Das Berliner Unternehmen indielux ermöglicht mit dem Stromwächter „ready2plugin“ den Betrieb von Solarsystemen bis zu 10 kWp Leistung per Haushaltssteckdose – rechtskonform nach der seit März 2026 geltenden Anschlussnorm VDE-AR-N 4105 (Technische Anschlussbedingungen Niederspannung). Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hat das patentierte Thermosimulationsverfahren unabhängig getestet und die Normkonformität bestätigt.
Neue Norm, neue Grenzen: VDE-AR-N 4105 seit März 2026
Die aktualisierte Anschlussnorm VDE-AR-N 4105 (Technische Anschlussbedingungen Niederspannung) trat im März 2026 in Kraft und legt verbindliche technische Obergrenzen für die Einspeisung ins häusliche Niederspannungsnetz fest. Hintergrund ist der Schutz vor thermischer Überlastung: Herkömmliche Hausleitungen sind nicht für beliebig große kombinierte Ströme aus Netzversorgung und lokaler Erzeugung ausgelegt. Ohne gesonderte Prüfung durch einen Fachbetrieb erlaubt die Norm eine maximale Modulleistung von 960 Watt für steckbare Geräte.
Wer darüber hinaus gehen wollte, hatte bislang zwei Optionen: Den Wechselrichter starr auf 960 Watt begrenzen – und damit dauerhaft Erzeugungspotenzial verschenken – oder die Anlage als vollwertige PV-Anlage durch einen zugelassenen Elektriker anmelden lassen. Letzteres verursacht Kosten von mehreren Hundert bis über tausend Euro, abhängig von Region und Aufwand.
Echtzeit-Thermosimulation: So funktioniert ready2plugin
indielux hat mit dem patentierten „ready2plugin“-Stromwächter einen dritten Weg entwickelt. Das Gerät erfasst kontinuierlich alle relevanten elektrischen Messgrößen im Hausstromkreis – Strom, Spannung, Zeitverlauf – und berechnet daraus die momentane Leitungstemperatur in Echtzeit, ohne physische Temperatursensoren. Nähert sich die errechnete Temperatur dem nach VDE-AR-N 4105 zulässigen Grenzwert, drosselt der Stromwächter die Solareinspeisung automatisch und stufenlos.
Der entscheidende Vorteil gegenüber einer starren Drosselung liegt in der Adaptivität: Läuft der Haushalt auf Hochtouren – Waschmaschine, Herd und Klimaanlage gleichzeitig –, kann die volle installierte Modulleistung ins Hausnetz fließen. Bei geringem Verbrauch wird die Einspeisung proportional reduziert. Das System nutzt stets das thermisch maximal zulässige Potenzial der installierten Anlage.
Haushalte können auf diese Weise Solarsysteme inklusive Batteriespeicher mit einer Gesamtleistung von bis zu 10 kWp direkt an der Haushaltssteckdose betreiben – ohne Elektriker, ohne formelle Netzanmeldung und ohne Handwerkerkosten. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hat das Verfahren erfolgreich validiert; laut indielux ist ready2plugin derzeit die einzige marktreife Lösung, die diesen Weg normkonform ermöglicht.
Was Hausbesitzer und Installateure konkret gewinnen
In Deutschland waren Anfang 2026 nach Angaben der Bundesnetzagentur bereits über eine Million Steckersolargeräte registriert. Die bisherige 960-Watt-Grenze hat viele Nutzer davon abgehalten, größere Kapazitäten zu installieren. Mit ready2plugin öffnet sich ein neues Leistungssegment: Wer bisher auf den Aufwand einer vollwertigen Dachmontage verzichtet hat, kann nun per Steckdose eine Anlage im Bereich klassischer Einfamilienhaus-Systeme betreiben.
Für Installateure und Fachbetriebe ergeben sich neue Beratungsfelder: Hybridkonfigurationen aus steckbarer PV und stationärem Heimspeicher können künftig deutlich größere Leistungen abdecken, ohne den regulatorischen Aufwand einer vollwertigen Netzanschlussanlage. Die wirtschaftliche Abwägung zwischen Steckdosen-System und klassischer Dachanlage wird dadurch nuancierter – eine fundierte Beratung bleibt unerlässlich.
Hinzu kommt ein wirtschaftlicher Aspekt: Wer ein System mit 10 kWp per Steckdose aufbaut, spart nicht nur Anmeldegebühren. Durch die dynamische Regelung wird die Eigenverbrauchsquote optimiert – der erzeugte Strom fließt genau dann ins Haus, wenn er benötigt wird. In Kombination mit einem Heimspeicher lassen sich Autarkiegrade erreichen, die früher ausschließlich vollwertigen Dachanlagen vorbehalten waren.
Trina Solar zeigt Elementa 2 Pro und überarbeitetes Honey-Modul
Unabhängig davon hat Trina Solar auf einer Branchenveranstaltung zwei neue Produkte vorgestellt: den stationären Großspeicher Elementa 2 Pro sowie eine überarbeitete Version des Honey-Solarmoduls. Vollständige technische Spezifikationen – Kapazität, Systemspannung, Leistungsklassen – wurden bislang nur in Teilen bekannt gegeben. Trina Solar zählt weltweit zu den umsatzstärksten Modulproduzenten; Deutschland gehört zu seinen Kernmärkten.
Für Gewerbekunden und Projektplaner, die größere Speicheranlagen entwickeln, bleibt die Produktlandschaft damit in Bewegung. Bis vollständige Daten und Markteinführungstermine vorliegen, empfiehlt sich eine abwartende Haltung bei konkreten Planungen mit dem Elementa 2 Pro. Unabhängige Vergleichstests stehen noch aus.
KW Baustoffe GmbH aus Drensteinfurt informiert regelmäßig über technische Entwicklungen im Bereich Photovoltaik, Heimspeicher und Steckersolar für den regionalen Markt in NRW.
Hausbesitzer und Installateure aus Drensteinfurt und NRW können sich bei der KW PV Solutions UG zur Photovoltaik-Planung und zu steckbaren Solarsystemen beraten lassen.
Quellen: energie-experten.org · photovoltaik.eu