Ein deutsches Start-up will Wohnungsgenossenschaften den Weg zu Solarstrom im Mehrfamilienhaus ebnen – ohne die bürokratischen Hürden klassischer Mieterstrommodelle. Doch eine neue Studie zeigt: Ohne die EEG-Einspeisevergütung droht vielen Projekten das Aus.
Das Start-up Smawo hat ein Konzept entwickelt, das Wohnungsgenossenschaften den Einstieg in die Photovoltaik-Nutzung auf ihren Mehrfamilienhäusern erleichtern soll. Das fünfzehnköpfige interdisziplinäre Team aus Experten für Photovoltaik, Energiewirtschaft, Informatik und Projektentwicklung will die typischen bürokratischen Hürden klassischer Mieterstrommodelle umgehen. Patric Sievert, Chief Commercial Officer bei Smawo, bringt es auf den Punkt: „Wir denken Photovoltaik im Mehrfamilienhaus neu.“
Im Fokus stehen Wohnungsgenossenschaften – eine Kundengruppe, die unter besonderem Druck steht. Bis 2045 müssen sie ihre Bestände klimaneutral betreiben und gleichzeitig bezahlbaren Wohnraum sichern. Anders als rein gewinnorientierte Immobilienunternehmen geben Genossenschaften Einsparungen direkt an ihre Mitglieder weiter. Fehlende Konzepte für Photovoltaik auf dem eigenen Dach werden damit nicht nur zu einem wirtschaftlichen, sondern auch zu einem sozialen Problem.
Das Kernproblem: Klassische Mieterstrommodelle erfordern umfangreiche energierechtliche Rollen und aufwendige Abrechnungsprozesse, die viele Genossenschaften organisatorisch und wirtschaftlich überfordern. Auch die Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung (GGV) – ein 2023 eingeführtes Modell zur gemeinsamen Nutzung von Solarstrom innerhalb eines Gebäudes – schützt Eigentümer nicht immer vor dem Kontrollverlust über ihre Dachflächen. Smawo will einen praktikablen Mittelweg bieten: Solarstrom für die Mieter, ohne dass die Genossenschaft komplexe energiewirtschaftliche Pflichten übernehmen muss.
Während neue Geschäftsmodelle wie das von Smawo Zugang schaffen wollen, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag von Green Planet Energy, wie fragil die wirtschaftliche Basis des Mieterstroms ist. Zentrales Ergebnis: Ohne die Einspeisevergütung aus dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) wären viele Mieterstrom-Projekte nicht mehr rentabel – besonders kleine und mittlere Photovoltaik-Anlagen. Der geplante Wegfall dieser Vergütung, den die Studie kritisch bewertet, würde einen erheblichen Teil des Marktes noch vor dem Durchbruch abwürgen.
Das trifft einen Markt, der seit dem EEG-Mieterstromgesetz von 2017 zwar geöffnet ist, aber nie richtig in Fahrt gekommen ist. Die gesetzlichen Anforderungen waren von Anfang an komplex, die Umsetzungshürden hoch. Eine Anlage rechnet sich nur dann, wenn überschüssiger Solarstrom, der im Gebäude nicht direkt genutzt wird, zu fairen Konditionen ins Netz eingespeist werden kann. Ohne diese Einspeisevergütung sinkt die Wirtschaftlichkeit selbst bei günstig finanzierten Projekten deutlich – und damit die Investitionsbereitschaft.
Für Installateure und Planer, die Mehrfamilienhäuser mit Solaranlagen ausstatten, sind beide Entwicklungen bedeutsam. Einerseits schafft die wachsende Zahl vereinfachter Modelle neue Auftragsmöglichkeiten bei Genossenschaften, die bislang zögerten – der Markt öffnet sich. Andererseits erzeugt die politische Unsicherheit rund um das EEG ein schwieriges Investitionsklima: Wer heute plant, weiß nicht, ob die Vergütungssätze in zwei Jahren noch gelten. Für die Beratung bedeutet das: Immer auch Worst-Case-Szenarien durchrechnen, nicht allein auf Basis der aktuellen EEG-Förderung kalkulieren.
Der Markt für Photovoltaik im Mehrfamilienhaus wächst, bleibt aber regulatorisch anspruchsvoll. Genossenschaften, die ihre Dachflächen aktivieren wollen, stehen vor der Wahl zwischen klassischem Mieterstrom, GGV und neuartigen Plattformlösungen wie der von Smawo. Welches Modell am besten passt, hängt von Gebäudegröße, Mieterstruktur, Eigenverbrauchsprofil und lokaler Netzinfrastruktur ab. Gerade bei kleineren Anlagen unter 30 Kilowatt peak ist eine verlässliche Einspeisevergütung der entscheidende Hebel für die Wirtschaftlichkeit – genau das steht nun auf dem Spiel.
KW Baustoffe GmbH in Drensteinfurt begleitet Installateure und Fachpartner in NRW bei der Beschaffung hochwertiger Komponenten für Photovoltaik-Projekte im Mehrfamilienhaus und Gewerbebau.
Hausbesitzer und Installateure aus Drensteinfurt und NRW können sich bei der KW PV Solutions UG zu Photovoltaik-Mieterstrom und solaren Lösungen für Mehrfamilienhäuser beraten lassen.
Quellen: pv-magazine.de · Solarserver