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Sigenergy testet DC-gekoppelte Speicher im Solarpark

Electric car charger mounted on a wooden wall (Symbolbild: DC-gekoppelte Speicher)
Foto: dcbel / Unsplash

Rund 400 Installateure, Projektplaner und Kooperationspartner reisten Anfang September 2026 nach Weissach im Tal bei Stuttgart, um ein ungewöhnliches Speicherkonzept in der Praxis zu sehen. Beim „Sigenergy Day Europe“ zeigte der Hersteller, wie dezentrale DC-gekoppelte Speicher in einer Photovoltaik-Freiflächenanlage im industriellen Maßstab funktionieren, und stellte zugleich neue Speicherprodukte für Gewerbe und Kraftwerke vor.

Der Termin fand im Solarpark „Pfaffenklinge“ statt, den der Projektentwickler Arausol gemeinsam mit dem Großhändler Memodo realisiert hat. Sigenergy bezeichnet die Anlage als derzeit größte deutsche Freiflächenanlage mit dezentralen Speichertürmen unter Gleichstrom – ein Konzept, das bislang vor allem aus kleineren Gewerbe- und Hausspeicher-Anwendungen bekannt war.

Praxistest in Weissach im Tal

Unter den Modulreihen der Anlage stehen weiße Speichertürme, die in Summe eine Batteriekapazität von rund 20 Megawatt bündeln. Die Gäste des Sigenergy-Events wurden in sieben Reisebussen vom Tagungszentrum zur Anlage gebracht, um sich die Technik direkt vor Ort anzusehen. Für Installateure und Projektplaner war der Termin auch deshalb relevant, weil das Konzept zeigt, wie sich dezentrale Speicherarchitektur vom Eigenheim bis zum Kraftwerksmaßstab skalieren lässt. Die Photovoltaik-Anlage dient damit als Referenzprojekt für größere Co-Location-Vorhaben, bei denen Solarpark und Speicher am selben Standort und Netzanschlusspunkt betrieben werden.

Warum Gleichstromkopplung technische Vorteile bringt

Der Unterschied zu klassischen Wechselstrom-Systemen liegt im Wandlungsschritt. Bei AC-gekoppelten Anlagen wird der Solarstrom aus dem Modul zunächst in Wechselstrom gewandelt, etwa um ihn in einem Batteriespeicher zwischenzuspeichern – bei der späteren Einspeisung fällt ein weiterer Wandlungsschritt an. Bei DC-gekoppelten Speichern entfällt dieser Umweg: Überschüssiger Solarstrom fließt direkt als Gleichstrom in die Batterie, die Wandlung in Wechselstrom erfolgt erst beim Netzanschluss.

  • Weniger Wandlungsschritte zwischen Modul und Batterie
  • Potenziell geringerer Material- und Wechselrichteraufwand pro Speichereinheit
  • Einfachere Verkabelung durch dezentrale Türme direkt im Modulfeld

Für Betreiber großer Solarparks ist das vor allem bei hohen Einspeise-Lastspitzen interessant, wenn viel Energie kurzfristig zwischengespeichert werden muss, bevor sie ins Netz geht.

Neue Speicherprodukte für Gewerbe und Kraftwerke

Parallel zur Besichtigung präsentierte Sigenergy nach Angaben von Fachmedien neue Gewerbespeicher-Modelle, mit denen der Hersteller sein Portfolio vom Eigenheim in Richtung Utility-Scale-Anwendungen erweitert. Details zu Kapazitäten und Preisen der neuen Produkte waren zum Redaktionsschluss nicht vollständig einsehbar.

Kritisch einzuordnen: Sigenergy ist als vergleichsweise junger Hersteller aus China erst seit wenigen Jahren im europäischen Markt aktiv und tritt damit gegen etablierte Anbieter im Gewerbe- und Kraftwerkssegment an, die über deutlich längere Serviceerfahrung verfügen. Ob sich das dezentrale DC-Konzept im Feld ebenso bewährt wie in der Demonstrationsanlage, muss sich über mehrere Betriebsjahre erst noch zeigen. Belastbare Langzeitdaten zu Wartungsaufwand und Ausfallraten der Speichertürme liegen bislang nicht öffentlich vor.

Regulatorischer Rahmen für Co-Location-Anlagen

Co-Location-Projekte, bei denen Photovoltaik und Speicher am selben Netzverknüpfungspunkt betrieben werden, unterliegen in Deutschland besonderen Regeln. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz regelt in § 24 EEG die Zusammenfassung mehrerer Anlagen an einem Standort – relevant, wenn Solarstrom und Speicherkapazität gemeinsam vermarktet werden. Für den Netzanschluss von Anlagen dieser Größenordnung gilt zudem die Anwendungsregel VDE-AR-N 4110 für Mittelspannungsnetze, die unter anderem Vorgaben zu Blindleistung und Netzstützung macht. Planer und Installateure sollten diese Anforderungen frühzeitig mit dem zuständigen Netzbetreiber klären, da dezentrale Speicherarchitekturen andere Mess- und Regelkonzepte erfordern als zentrale Wechselrichterlösungen.

Bedeutung für Solarpark-Projekte im Münsterland

Auch im Münsterland entstehen zunehmend größere Freiflächenanlagen, für die Landwirte und Kommunen Flächen an Betreiber verpachten. Für solche Projekte kann dezentrale Gleichstromkopplung interessant sein, weil sie die Verkabelung zwischen Modulfeld und Speicher vereinfacht und einen Wandlungsschritt einspart. Ob sich dieser Vorteil in konkreten Erträgen niederschlägt, hängt stark vom Einzelprojekt ab – belastbare Vergleichswerte aus deutschem Feldbetrieb stehen noch aus, wie das Beispiel Weissach im Tal zeigt. Handwerksbetriebe und Planer aus der Region, die ein Co-Location-Projekt vorbereiten, können sich bei der Auswahl geeigneter Speicherkomponenten in Drensteinfurt beraten lassen.

Hausbesitzer und Installateure aus Drensteinfurt und dem Münsterland können sich bei der KW PV Solutions UG zu DC-gekoppelten Speicherlösungen beraten lassen.

Quellen: pv-magazine.de

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