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Bahnstrom-PV: Gleisflächen könnten vollen Zugstrom liefern

Bahnstrom-PV | KW Baustoffe GmbH

Neue Berechnungen zeigen: Die Flächen entlang deutscher Bahntrassen reichen aus, um den gesamten Strombedarf des Zugverkehrs mit Solarenergie zu decken. Gleichzeitig warnt die Solarbranche vor einer möglichen Bremswirkung der geplanten EEG-Novelle und des Netzpakets auf den Photovoltaik-Ausbau in Deutschland.

Gleisflächen als Solarpotenzial für den Zugbetrieb

Die Deutsche Bahn ist Deutschlands größter Einzelstromverbraucher und betreibt ein eigenständiges 16,7-Hertz-Bahnstromnetz mit einer Länge von knapp 8.000 Kilometern. Forscher haben nun systematisch berechnet, ob die an die Gleise angrenzenden Flächen ausreichen, um den gesamten Strombedarf des Zugverkehrs durch Photovoltaik zu decken. Das Ergebnis ist eindeutig: Die verfügbaren Trassenflächen bieten ausreichend Raum für eine vollständige Eigenversorgung mit Solarstrom.

Die Studie belegt, dass eine systematische Nutzung der Gleisrandstreifen für PV-Anlagen weit mehr als ein Nischenprojekt wäre. Die Forscher rechnen mit einer spürbaren Reduktion der Börsenstrompreise und der Netzentgelte – Effekte, die nicht nur der Bahn, sondern allen Stromverbrauchern zugutekämen. Entscheidend ist dabei die schiere Länge des deutschen Bahnnetzes: Auf 8.000 Kilometern Trassenrand lassen sich erhebliche Mengen an Solarmodulen installieren, ohne zusätzliche Flächen zu versiegeln.

Regulierung benachteiligt Bahnstrom-PV gegenüber dem Allgemeinnetz

Trotz des Potenzials stehen der Umsetzung erhebliche Hürden entgegen. Das Bahnstromnetz operiert mit einer Frequenz von 16,7 Hertz, während das öffentliche Stromnetz mit 50 Hertz arbeitet. Diese technische Besonderheit führt dazu, dass PV-Anlagen, die direkt ins Bahnstromnetz einspeisen, regulatorisch schlechter gestellt sind als vergleichbare Anlagen am 50-Hertz-Netz.

Die Anlagen benötigen spezielle Wechselrichter und Netzanbindungen, was die Investitionskosten spürbar erhöht. Gravierender wiegt jedoch die ungleiche Behandlung im Vergütungssystem des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG): Bahnstrom-PV-Anlagen profitieren nicht in gleichem Maße von den Einspeisevergütungen wie Anlagen auf Wohngebäuden oder Freiflächen. Experten fordern daher eine gezielte Anpassung der technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen, um das Potenzial der Bahnflächen wirtschaftlich erschließen zu können.

EEG-Novelle und Netzpaket: Branche schlägt Alarm

Während die Bahn-Studie zeigt, welche ungenutzten Solarreserven in der deutschen Infrastruktur schlummern, sorgt zeitgleich ein Gesetzgebungsvorhaben für Unruhe: Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) hat Referentenentwürfe für die EEG-Novelle und ein neues Netzpaket in die Ressortabstimmung eingebracht. Die Änderungen betreffen Vergütungssätze, Netzentgelte und die Bedingungen für den Eigenverbrauch. Branchenverbände reagieren mit scharfer Kritik auf die vorgelegten Entwürfe.

Gegenüber früheren Entwürfen aus dem Ministerium von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche fehlen wesentliche Verbesserungen, die die Branche eingefordert hatte. Verbände und Unternehmen warnen vor steigenden Investitionsrisiken für Projektentwickler, Gewerbebetriebe und Eigenheimbesitzer. Im schlimmsten Fall, so die Befürchtung, könnte die Reform den Photovoltaik-Ausbau in Deutschland empfindlich bremsen – ausgerechnet in einer Phase, in der die Energiewende an Fahrt gewinnen müsste.

Netzentgelte und Direkteinspeisung im Zentrum des Streits

Ein zentraler Streitpunkt ist das Netzpaket, das die Verteilung von Netzkosten und Einspeisebedingungen neu regeln soll. Kritiker befürchten, dass die geplanten Änderungen die Wirtschaftlichkeit von Solaranlagen für Privathaushalte und Gewerbekunden verschlechtern. Die Branche brauche Planungssicherheit für Investitionsentscheidungen, so der BSW Solar – die aktuellen Referentenentwürfe lieferten diese nicht.

Das Thema Direkteinspeisung in Sondernetze wie das Bahnstromnetz bleibt in den bisherigen Entwürfen ungelöst. Dabei könnte eine Reform der Netzentgelt-Systematik genau hier Anreize setzen: Wenn Bahnstrom-PV-Anlagen gleichwertig behandelt werden wie Anlagen am 50-Hertz-Netz, würden Investitionen in diese Infrastrukturflächen deutlich attraktiver – und das Potenzial der Bahn-Studie ließe sich tatsächlich heben.

Ungenutzte Flächenreserven und politischer Handlungsbedarf

Die Kombination aus Bahn-Potenzial-Studie und laufender EEG-Diskussion verdeutlicht eine strukturelle Spannung in der deutschen Energiepolitik: Einerseits bieten Gleisrandstreifen, Parkplätze, Gewerbedächer und Industrieflächen riesige ungenutzte Solarflächen mit erheblichem volkswirtschaftlichem Nutzen. Andererseits drohen regulatorische Weichenstellungen, diese Reserven ungenutzt zu lassen oder bestehende Investitionsbereitschaft zu dämpfen. Beides zusammen ergibt eine Gemengelage, die den Ausbau erneuerbarer Energien strukturell ausbremst, statt ihn zu beschleunigen.

Für Hausbesitzer, Gewerbekunden und Installateure in Nordrhein-Westfalen bedeutet die aktuelle Lage vor allem eines: Investitionsentscheidungen für eigene PV-Anlagen sollten möglichst auf Basis der noch geltenden Förderbedingungen getroffen werden. Die endgültige Fassung der EEG-Novelle kann sich von den Referentenentwürfen noch deutlich unterscheiden – der politische Prozess ist nicht abgeschlossen. KW Baustoffe GmbH in Drensteinfurt beobachtet die Gesetzgebungsentwicklung eng und informiert Kunden in NRW laufend über relevante Änderungen bei Förderung und Einspeisebedingungen.

Hausbesitzer und Installateure aus Drensteinfurt und NRW können sich bei der KW PV Solutions UG zu Photovoltaik-Planung und aktuellen Förderbedingungen beraten lassen.

Quellen: energie-experten.org · Solarserver

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