SMA Solar hat das Gebäudeenergiegesetz (GEG) als „Irrweg“ bezeichnet und die Bundesregierung zu Korrekturen aufgerufen. Gleichzeitig prüft die EU Handelshürden gegen chinesische Wechselrichter – und eine Studie belegt, dass schnellerer Solarausbau die Systemkosten im Stromnetz langfristig senkt.
SMA Solar aus Niestetal (Hessen) hat das Gebäudeenergiegesetz (GEG) öffentlich als „Irrweg“ bezeichnet und die Bundesregierung zur grundlegenden Überarbeitung aufgefordert. Der Wechselrichterhersteller sieht in der aktuellen Gesetzgebung ein strukturelles Hindernis für den Ausbau erneuerbarer Heiztechnologien – und damit für die gesamte Wärme-Energiewende in Deutschland.
Was SMA Solar am Heizungsgesetz kritisiert
Das GEG schreibt seit 2024 vor, dass neu eingebaute Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. In der Praxis führte die Regelung zu erheblicher Verunsicherung bei Hausbesitzern, Installateuren und Investoren. Branchenfeedback zeigt: Viele Sanierungsvorhaben wurden verschoben, der Markt für Wärmepumpen bricht seit Monaten ein. Laut Branchenverband BWP lag der Absatz 2024 deutlich unter dem Vorjahreswert – ein Trend, der sich auch 2025 fortsetzte.
SMA Solar appelliert an die neue Bundesregierung, das GEG technologieoffen zu reformieren und verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen zu schaffen. Konkrete Änderungsvorschläge nannte das Unternehmen nicht öffentlich, machte aber deutlich, dass die aktuelle Unsicherheit die Energiewende im Wärmebereich gefährde. Als Anbieter von Energiemanagementsystemen für Wärmepumpen-Hybridanlagen ist SMA selbst direkt von der Marktentwicklung betroffen – das sollte bei der Einordnung der Kritik berücksichtigt werden.
EU prüft Handelshürden für chinesische Wechselrichter
Parallel dazu steht der europäische Solarmarkt vor einem regulatorischen Einschnitt: Die EU-Kommission prüft, ob chinesische Wechselrichter mit staatlichen Subventionen bezuschusst werden und damit den Wettbewerb verzerren. Ähnlich wie bei den Strafzöllen auf chinesische Solarmodule könnte auch bei Wechselrichtern ein Antisubventionsverfahren eingeleitet werden. Bereits 2024 hatte die EU-Kommission entsprechende Vorermittlungen aufgenommen; erste Maßnahmen könnten noch im Laufe des Jahres 2025 in Kraft treten.
Für deutsche Installateure hätte das erhebliche Folgen: Chinesische Hersteller wie Sungrow, Growatt oder Deye dominieren mittlerweile erhebliche Marktanteile im Segment der kleinen Heimanlagen und Balkonkraftwerke. Höhere Importabgaben würden die Materialkosten für PV-Projekte spürbar verteuern – ausgerechnet in einer Phase, in der günstige Systempreise die Nachfrage stützen.
E-Auto als bezahlter Stromspeicher: V2G vor dem Durchbruch?
Ein weiteres Thema in der aktuellen Branchendebatte ist Vehicle-to-Grid (V2G): die Nutzung von Elektrofahrzeugen als mobile Stromspeicher mit Vergütungsmodell. Energieversorger und Netzbetreiber testen zunehmend Konzepte, bei denen Elektroauto-Besitzer für das Einspeisen von Ladestrom eine Vergütung erhalten.
In Pilotprojekten in den Niederlanden und Großbritannien wurden bereits Vergütungen von mehreren Hundert Euro jährlich pro Fahrzeug realisiert. In Deutschland verzögert sich die Einführung vor allem wegen ungeklärter Fragen bei Abrechnung, Netzstabilität und Fahrzeuggarantien. Experten rechnen frühestens 2027 mit einer flächendeckenden Regulierung in Deutschland.
Studie: Schnellerer Solarausbau reduziert Systemkosten
Eine aktuelle Analyse belegt, dass ein forcierter Ausbau von Solaranlagen und stationären Energiespeichern die gesamtwirtschaftlichen Kosten der Energieversorgung langfristig deutlich senkt. Je früher große Kapazitäten zugebaut werden, desto geringer fallen die Kosten für Netzausbau und teure Spitzenlastkraftwerke aus.
Konkret zeigt die Studie, dass ein Pfad mit 30 Prozent mehr Solarkapazität bis 2030 im Vergleich zum Referenzszenario Systemkosten in Milliardenhöhe vermeidet. Regionale Wertschöpfungseffekte durch heimische Installation, Wartung und Betrieb werden dabei als Zusatznutzen gewertet. Das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) unterstrich in einem Interview mit Solarthemen, dass lokale Handwerksbetriebe von diesem Ausbau überproportional profitieren könnten. Gleichzeitig betonte das IÖW, dass politische Stabilität und klare Förderbedingungen entscheidend seien, um regionale Investitionen zu mobilisieren.
Speichermarkt: 2026 als Wendejahr erwartet
Nach einem schwachen Jahr 2025 mehren sich Einschätzungen, dass der Markt für stationäre Energiespeicher 2026 wieder deutlich anzieht. Günstigere Zellpreise, neue Förderprogramme auf Länderebene und wachsende Nachfrage nach Netzdienstleistungen wie Primärregelleistung könnten die Absatzzahlen spürbar steigern. In Bayern, Baden-Württemberg und NRW wurden 2025 neue Speicherförderungen aufgelegt, die auch 2026 weitergelten.
Besonders im Gewerbesegment werden steigende Investitionen erwartet. Betriebe mit hohem Eigenstromverbrauch profitieren zunehmend von kombinierten PV-Speicher-Anlagen, die Lastspitzen kappen und teure Netzentgelte reduzieren. Voraussetzung bleibt eine verlässliche Regulierung – die aktuellen Unsicherheiten rund um das GEG wirken hier als Bremse für die nötige Investitionsplanung.
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Quellen: Solarserver.de · hessenschau.de