Montageaufwand senken.
Bei 425 Watt Nennleistung liegt das Modul in einer Klasse, die vor wenigen Jahren noch gewerblichen Freiflächenanlagen vorbehalten war. Mittlerweile setzen auch Hersteller von kompakten Aufdach-Modulen auf diese Leistungsklasse, um den Platzbedarf pro installiertem Kilowatt zu senken. Für Bestandsgebäude mit begrenzter Dachfläche kann das den Unterschied ausmachen, ob eine wirtschaftlich sinnvolle Anlagengröße überhaupt realisierbar ist.
Wettbewerb um Wirkungsgrad-Rekorde
Trina Solar tritt mit dem neuen Modul in ein Marktsegment ein, das längst hart umkämpft ist. Hersteller wie LONGi, JinkoSolar, Canadian Solar und Meyer Burger bieten bereits seit Monaten Module mit ähnlichen oder teils höheren Wirkungsgraden an. Der Abstand zwischen den Topmodulen der verschiedenen Anbieter beträgt inzwischen oft nur wenige Zehntelprozentpunkte. Ob sich Trina Solar mit dem 425-Watt-Modul tatsächlich absetzen kann, lässt sich anhand der bisher veröffentlichten Herstellerangaben nicht abschließend beurteilen.
Offene Fragen bleiben
Zu Preis, verbindlichem Marktstart in Deutschland und einer VDE-Zertifizierung hat Trina Solar bislang keine Details veröffentlicht. Auch unabhängige Messwerte zur Feldleistung unter realen Bedingungen liegen noch nicht vor, Laborwerte und Praxisertrag können bei neuen Zelltechnologien spürbar auseinanderfallen. Käufer und Installateure sollten deshalb vor einer Kaufentscheidung auf unabhängige Prüfberichte und die tatsächliche Verfügbarkeit über den Fachhandel warten, statt sich allein auf die Herstellerwerte zu verlassen. Auch zu Garantiebedingungen und Leistungsdegradation über die übliche Laufzeit von 25 bis 30 Jahren fehlen bislang belastbare Angaben.
Bedeutung für den deutschen Markt
Für deutsche Bauherren und Installateure ist die Modulwahl längst nicht mehr nur eine Frage des Wirkungsgrads. Da die Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz kontinuierlich sinkt, gewinnt der Eigenverbrauch über Batteriespeicher an Bedeutung. Ein hoher Modulwirkungsgrad hilft dabei, auf kleiner Dachfläche mehr Eigenstrom für Haushalt und Wärmepumpe zu erzeugen und die Abhängigkeit von steigenden Strompreisen zu verringern. Für gewerbliche Aufdachanlagen mit begrenzter Fläche können effizientere Module zudem helfen, mehr Leistung innerhalb bestehender Netzanschlussgrenzen unterzubringen, was angesichts oft ausgelasteter Netzkapazitäten in vielen Regionen ein zunehmend praxisrelevantes Argument ist.
Hinzu kommt die politische Dimension: Chinesische Modulhersteller wie Trina Solar stehen in der EU weiterhin in der Debatte um Handelsschutzmaßnahmen und Lieferkettentransparenz. Für Installateure bedeutet das, Herkunftsnachweise und Zertifizierungen genauer zu prüfen als noch vor wenigen Jahren, unabhängig davon, wie attraktiv die technischen Kennzahlen eines einzelnen Moduls erscheinen. Gleichzeitig sorgt der intensive Wettbewerb unter chinesischen Herstellern seit Jahren für sinkende Modulpreise in Europa, wovon am Ende auch deutsche Bauherren profitieren, sofern Qualität und Zertifizierung stimmen.
Für Installationsbetriebe bleibt entscheidend, wie sich das neue Modul in der Praxis schlägt, sobald erste Muster unabhängig getestet und Preise bekannt sind. Bis dahin bleiben die 425 Watt und 21,9 Prozent Wirkungsgrad zunächst Herstellerangaben, die eine unabhängige Einordnung noch nicht ersetzen können.
KW Baustoffe GmbH beobachtet aus Drensteinfurt die Entwicklung neuer Modultechnologien für den regionalen Markt in NRW, ohne selbst Trina-Solar-Produkte im eigenen Sortiment zu führen.
Hausbesitzer und Installateure aus Drensteinfurt und NRW können sich bei der KW PV Solutions UG zur Photovoltaik-Planung beraten lassen.
Quellen: pv magazine Deutschland