Die Bundesnetzagentur hat festgelegt, wie Batteriespeicher und Ladepunkte in den Strommarkt eingebunden werden. Privathaushalte können damit künftig am Markt teilnehmen. Parallel melden drei Unternehmen ein Großprojekt mit dezentralen Speichern.
Die Bundesnetzagentur hat Regeln zur Marktintegration von Stromspeichern und Ladepunkten (MiSpeL) festgelegt. Privathaushalte können ihre Batteriespeicher künftig am Strommarkt einsetzen. Außerdem fallen Hürden für bidirektionales Laden weg.
Das berichtet das Fachportal Solarserver zur Festlegung der Bundesnetzagentur. Die Meldung betrifft Hausbesitzer, Installateure und Betreiber gewerblicher Anlagen gleichermaßen.
Was sich für Heimspeicher ändert
Bisher dreht sich die Wirtschaftlichkeit eines Heimspeichers vor allem um den Eigenverbrauch. Der Speicher nimmt Solarstrom tagsüber auf und gibt ihn abends wieder ab. Die Marktintegration erweitert diese Rolle: Ein Speicher soll künftig auch dann laden oder entladen können, wenn es der Strommarkt nahelegt.
Die zweite Neuerung betrifft das bidirektionale Laden. Gemeint sind Fahrzeuge, die Strom nicht nur aufnehmen, sondern auch zurückspeisen. Die Bundesnetzagentur beseitigt dafür Hürden, die bislang eine sinnvolle Nutzung erschwerten.
Welche Anforderungen an Messung, Abrechnung und Verträge im Einzelnen gelten, steht in der Festlegung selbst. Betreiber sollten diese Details vor einer Entscheidung im Einzelfall prüfen. Pauschale Renditeversprechen verbieten sich, solange konkrete Konditionen fehlen.
Großprojekt mit dezentralen Speichern
Zeitgleich meldet Sigenergy gemeinsam mit Arausol und Memodo ein Projekt. Nach Angaben der Unternehmen entsteht Deutschlands größte DC-gekoppelte PV-Anlage mit dezentralen Speichern. Die Mitteilung lief über den Finanzdienst EQS News.
Bei der DC-Kopplung lädt der Speicher auf der Gleichstromseite der Anlage. Der Solarstrom muss dann nicht erst in Wechselstrom und wieder zurück gewandelt werden. Das kann Umwandlungsverluste senken. Dezentral heißt in der Regel: Statt eines zentralen Blocks arbeiten mehrere kleinere Einheiten verteilt in der Anlage.
Konkrete Kennzahlen wie Leistung, Standort oder Speichergröße nennt dieser Beitrag bewusst nicht. Sie sind in den ausgewerteten Quellen nicht belegt.
Einordnung: Was die Herstellermeldung offen lässt
Die Aussage, es handle sich um die größte Anlage dieser Art, stammt von den beteiligten Unternehmen. Eine unabhängige Prüfung liegt nicht vor. Eine Unternehmensmitteilung verfolgt immer auch Marketingziele und gehört deshalb mit Abstand gelesen.
Im Markt konkurrieren unterschiedliche Systemkonzepte, etwa AC- und DC-gekoppelte Lösungen. Welches besser passt, hängt von Anlagengröße, Bestand und Nutzungsprofil ab. Ein Vorteil auf dem Papier ersetzt keine Planung vor Ort.
Offen bleibt außerdem, wie sich Projekte dieser Art unter den neuen Marktregeln wirtschaftlich rechnen. Dazu liefern die Quellen keine Zahlen. Wer Aussagen zu Erlösen liest, sollte nach den zugrunde liegenden Annahmen fragen.
Was das im Münsterland bedeutet
Im Münsterland tragen viele Einfamilienhäuser bereits eine Solaranlage auf dem Dach. Für diese Besitzer stellt sich nun die Frage, ob ihr vorhandener oder geplanter Speicher marktfähig sein sollte. Entscheidend ist, ob die Technik die künftigen Anforderungen an Steuerung und Messung erfüllt.
Installateure in der Region sollten bei Neuanlagen frühzeitig klären, welche Schnittstellen der Speicher bietet. Bei Bestandsanlagen lohnt ein Blick in die Dokumentation des Herstellers. Wer ein E-Auto fährt, sollte zusätzlich prüfen, ob das Fahrzeug bidirektionales Laden überhaupt unterstützt.
Die Festlegung der Bundesnetzagentur schafft zunächst den Rahmen. Ob und wie schnell Stromanbieter passende Tarife anbieten, zeigt sich erst in den kommenden Monaten. Bis dahin gilt: Anlage und Speicher sauber auslegen, Optionen offenhalten und keine Entscheidung allein auf Basis von Marktversprechen treffen.
Hausbesitzer und Installateure aus Drensteinfurt und dem Münsterland können sich bei der KW PV Solutions UG zu Heimspeichern am Strommarkt beraten lassen.
Quellen: EQS News · Solarserver