Inhaltsverzeichnis

Tags:

PPA-Markt eingebrochen – EEG-Novelle gefährdet Dach-Solar

Renewable Capacity Growth 2022 (Symbolbild: PPA-Markt)

Der deutsche Markt für Stromabnahmevereinbarungen (Power Purchase Agreements, PPAs) ist 2025 auf sein schwächstes Niveau seit Jahren gefallen: Nur 27 Vereinbarungen mit einem Gesamtvolumen von 1,3 Gigawatt wurden neu abgeschlossen – ein Bruchteil des Rekordjahres 2023. Gleichzeitig warnen Experten vor den Folgen der geplanten EEG-Novelle, die Dachanlagen deutlich schlechterstellt und den dezentralen Solarausbau bremsen könnte.

PPA-Markt fällt auf ein Drittel des Rekordjahres

Die Dena-Marktanalyse für 2025, Anfang Mai 2026 veröffentlicht, zeichnet ein ernüchterndes Bild: Nur 27 PPAs mit insgesamt 1,3 Gigawatt wurden im vergangenen Jahr in Deutschland neu abgeschlossen. Das entspricht weniger als einem Drittel des bisherigen Höchststands aus dem Jahr 2023, als Stromabnahmeverträge für 3,8 Gigawatt unterzeichnet wurden. Auch gegenüber 2024 ist der Rückgang deutlich – damals zählte die Deutsche Energie-Agentur Dena noch 51 Vereinbarungen mit 2,2 Gigawatt.

Vor allem große Photovoltaik-Freiflächenanlagen ohne Speicher stehen unter erheblichem Erlösdruck. Sinkende Capture Rates – also der tatsächlich erzielte Anteil am Börsenstrompreis – und die wachsende Häufigkeit negativer Strompreise belasten die Wirtschaftlichkeit dieser Anlagen erheblich.

Deutschland auf Rang 4 – hinter Spanien, Italien und Polen

Im europäischen Vergleich hat Deutschland seine Vorreiterrolle eingebüßt. 2025 belegte das Land nur noch Platz vier hinter Spanien, Italien und Polen. „Der Markt kühlte sich bereits Ende 2024 und 2025 spürbar ab, vor allem aufgrund von Risiken mit Blick auf Capture Rates und negativen Preisen“, schreibt die Dena in ihrer Auswertung. Erst gegen Ende 2025 habe die Zahl der Solar-PPA-Abschlüsse wieder deutlich zugenommen, „nachdem sich die Preisentwicklung stabilisiert und sich ein Konsens zur Behandlung der negativen Preise etabliert hat“.

Die Preise für Photovoltaik-PPAs lagen 2025 zwischen 35 und 45 Euro pro Megawattstunde – berechnet auf Basis eines zehnjährigen Pay-as-produced-Vertrags. Auffällig ist der Trend zu kürzeren Laufzeiten: Zunehmend werden Verträge mit einer Laufzeit unter fünf Jahren abgeschlossen. Viele Anlagen nutzen dabei die Opt-out-Option aus dem EEG, um flexibler auf Marktpreissignale reagieren zu können.

Wachstumsausnahme: FPAs für Batteriespeicher legen zu

Einen klaren Gegenpol bilden Flexibility Purchase Agreements (FPAs) für Batteriespeicher: Deren Volumen stieg 2025 von 140 auf 249 Megawatt – ein Zuwachs von fast 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Dena wertet dies als Signal wachsender Marktbedeutung flexibler Speichertechnologien. Batteriespeicher können Erzeugungsspitzen glätten und das Risiko negativer Preise erheblich mindern – genau das, woran viele starre PPA-Konstruktionen scheitern.

EEG-Novelle: Referentenentwurf belastet Dach-Photovoltaik

Parallel zu den Marktproblemen beim PPA-Geschäft droht gebäudegebundenen Solaranlagen eine weitere Verschlechterung der Rahmenbedingungen. Der Referentenentwurf zur Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) setzt stärker auf den Ausbau von Freiflächenanlagen und schwächt die Förderkonditionen für Dachanlagen. Fachleute des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie warnen ausdrücklich vor einem Einbruch im Segment der Gebäudeanlagen und sehen die deutschen Klimaziele dadurch gefährdet.

Kritik kommt aus der gesamten Branche: Gebäudegebundene Photovoltaik – Anlagen auf Wohnhäusern, Gewerbeimmobilien und landwirtschaftlichen Betrieben – ist für die dezentrale Energieversorgung unverzichtbar. Eine Verschiebung der Förderprioritäten hin zu Freiflächenanlagen mag günstigere Stromgestehungskosten begünstigen, vernachlässigt aber wesentliche Vorteile: Netzentlastung, dezentraler Eigenverbrauch und geringere Übertragungsverluste.

Doppelter Gegenwind für die Energiewende

Beide Entwicklungen treffen eine Branche in einer Phase erhöhter Planungsunsicherheit. Die Bundesregierung hat sich das Ziel von 215 Gigawatt installierter Solarleistung bis 2030 gesetzt. Experten betonen: Dieses Ziel ist nur erreichbar, wenn Großanlagen und Dachanlagen gleichermaßen verlässliche Finanzierungsgrundlagen erhalten. Ein PPA-Markt, der auf ein Drittel des Höchststands geschrumpft ist, und ein Förderrahmen, der Dachanlagen systematisch benachteiligt, wirken dabei kontraproduktiv.

Für Projektierer und Investoren bedeutet die aktuelle Lage vor allem: Flexible Vertragsstrukturen, kurze Laufzeiten und der gezielte Einsatz von Speichertechnologien gewinnen strategisch an Bedeutung. Der kombinierte Betrieb von Solaranlage und Batteriespeicher bietet eine Möglichkeit, PPA-Strukturen stabiler zu gestalten und Erlösrisiken durch negative Börsenstrompreise zu begrenzen. KW Baustoffe GmbH aus Drensteinfurt beobachtet diese Marktentwicklungen und informiert Kunden über zukunftsfähige Energiekonzepte für Gewerbe und Eigenheim.

Hausbesitzer und Installateure aus Drensteinfurt und NRW können sich bei der KW PV Solutions UG zur Photovoltaik-Planung und Energiespeicher-Integration beraten lassen.

Quellen: pv-magazine.de · Solarserver

Tags: